Corona-Pandemie
: Familie des Circus Sensationell in Groß Muckrow gestrandet

Die Einschränkungen treffen viele hart, die keinen festen Wohnsitz haben. So auch die Zirkus-Familie Renz.
Von
Peggy Lohse
Groß Muckow
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Seit zehn Tage stehen sie schon ohne Auftritte in Groß Muckrow: Marcello, Kathy und Virginia Renz sowie Marco Schickler (v. l.) vom Circus Sensationell

Jörn Tornow

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Letztes Jahr tourte der kleine Familienzirkus mit Zelt, Tieren und Wagen noch durch Niedersachsen und Wittenberg. Seit August sind sie in Brandenburg, in Groß Muckrow stehen sie jetzt seit zehn Tagen. „Am Wochenende sollten wir eigentlich in Neuzelle auftreten“, so Renz, „danach in Markgrafpieske.“ Gerade jetzt in den Frühlingsmonaten beschere die Corona-Krise dem Zirkus die größten Verluste. „Wir spielen im Jahr neun Monate, von März bis November“, erklärt Renz. „Im März und April sind die Besucherzahlen aber normalerweise besonders hoch, denn im Sommer wird es dann oft zu heiß im Zelt.“

So steht die Familie nun vor einer echten finanziellen Herausforderung: „Unsere letzten Ersparnisse haben wir jüngst für die Reparatur eines Lkw ausgegeben, um gerade jetzt wieder richtig lostouren zu können“, sagt Renz. Jetzt haben wir praktisch nur das Kindergeld zum Leben.

Unterstützung vor Ort

Umso dankbarer ist die Familie für die unbürokratische Unterstützung, die sie in Groß Muckrow erfährt. „Anwohner bringen uns Geld-, Essens- und Futterspenden auch für die Tiere“, sagt sie. Und auch Ortsvorsteher Maik Koschak und Friedlands Bürgermeister Thomas Hähle unterstützen die Gestrandeten, so weit sie können.

Der Aufenthalt des Zirkus’ widerspreche zwar einigen Regeln, beispielsweise, dass man sich nicht auf öffentlichen Plätzen und in Gemeindezentren aufhalten solle. Und das nutze die Familie Renz auch. Dennoch soll der „Circus Sensationell“ bis zur Aufhebung der Corona-Beschränkungen in Groß Muckrow bleiben können. Solange Veterinär- oder Ordnungsamt nichts Gegenteiliges verlauten ließen. „Gerade in Zeiten wie diesen müssen wir doch alle noch ein bisschen sozialer miteinander umgehen“, meint Hähle.

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