Wintersport: Sympathieträger aus Bad Freienwalde zapft Geldquellen an

Geehrt: Günther Lüdecke (3. v.l.) vom Wintersportverein 1923 Bad Freienwalde wird bei der Sportgala des Landes Brandenburg als "Sympathieträger des Sports" ausgezeichnet.
Günter Grützner (WSV)Diese Auszeichnung ist nicht nur für mich, sondern für viele, die sich im Verein engagiert haben“, sagt Günther Lüdecke bescheiden. Dennoch ist er stolz auf die hohe Würdigung, die er nun in Potsdam empfangen hat. Denn der 76–jährige Joachimsthaler hat einen großen Anteil an der Entwicklung des Wintersportvereins 1923 Bad Freienwalde. Lüdecke schafft das Geld heran, entwickelt Ideen und stellt Förderanträge. Der quirlige Projektmanager lässt sich so schnell nicht abwimmeln. Er dafür bekannt, dass er zu Hintertür wieder herein kommt, wird er vorne heraus geworfen.
Lüdecke erblickte im thüringischen Sömmerda das Licht der Welt. Zum organisierten Skisport kam er bereits 1980, als er Leiter eines Trainingszentrums in Schmiedefeld wurde. Organisationstalent bewies er schon damals „Ich besorgte den Sportlern Autos, damit sie mit ihren Eltern zu den Wettkämpfen fahren konnten“, erinnert er sich.
Erfolgreiche Skisportler
Beide Söhne waren sportlich erfolgreich. Der ältere Sohn Jens, bis 2016 Geschäftsführer der Bad Freienwalde Tourismus GmbH und seit dem in gleicher Position bei der Kur– und Tourismus GmbH Bad Frankenhausen, schaffte es sogar zum Vize–DDR–Meister im Langlauf.
1985 kam Günther Lüdecke, der eigentlich Werkzeugmacher gelernt hat, in die Region. Er übernahm die Leitung eines Betriebsferienheims in Altenhof am Werbellinsee. Ab 1998 führte er ein Reisebüro. In diesem Zusammenhang lernte er 2000 den damaligen Hotelier Dieter Bosse kennen. Mit ihm und seinem Sohn Jens gründete er 2001 den Wintersportverein. Auf den Resten der alten Skisprunganlage von 1957 bauten die Mitglieder die 10 Meter und die 20–Meter–Schanze. Zum ersten Treffen kamen 87 Skispringer. „Die Schmiedefelder schenkten uns Matten und zeigten, wie man sie knüpft“, erzählte das Vorstandsmitglied. „Wir stellten ziemlich schnell fest, dass die beiden Schanzen viel zu klein waren“, sagt Lüdecke. Erstmals sei es dann gelungen, EU–Mittel einzuwerben, um die 40–Meter–Schanze zu bauen, die 2003 fertig wurde. Die Baukosten betrugen 300 000 Euro und wurden zu 75 Prozent von der Europäischen Union und aus Sponsorengeldern finanziert. Nach dem großen Erfolg machten die Wintersportler weiter, um die 60–Meter–Schanze zu errichten. Wieder sammelte Lüdecke Geld und stellte Förderanträge. 1,6 Millionen Euro investierte der Verein in dieses Vorhaben, das teurer wurde, als geplant. Während der Bauphase machten dem Wintersportverein schwere Sommerunwetter zu schaffen. Die Niederschläge destabilisierten den Hang, sodass der Boden ausgetauscht werden musste. „Ich habe den größten Anteil daran, dass wir 400 000 Euro Eigenmittel einwerben konnten“, sagt Günther Lüdecke stolz.
Verein international anerkannt
Neben dem Bau der Anlage habe sich der Verein auch sportlich entwickelt. Seit der Tagung des Internationalen Skiverbandes FIS in Bad Freienwalde, habe der Verein einen hauptamtlichen Trainer bekommen, der zu je einem Drittel vom Deutschen Skiverband, vom Verein und von Landessportbund bezahlt werde. Zugleich sei Bad Freienwalde Landeslandesleistungszentrum geworden. Trainer Stefan Wiedmann ist im Oktober zum besten Nachwuchs-Trainer gekürt worden
Neun Kinder habe WSV zu Elite–Sportschulen geschickt, so Lüdecke. 15 Kinder werden intensiv trainiert, weitere 58 in Schul–AGs. Der Verein zählt aktuell 77 Mitglieder.
