Alínæ Lumr in Storkow 2024: Acts, Tickets, Programm – Infos zum Festival mit Indie-Vibes
Eine komplette Kleinstadt wird Festivalgelände: Das ist seit Jahren der Gedanke des beschaulichen Alínæ Lumr in Storkow (Landkreis Oder-Spree). In diesem Jahr steigt der Konzertreigen mit vielen noch eher unbekannten Interpreten aus der Indie- und Elektroszene vom 16. bis 18. August.
Erste musikalische Gäste stehen fest: Unter anderem die britische Sängerin und Songwriterin Marika Hackman, die dort ihr neues Album „Big Sigh“ vorstellen möchte. Außerdem die Elektro-Punk-Künstlerin Güner Künier, aufgewachsen in Flensburg, die es nach einem Studium in Heide/Holstein nach Berlin verschlagen hat. Ihre Stücke singt sie zum Teil in türkischer Sprache – und spürt damit auch den Wurzeln ihrer Familie nach. Eine weitere Interpretin ist die Sängerin Salomea aus Köln, die mit komplettem Namen Rebekka Salomea Ziegler heißt. Die vor allem im Jazz-Umfeld bekannte Solokünstlerin samt Begleitband lässt sich stilistisch im Grunde genommen kaum definieren; ihre Stücke zeigen eine starke Affinität zum aktuellen R `n` B.
Auch einige Lesungen sind vereinbart. Es kommen die Autorinnen Judith Poznan („Prima Aussicht“) und Lydia Meyer nach Storkow. In ihren Texten geht es unter anderem um Identitätserkundung und (weibliche) Selbstbilder. Lydia Meyer etwa liest aus ihrem im Rowohlt-Verlag erschienenen Buch „Die Zukunft ist nicht binär“, in dem die klassichen Geschlechterrollen für obsolet erklärt werden.
Alínæ Lumr in Storkow: Acts sind weiblich oder non-binär
Eines fällt auf: Alle bislang gebuchten Acts sind weiblich – oder, wie Julia Barreiro vom Festivalteam ergänzt, sie identifizieren sich als non-binär. „Wir haben schon viele Künstler aus dem FLINTA*-Spektrum da“, sagt die Expertin für Öffentlichkeitsarbeit, auf ein Kürzel aus der feministischen Bewegung zurückgreifend (FLINTA* steht für „Frauen, Lesben, inter-, nicht-binäre, trans- und a-gender Personen; das Sternchen steht für alle sich diskriminiert fühlenden Gruppen, die sich in keiner der vorgenannten Kategorien wiederfinden).
So will das Festivalteam vom alínæ lumr auch ein Gegengewicht zu den bekannten männlich dominierten Festivals stellen. „Das Booking-Team will guten Acts, ganz gleich, welcher Herkunft oder wie diese sich identifizieren, auf die Bühne holen.“

Kontrastreiches Rahmenprogramm: Eine Büffelwanderung im Rahmen des Alínae-Lumr-Festivals im Jahr 2022. Auch in diesem Jahr sollen die Stadt Storkow und das Umland mit seinen landschaftlichen Reizen wieder in das Festival einbezogen werden.
Ludwig NikulskiEbenso wichtig ist dem Festivalteam: „Wir wollen auch für Storkower etwas anbieten.“ Einwohner der Stadt sowie der umliegenden Ortschaften bekommen ihr Festivalticket zum deutlich reduzierten Vorzugspreis von 35 Euro.
Mehrere Bühnen im gesamten Stadtgebiet von Storkow
Es wird wieder mehrere Bühnen unterschiedlicher Größe geben, die an verschiedenen Orten im Storkower Stadtgebiet stehen. Geplant sind außerdem Wanderungen, Angebote für Familien mit Kindern und diverse Workshops. Das alles bei hoffentlich bestem Sommerwetter. Julia Barreiro: „Wer noch nie auf dem Alínæ Lumr war, wird auf jeden Fall überrascht sein, weil es vieles gibt, was nicht so alltäglich ist auf einem Festival.“ Camping soll in unterschiedlichen Formen möglich sein – mit dem Zelt oder im Wohnmobil. Auch Tagestickets sind erhältlich.

Abendstimmung im Hof der Burg Storkow: Talking To Turtles live beim Alínae Lumr 2023
Angela RegenbrechtDie Veranstalter rechnen, wie auch schon in früheren Festival-Durchläufen, wieder mit ungefähr 1000 Besuchern. Die Inflation freilich habe das Projekt, ein kleines Festival ohne großes Unternehmen im Hintergrund zu stemmen, nicht eben leichter gemacht, erklärt Julia Barreiro: „Auch letztes Jahr ist alles schon deutlich teurer geworden.“ Die Fördersituation für Festivals sei in Brandenburg „nicht so toll“. Das Festival wird gemeinsam mit der Stadt Storkow organisiert.
Ein ehrenamtliches Team leistet die Arbeit
Im Wesentlich wird Alínae Lumr aber getragen von einem Verein; alle Beteiligten leisten ihre Arbeit ehrenamtlich. Das gesamte Jahr über seien etwa 20 bis 25 Mitglieder an der Vorbereitung beteiligt, sagt Julia Barreiro. Zu Festivalzeiten wächst das Team um zahlreiche helfende Hände an.
Alínæ Lumr gibt es seit 2015. In den Jahren seither hat sich eine verlässliche Routine in der Organisation etabliert. Dieses Know-How ist auch während der Pandemie-Jahre nicht verloren gegangen – 2020 und 2021 konnte Alínæ Lumr aufgrund der Hygienebestimmungen nicht stattfinden.
„Eigentlich sollte man schon direkt nach einem Festival mit der Organisation der nächsten Ausgabe beginnen“, sagt Julia Barreiro. Ein leises Lächeln ist durch die Telefonleitung zu erahnen: „Wir versuchen das auch. Spätestens im Oktober geht es dann aber wirklich richtig los.“
Weitere Interpreten für diesen Sommer sollen in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden.
Alínæ Lumr: 16.-18. August, Storkow; Programm, Info und Tickets: www.alinaelumr.de, derzeit gibt es noch das „Early Bird Festivalticket“ zum Preis von 89 Euro





