Corona-Maßnahmen
: Beeskower Friseure proben für den Neustart

Am Montag dürfen die Salons wieder öffnen. Wilk Müller erklärt, wie er und seine Mitarbeiter sich vorbereiten.
Von
Olaf Gardt
Beeskow
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Karina und Wilk Müller kleben die einzelnen Arbeitsplätze im Salon ab, um die Abstandsregeln einzuhalten. Der Neustart am Montag wird für sie und die Kunden mit vielen Veränderungen verbunden sein.

Jörn Tornow

Wenn  Bundes- und Landespolitik heute nicht noch einen Strich durch die Rechnung machen, dürfen sie am Montag wieder öffnen, dürfen sie  wieder Haare färben und schneiden.

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Kunden müssen sich umstellen

Allerdings wird beim Friseur vieles anders sein als gewohnt. „Wir bereiten uns seit Tagen vor, ohne genau zu wissen, was alles eingehalten werden muss“, sagt Wilk Müller. Friseur Müller ist in Beeskow eine Institution, das Unternehmen gibt es seit mehr als 100 Jahren. Drei seiner 14 Arbeitsplätze hat Müller nun abgebaut, um den Mindestabstand von 1,50 Metern sicher einzuhalten. Es gibt keinen Wartebereich mehr. Auch einige kleine Annehmlichkeiten, die Zeitschrift, in der man blättern kann, und der heiße Kaffee sind erst einmal tabu.

Geschnitten, gefönt und gefärbt wird zudem mit Maske. Und die werden sowohl Kunde als auch der Friseur tragen. „Wir haben es schon probiert. Es ist ungewohnt, aber machbar“, sagt Müller. Er werde Masken mit Gummibändern verwenden, die um die Ohren gelegt werden. Arbeitet der Friseur in diesem Bereich, muss der Kunde die Maske auf einer Seite kurz mit der Hand festhalten. Auch das nun obligatorische Waschen der Haare sei möglich. Trockenhaarschnitte sind erst einmal untersagt, weil Viren offenbar an Haaren gut haften und lange Zeit überleben, trockene Haarabschnitte leichter durch die Luft schwirren.

Schichtdienst und geänderte Öffnungszeiten

Am Sonnabend kommen Wilk Müller und seine Mitarbeiter zusammen, um die Abläufe noch einmal durchzuspielen. Er hat zwei Teams gebildet, die in Schichten arbeiten werden. Das hat zwei Gründe. Da ist zunächst die Abstandsfrage im Salon, die so leichter einzuhalten ist. Der zweite Grund ist, dass vor allem junge Mütter durch die Schichtdienste die Betreuung ihrer Kinder besser organisieren können. Die Kitas sind ja noch geschlossen.

Durch den Schichtdienst ändern sich auch die Öffnungszeiten. Wie viele Friseursalons war bei Müller bislang der Montag Ruhetag. „Aber wir öffnen am Montag. Das werden auch viele meiner anderen Kollegen so machen“, ist sich Wilk Müller sicher. Auch am Abend und sonnabends wird er länger offen haben als gewohnt. Dennoch rät er dringend von spontanen Friseurbesuchen ab. „Man muss einen Termin vereinbaren“, betont er.

Ein Friseur, ein Kude, nur mit Termin

Es dürfe im Salon keine wartende Kundschaft geben. Da zudem das Prinzip „Ein Friseur - ein Kunde“ gelte, dauere der Haarschnitt länger. Außerdem müssen die Arbeitsplätze, Scheren und Kämme immer wieder desinfiziert werden. „Und meine Mädels brauchen auch mal eine Pause, man kann nicht eine ganze Schicht unter der Maske durcharbeiten“, sagt Müller.

Nicht zuletzt weist er darauf hin, dass er und seine Berufskollegen längst nicht alle gewohnten Dienstleistungen anbieten dürfen. Wimpern färben und Bart schneiden, das sei nicht gestattet. Zudem wird man wohl künftig für den Friseurbesuch etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Wilk Müller überlegt eine Hygienepauschale, um die zusätzlichen Kosten, beispielsweise für die vorgeschriebenen Einwegmasken, wieder zu decken.

Wie hoch diese genau sein werde, könne er aber noch nicht sagen. Ganz sicher ist, dass alle Salons die Kontaktdaten ihrer Kunden speichern. Auch eine neue Vorschrift. Bis zu vier Monate soll es so möglich sein, im Fall einer Corona-Erkrankung die Infektionswege nachzuverfolgen und Kontaktpersonen zu informieren.

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