Kirschbäume als Geschenk
Jetzt soll auch eine Straße nach dem japanischen Arzt benannt werden. "Der Wunsch aus Hachihoji ist über unsere Dolmetscherin Frau Tsuhamoto an uns herangetragen worden", sagte der Wriezener Bügermeister Karsten Ilm (CDU) am Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung. Zudem wollten die Japaner der Stadt Wriezen Kirschbäume schenken. Koyenuma soll auf dem Totenbett geäußert haben, dass er wie in seiner Kindheit noch einmal die Kirschblüte in Japan erleben wolle. "Deshalb ist es ein besonderes Symbol, dem Ehrenbürger einen Straßennamen zu geben", sagte Ilm. Der Bürgermeister will der Bitte gerne nachkommen. Um sie Gästen zeigen zu können, müsse sie zentral liegen und gut ausgebaut sein. "Wir können keinen  unbefestigten Sandweg nehmen", fügte er hinzu. Zudem müsse sie Entwicklungspotenzial haben, um die Kirschbäume anpflanzen zu können.
Die Namensänderung einer Straße sei ein Verwaltungsakt, bei dem mehrere Kriterien beachtet werden müssten. Wichtig sei, dass  keine Straßen gewählt werden, die bereits nach Persönlichkeiten benannt sind, die in oder für Wriezen gewirkt haben. Die Mahlerstraße oder die Heinrich-Lempuhl-Straße seien daher von einer Namensänderung ausgeschlossen, nannte Ilm zwei Beispiele.
Nachdem der Bürgermeister die Bitte der Japaner bereits im Hauptausschuss vorgetragen hatte, ging ein schriftlicher Vorschlag der Fraktion der CDU/UWG ein.  "Wir haben uns für die Steuerstraße entschieden", sagte der Fraktionsvorsitzende Reiko Heinschke. Die Straße führe am Koyenuma-Denkmal vorbei und habe kaum Gewerbetreibende als Anlieger, für die eine Änderung der Adresse mit Kosten  und Ärger verbunden sei.
Drei Vorschläge zur Auswahl
Auch Karsten Ilm unterstützt den Vorschlag, weil die Straße genau aufs Rathaus zuführt, indem nach dem Krieg die Typhus-Station untergebracht war, die Dr. Nobutsugu Koyenuma vor seinem Tod geleitet hatte. Matthias Düntzsch von der Fraktion Bürger für Wriezen und Barnim-Oderbruch (BWBO) schlug den Krankenhausberg vor und Matthias Schmidt von der AFD die Freienwalder Straße.
Nach der Sommerpause im August wollen sich die Stadtverordneten intensiv mit dem Auswahlverfahren beschäftigen, an dem auch die Wriezener Bürger beteiligt werden. In welcher Form steht aber noch nicht fest.