Corona-Zeiten
: Soldaten helfen im Gesundheitsamt Oder-Spree

Soldaten unterstützen das Gesundheitsamt in Oder-Spree im Kampf gegen Corona. Auf der Burg Beeskow wurden die Helfer begrüßt.
Von
Monika Rassek
Beeskow
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Oberst Olaf Detlefsen lässt sich von Hauptfeldwebel Erik Bieler und Dr. Ricardo Saldaña-Handreck, Amtsleiter des Gesundheitsamtes Oder-Spree, die Arbeitsabläufe erklären.

Jörn Tornow

„Ich freue mich, dass uns die Bundeswehr mit fünf Soldaten unterstützt und bedanke mich“, betont der Landrat in seiner kurzen Rede. Denn das Personal im Gesundheitsamt habe ein immenses Pensum zu bewältigen. Auch Oberst Olaf Detlefsen dankte dem Landrat, weil er bereits zu so einem frühen Zeitpunkt auf die Bundeswehr zukam. Im Hinblick auf das noch Kommende: „Die jetzt zunehmenden Lockerungen der Einschränkungen erfordern ein besonderes Augenmerk auf die Infektionsketten.“

Soldaten am Telefon

Derzeit unterstützen fünf Bundeswehrsoldaten aus dem aktiven Dienst des Informationstechnikbataillon 381 in Storkow (Mark) die Mitarbeiter im Gesundheitsamt bei der Ermittlung von Kontakten infizierter Personen und an der Hotline. Hauptfeldwebel Erik Bieler, der sonst im IT-Bereich tätig ist, erklärt: „Meine Erfahrungen halfen, mich schnell in das elektronische System einzufinden.“ Er sei zwar nicht psychologisch ausgebildet, aber jeder Mensch verfüge über persönliche Erfahrungen. Auch könne er im Zweifel immer an einen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes übergeben.

Sollte es erforderlich werden, kann der Landkreis mit einer Anfrage auf Amtshilfe, fünf weitere Kräfte zur Unterstützung anfordern. „Die Corona-Pandemie ist nicht vorüber. Wir müssen uns auf einen sehr weiten Zeitraum einstellen“, betont Rolf Lindemann. Er habe die Befürchtung, dass mit den kommenden Lockerungen das Risikobewusstsein schwindet und die Anzahl Infizierter wieder ansteigt. Auch Dr. Ricardo Saldaña-Handreck, Leiter des Gesundheitsamtes, fällt es schwer, die derzeitige Lage einzuschätzen: „Keiner weiß, wie lange dieser Zustand andauert und ob es bald eine Therapie in Form einer Impfung gibt.“ Daher befürworte er eine schrittweise und kontrollierte Lockerung der Beschränkungen.

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Isolation ist Stress

Im Zusammenhang mit der Pandemie wurde das Gebäude des Gesundheitsamtes aufgeteilt. Saldaña-Handreck führt nach dem Burgtermin die Gäste durch das Gebäude. Die untere Etage steht im Zeichen der Pandemie. In den Büros sitzen je zwei Personen, ein Soldat und eine Mitarbeiterin des Amtes. Hauptfeldwebel Erik Bieler setzt sich fürs Foto an „seinen“ Arbeitsplatz. Von dort führt er Gespräche mit Infizierten, fragt wie es ihnen geht, ob die Versorgung gewährleistet ist und ob es Sorgen gibt.

200 Telefonate gehen täglich ein. Menschen schildern ihre Ängste und Probleme. Die meisten Gespräche dauern länger als fünf Minuten. „Mehr als 140 Menschen befinden sich derzeit in Isolation“, sagt Saldaña-Handreck. Das sei Stress, denn 14 Tage seien nicht die Regel, eher vier bis sechs Wochen. Und das sei für Familien schon ein echter Härtetest.