Buch aus Beeskow: Wie Dr. Klaus Piesker die Natur entlang der Spree retten will

Dr. Klaus Piesker schreibt eine Widmung in sein Buch „Natur. Mensch. Demut?“. Mehrere Jahre hat das Projekt für den Fischer und Autor aus Beeskow gedauert.
Susanne Hübscher- Dr. Klaus Piesker aus Beeskow veröffentlicht „Natur. Mensch. Demut?“ als Hardcover.
- Inhalt: Fischertradition im Kiez, ökologische Entwicklungen, Gewässerbewirtschaftung.
- Drei Faktoren für stabile Fischbestände: Umwelt, Fortpflanzung, Nahrung.
- Buch mit historischen Quellen und Abbildungen, u. a. Karte von 1776; 500 Exemplare, 400+ verkauft.
- 19. Quappentag: 7. März 2026, 10–12.15 Uhr, Gasthof zum Unterspreewald, Schlepzig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Jahre 1944 erblickte Klaus Piesker als Sohn eines Fischers in der Fischergemeinde auf dem Kietz bei Beeskow das Licht der Welt. Er wuchs in einer Welt auf, in der die Fischerei den Alltag und die Lebensgrundlage an der Spree darstellte. „Da ich mich mehr wissenschaftlich orientieren wollte, studierte ich Fischereiwesen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Danach war ich als Direktor der Ingenieursschule für Binnenfischerei in Storkow tätig“, resümiert Piesker, der später die Geschäftsführung der Frankfurter Geschäftsstelle des Landesanglerverbands innehatte. Dort beschäftigte er sich vor allem mit Fragen der Gewässerbewirtschaftung.
Mit mehr als 60 Jahren Erfahrung am Wasser begann Piesker ein neues Projekt. Sein Buch „Natur. Mensch. Demut?“ soll jedoch weit mehr als eine Fachpublikation zur Fischerei sein. Es soll eine persönliche Rückschau auf Beeskow, eine historische Dokumentation und ein leidenschaftliches Plädoyer für einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Natur sein.
Die Idee, sein Wissen mit der Geschichte der Kietzer Fischertradition in Beeskow zu vereinen und festzuhalten, entstand vor rund sechs Jahren. Den entscheidenden Anstoß gab eine Bekannte. Aus der Idee entwickelte sich schließlich ein größeres Buchprojekt, das ihn mehrere Jahre begleiten sollte.
Nach fünf Jahren stellte Piesker sein Buch fertig
Piesker sammelte mit einem Heimatheft bereits erste Schreiberfahrungen. Sein Schreibprozess für das jüngste Buch verlief dabei alles andere als geradlinig. Phasen intensiver, fast tunnelartiger Konzentration wechselten sich mit Wochen oder Monaten ab, in denen das Manuskript ruhte. Oft arbeitete Piesker bis spät in die Nacht. Seine Motivation war vor allem, seine Erinnerungen zu bewahren und eine untergehende Tradition zu dokumentieren.
Der Inhalt des Buches reicht jedoch weit darüber hinaus. Piesker beschreibt in einem Teil die Fischerei im Kietz als kulturelle Praxis, die über Jahrhunderte eng mit dem Leben der Menschen verbunden war. Im zweiten Teil des Buches analysiert er die ökologischen Entwicklungen in den Gewässern und greift Gedanken und Grundsätze zur Bewirtschaftung natürlicher Gewässer früher und heute auf. Für stabile Fischbestände nennt er drei entscheidende Faktoren: eine intakte Umwelt mit geeigneter Wasserqualität und Struktur, funktionierende Fortpflanzungsmöglichkeiten sowie ausreichend Nahrung.
Das Buch sei aus der zunehmenden Erkenntnis, wie viel im Umgang mit der Natur falsch läuft, entstanden. Früher hätten viele traditionelle Praktiken, wie das Ernten von Schilfrohr für Dächer, zu stabileren Lebensräumen beigetragen. Heute bleibt alles stehen. Der Experte erklärt die Folgen: Das Rohr stirbt irgendwann ab, fällt zusammen und zersetzt sich nur sehr langsam, wodurch es zu „nahrungsarmen Zonen“ am Ufer kommt. Unbrauchbare „Kinderstuben“ vieler Fischarten seien die Folge.
Autor gründet Verlag und druckt sein Buch als Hardcover
Eine besondere Herausforderung beim Buchprojekt war die Verbindung unterschiedlicher Quellen: weniger die persönlichen Erlebnisse und familiären Überlieferungen, mehr die historische Recherche. Für das Buch sichtete der Autor zahlreiche Archive und sicherte seltene Dokumente. So konnte beispielsweise Material zur Begradigung der Spree ausgewertet werden. „Das sind Unterlagen, die nach der Wende beinahe verloren gegangen wären“, so Piesker. Im Buch befinden sich auch zahlreiche historische Abbildungen, darunter eine kolorierte Karte von 1776, die den damaligen Verlauf der Spree zeigt.
Auch die Gestaltung des Buches sei mit großer Sorgfalt umgesetzt. „Unterstützt wurde ich unter anderem vom Filmemacher Holger Ernst und einer Grafikdesignerin, die die visuelle Gestaltung übernahm“, sagt Piesker stolz. Für das Vorwort konnte Piesker zwei Experten gewinnen. Die gesamte Produktion organisierte er selbst. Er gründete eigens einen kleinen Verlag und ließ 500 Exemplare á 365 Seiten als Hardcover auf Recyclingpapier drucken. Über 400 seien bereits verkauft.
Finanziell sei das Projekt ein Nullsummenspiel geblieben – die investierte Arbeitszeit nicht eingerechnet. Doch für Klaus Piesker sei das nie der entscheidende Maßstab gewesen. Das Buch werde bewusst nicht über große Onlineplattformen, sondern unter anderem über regionale Buchhandlungen oder direkt auf der Homepage des Autors vertrieben.

Fischer und Autor Dr. Klaus Piesker mit Fischer Wolfgang Richter auf dem Wasser im Landkreis Oder-Spree.
Stefan StaindlBuch klärt über Naturgesetze und Umgang mit der Natur auf
Ihm sei es wichtig, dass die Geschichte der Fischer, ihr Wissen über die Gewässer und ihr Verständnis für die Natur nicht verloren gehen. Denn für ihn ist Fischerei mehr als nur eine Technik. „Das Buch ist so geschrieben, dass die darin geschilderten Naturgesetze nicht nur auf die Fischerei, sondern auch auf die Forstwirtschaft, die Tierproduktion usw. übertragbar sind“, erklärt der Autor.
Er versteht sein Buch deshalb auch als Warnung vor einem falschen Verständnis von Naturkontrolle. „Die Natur richtet sich nicht nach unseren Wünschen, sondern nach ihren eigenen Gesetzen. Wer glaubt, sie beherrschen zu können, irrt.“
19. Quappentag im Spreewald mit Dr. Klaus Piesker und seinem Buch
Das Biosphärenreservat Spreewald und der Landkreis Dahme-Spreewald laden zum 19. Quappentag ein.
Sonnabend, 7. März 2026 10.00 Uhr – circa 12.15 Uhr
im „Gasthof zum Unterspreewald“ in Schlepzig, Dorfstraße 41


