Corona-Abi: Abiturienten in Beeskow starten trotz Pandemie in Prüfungszeit

Keine Infektionsgefahr, kein Abgucken: Statt sonst bis zu 90 Schülern schrieben am Montag nur 19 Prüflinge ihre Abitur-Klausur im Saal des Beeskower Schützenhauses. So manche Schülerin trug Maske.
Jörn TornowStatt normalerweise maximal 90 Schülern kann das Schützenhaus als Prüfungsraum in Corona-Zeiten 19 Prüflinge aufnehmen. Sieben weitere nutzten einen großen Konferenzraum. Für jeweils fünf Schüler ist eine Raumfläche von 60 Quadratmetern nötig, um die gebotenen Abstände zur Verhinderung einer möglichen Übertragung des Coronavirus einzuhalten. Die Entscheidung fiel trotz der Pandemie auf den Haupttermin, damit den Schülern im Notfall zwei Termine für eventuelle Nachprüfungen bleiben, hatte Ariane Haß, Schulleiterin des Rouanet-Gymnasiums in Beeskow, bereits im Vorfeld betont.
Corona-Blog: Coronavirus und die Folgen für Brandenburg und Berlin
Mehr Aufsichtspersonal
„Natürlich brauchen wir dafür jetzt auch mehr Lehrer als Aufsichtspersonen“, erklärt Haß nun am ersten Abiturprüfungstag. Jeweils eine Person beaufsichtige die Schüler in den Prüfungsräumen, weitere die Flure und sogenannte Springer ersetzten ihre Kollegen in den Räumen und Gängen. Eine besondere Herausforderung werden die Prüfungen der Hauptfächer Deutsch (30. April) und Mathe (5. Mai), die ja von den meisten Schülern schriftlich abgelegt werden müssen. Natürlich kann auch da die Aula im Schützenhaus genutzt werden, zusätzlich werden aber auch viele Einzelräume gebraucht. Die wiederum beaufsichtigt werden müssen. Dazu würden dann alle Lehrkräfte der Schule eingebunden, so die Direktorin.
Insgesamt hatten sich allein am Beeskower Rouanet-Gymnasium 81 Abiturienten virtuell auf die Abschlussprüfungen vorbereiten müssen. Das verlangte den Schülern auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin ab. Der Unterricht und die Prüfungsvorbereitungen liefen über die kostenfreie Online-Lernplattform „Moodle“. Lehrende können sich in diesem Portal einen Nutzer-Account sowie ein virtuelles Klassenzimmer einrichten sowie deren Nutzer, Inhalte und Aktivitäten verwalten. „Die Schüler werden und wurden, obwohl kein regulärer Unterricht stattfinden kann, noch nie so individuell betreut wie jetzt“, so Haß. Die Lehrkräfte waren täglich von 7 bis 17 Uhr erreichbar, luden Lehrstoffe und Konsultationsvideos hoch, gestalteten Video-Konferenzen und korrigierten Klausuren.
Prüfungen bis Juni
Wenn alles wie geplant weiterläuft, werden die Abitur-Prüfungen bis zum 18. Mai abgeschlossen sein, bis Mitte Juni dann auch eventuelle Nachholtermine. Gleichzeitig beginnen ab 13. Mai die Abschlussprüfungen für die 10. Klassen. Wie deren Organisation konkret aussehen wird, werde allerdings auch davon abhängen, in wieweit der Schulbetrieb für die 9. und 11. Klassen schon wieder aufgenommen sein wird, meint Schulleiterin Haß. „Die Raumaufteilung müssen wir dann natürlich entsprechend anpassen.“ Denn sicher wird es auch in einem Monat noch heißen: Sicherheitshalber – Mut zur Lücke, aber nur bei der Raumaufteilung.
Corona-Blog: Coronavirus und die Folgen für Brandenburg und Berlin