Wintersporttag
: „Wollen zeigen, was alles möglich ist“

Günther Lüdecke vom WSV Bad Freienwalde freut sich auf den Wintersporttag. Dem Publikum werde einiges geboten.
Von
Conradin Walenciak
Bad Freienwalde
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„Jeder, der schon immer mal Skispringen wollte, kann das am Sonntag bei uns machen“, sagt Günther Lüdecke, Veranstaltungskoordinator beim Wintersportverein. Ab 10 Uhr erhielten alle Mutigen dafür eine professionelle Einweisung vom Brandenburger Landes– und Vereins–Cheftrainer Stefan Wiedmann auf der 4–Meter–Schanze und könnten dann ihr Talent unter Beweis stellen.

„Das Angebot richtet sich nicht nur an Kinder“, so Lüdecke. „Erwachsene können sich auch ausprobieren.“ Wer sich geschickt anstellt, könne eventuell sogar den Sprung von der 10–Meter–Schanze wagen, stellt das Vorstandsmitglied in Aussicht. „Aber das entscheiden wir dann von Fall zu Fall.“

Wer sich dann auch noch anschauen will, wie es aussieht, wenn trainierte Sportler von der Schanze springen, sollte den Wettkampf der WSV–Athleten nicht verpassen. „Unsere Springer werden sich Duelle von der 40–Meter–Schanze liefern“, sagt Lüdecke. Um 11 und um 14 Uhr nehmen sie dafür Anlauf.

Sprünge von der höchsten Anlage in der Sparkassen–Ski–Arena, der 60–Meter–Schanze, werden dem Publikum allerdings auch präsentiert. „Hier sind Weiten von um die 70 Meter drin“, blickt Lüdecke voraus. „Wir wollen den Leuten einfach auch zeigen, was bei uns im Verein alles möglich ist.“ Der Schanzenrekord liegt aktuell bei 72 Metern.

Rund um die Sprünge wird es ein buntes Rahmenprogramm geben. Unter anderem kann mit einem Biathlon–Gewehr geschossen werden. Allerdings nicht mit scharfer Munition, sagt Trainer Wiedmann. „Wir schießen mit einem Laser.“ Aufs Skilaufen muss bei der 18. Auflage dieser Veranstaltung verzichtet werden. Der Grund: das milde Wetter. „Das können wir leider nicht beeinflussen“, so Lüdecke, der sich trotzdem auf den Wintersporttag freut. „Das wird ein Tag für die ganze Familie, an dem alle ihren Spaß haben werden.“

Nicht nur Lüdecke, sondern auch Trainer Stefan Wiedmann hätten besonders viel Spaß, wenn nach der Veranstaltung der ein oder andere Nachwuchsspringer das WSV–Team verstärken würde. „Aktuell haben wir zwölf Kinder, die bei uns springen. Wenn man die Älteren noch dazu nimmt, haben wir 16 aktive Sportler“, erklärt der Coach.

Die Nachwuchs–Gewinnung gestalte sich dabei immer wieder schwierig, sagt Wiedmann. „Wir müssen schon etwas tun, um die Kinder von unserem Sport zu überzeugen.“ Derzeit laufen Kooperationen mit den hiesigen Schulen, eine AG wird angeboten. „Der Wintersporttag ist aber eine weitere Möglichkeit für uns, um auf uns aufmerksam zu machen.“

Aufmerksamkeit müsste der Verein eigentlich schon durch seine Sportanlage generieren. Die 60–Meter–Schanze ragt hoch in den Himmel über Bad Freienwalde. Die Instandhaltung der Sprunganlage erfolgt dabei über Sponsoren. „Ohne ihre finanzielle Unterstützung könnten wir das sonst nicht stemmen“, sagt Lüdecke. Auch die Mitglieder lieferten aber ihren Teil: „Wir halten hier zusammen alles in Schuss.“

1923 wurde der Wintersportverein Bad Freienwalde — und damit das nördlichste Skisprunggebiet Deutschlands — ins Leben gerufen. „Damals lag in der Region auch noch deutlich mehr Schnee“, erzählt Lüdecke. Bis zu 10 000 Besucher kamen zu den Wettbewerben, die auf der Schanze veranstaltet wurden. „In allen Abteilungen zusammen hatte der WSV in der Spitze damals um die 2 000 Mitglieder“, so Lüdecke weiter.

Mitte der 50er–Jahre sei das Vereinsleben dann allerdings eingeschlafen, 2001 erfolgte die Neugründung. 2002 ließ man dann den Märkischen Wintersporttag aufleben. Zuvor musste aber einiges an Geld investiert werden, um die Anlage wieder herzurichten. „2,5 Millionen Euro wurden in die Instandsetzung der Schanzen gesteckt“, erzählt Lüdecke.

Er ist sich sicher, dass sich das gelohnt hat. „Anfangs wurden wir von den Skisprung–Hochburgen belächelt“, erinnert sich Lüdecke. „Doch inzwischen nehmen sie uns Ernst.“ Die Leistungen der WSV–Sportler stimmten. „Davon können sich alle am Sonntag überzeugen.“