Bundesweit stehen derzeit die Kreise Spree-Neiße und Oder-Spree im Fokus der Öffentlichkeit. Hier wurden in den letzten Tagen rund 30 tote Wildschweine gefunden, die an der Afrikanischen Schweinepest verendet sind. Das für den Menschen und die meisten anderen Tiere offenbar ungefährliche Virus rafft Schweine dahin, die Sterblichkeit bei einer Infektion liegt bei rund 90 Prozent.
Betroffen ist von dem Geschehen mit Dahme-Spreewald aber auch ein dritter Landkreis in Brandenburg. Zahlreiche Orte des Kreises liegen in der sich an das gefährdete Gebiet anschließenden „Pufferzone“. Dazu gehören die Gemeinden Schwielochsee mit den Ortsteilen Zaue, Speichrow, Jessern, Lamsfeld, Mochow, Goyatz, Siegadel, Guhlen, Ressen und Groß Liebitz, Lieberose mit mit Doberburg, Speewaldheide mit Butzen, Laasow, Sacrow und Waldow, Byhleguhre und Byhlen, Straupitz und Märkische Heide.

Verstärkte Suche nach toten Schweinen

In dieser Zone findet ebenfalls eine verstärkte Fallwildsuche durch Jäger statt. Jedes gefundene Tier muss dem Veterinäramt angezeigt und durch geschulte Trupps geborgen werden. Vier Suchtrupps sind derzeit unterwegs, weitere, mit je zehn Personen, werden derzeit geschult und sollen ab dem Wochenende zum Einsatz kommen.
Die Trupps haben auch schon tote Wildschweine gefunden, aber: Alle Tests auf ASP sind negativ ausgefallen. Die Schweine sind an anderen Krankheiten gestorben. Und da gibt es einige Möglichkeiten. Beispielsweise die Aujeszkysche Krankheit oder Scheinwut. Betroffene Tiere verspüren so starken Juckreiz, dass sie sich bis zur Selbstverstümmelung kratzen. Sie sterben oft binnen weniger Stunden. Das niedersächsische Verbraucherschutzministerium hat erst in diesem Jahr davor gewarnt, auch, weil andere Tierarten betroffenen sein können, vor allem Jagdhunde.

Behandlung ist untersagt

Behandelt werden darf und kann die Krankheit bei Schweinen nicht. Sie müssen eingeschläfert werden. Allerdings gibt es auch keine tierseuchenrechtliche Meldepflicht, wenn Wildschweine betroffen sind. Die Krankheit kann die meisten Säugetiere treffen, nur Pferde und Primaten, also auch der Mensch, sind nicht gefährdet. Früher war die Klassische Schweinepest eine häufige Todesursache. Noch 2002 wurden in Deutschland noch 451 Fälle bei Wildschweinen gemeldet. Trotz ähnlicher Symptome sind die Erreger von ASP und Klassischer Schweinepest nicht näher miteinander verwandt.
Immer wieder mal treffen Jäger zudem auf geschwächte Schweine, die unter Milbenbefall leiden. Wie Füchse und Wölfe können auch Schweine an der Räude erkranken und schließlich sterben.
Vorgeschrieben ist bei allen Wildschweinen eine Trichinenschau. Positive Befunde sind dabei selten, aber gefährlich. Trichinen sind winzige Fadenwürmer. Beim Menschen können sie, wenn sie durch den Genuss von befallenem Schweinefleisch übertragen werden, zum Tod führen. Außerdem wird bei rund 15 Prozent der in Deutschland erlegten Wildschweine eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus nachgewiesen. Eine Übertragung auf den Menschen ist unklar.

Aufbruch muss abgegeben werden

Was nun die ASP betrifft, gilt auch in den genannten Gebieten von Dahme-Spreewald, dass jeglicher Wildschwein-Aufbruch, also Innereien, an festgelegten Kadaver-Sammelstellen abgegeben werden muss. Das sonst übliche Vergraben ist verboten. Auch dürfen n lebende Wildschweine oder frischen Wildschweinefleischerzeugnisse nicht aus der Zone gebracht werden. Bewegungsjagden, ausgenommen Erntejagden und Einzelansitzjagden, sind untersagt.
Zur Konkretisierung und Erteilung von Einzelfall-Ausnahmen für die Pufferzone und das gefährdete Gebiet befindet sich das Veterinäramt des Kreises in Abstimmung mit dem beim brandenburgischen Verbraucherschutzministerium

Fallwildmeldung ist wichtig

Sollten Privatpersonen ein totes Wildschwein entdecken, ist dies niemals anzufassen. Der Fund ist umgehend dem Kreisveterinäramt mit genauer Beschreibung des Fundortes unter 03546 201613 oder per E-Mail an fallwildmeldung@dahme-spreewald.de zu melden. Nach Möglichkeit wird zudem erbeten, ein Foto vom Kadaver sowie die GPS-Koordinaten des Fundortes per Smartphone mitzuteilen. Außerdem gibt es montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr unter 03546 201588 ein Info-Telefon zur Afrikanischen Schweinepest.