Alles kommt zusammen: Die Städtepartnerschaft mit dem polnischen Sulęcin feiert 15-jähriges Bestehen. Die sanierte Mauer der Friedländer Streleburg ist fertig. Und der jährliche Tag des offenen Denkmals wird im Landkreis Oder-Spree auch analog begangen. Und eröffnet wird er nun genau hier: auf der Burg Friedland, am Sonntag, dem 13. September, ab 11 Uhr.
Zusätzlich zur Eröffnung durch Vertreter des Landkreises soll auch Dariusz Ejchart, Bürgermeister der Partnerschaft Sulęcin, zur Übergabe des Förderprojekts der nun fertiggestellten Burgmauer anreisen.

Programm mit Abstand, Musik und Film

Burgherr und Vorsitzender des Fördervereins, Lutz-Bodo Knöfel, bietet stündlich - 12, 13 und 14 Uhr - Burgführungen an. Um die Infektionsschutzmaßnahmen einzuhalten, werden die Teilnehmerzahlen auf zehn Personen begrenzt sein, erklärt Jana Nowka von der Touristeninformation auf der Burg. Außerdem müssen alle Menschen in den Innenräumen Mund-Nasenschutz tragen.
Auf einem Bildschirm zwischen den Räumen wird auch ein neuer Image-Film zu sehen sein: „Er zeigt, wie wir die Burg seit 2004 wieder aufgebaut haben, wie viel Leben in unserer Burg ist“, sagt Bürgermeister Thomas Hähle stolz über den Film, der dann auch auf der Video-Plattform You-Tube öffentlich zugänglich sein werde.
Reinhardt Keil bietet außerdem um 12 und 14 Uhr jeweils Stadtführungen durch Friedland an. Dabei muss nur auf Abstand geachtet werden, Anzahlbegrenzung und Maskenpflicht gebe es dabei nicht, so Nowka.
Auf dem Burghof wird es Livemusik von Irish Folk bis zu beliebten Klassiker geben. Für das leibliche Wohl sorgt Cucina Verde sowohl in der Burgschänke als auch zusätzlich mit einem Stand auf dem Hof.

Aufgefrischte Burgmauer mit 719 Jahren

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg Friedland im Jahr 1301. 1307 ging sie in den Familienbesitz des Timo von Strehle (später erst verlor der Name das „h“) über. Seit dieser Zeit trägt sie das heute noch gültige Wappen, drei weiße Sensen auf rotem Untergrund. 1518 wurden die Güter an Johanniter-Ordensmeister Georg von Schlabrendorf verpfändet. Ab da war die Burg im Besitz der Johanniter.
1934 bis 1942 wurde die Burg als Truppführerschule des Reichsarbeitsdienstes genutzt. Nach dem Krieg wurden Flüchtlinge hier untergebracht. Später war sie wie seit es des 19. Jahrhunderts auch Schule. Seit 1984 ist die gut erhaltene Burg als Denkmal geschützt. Heute beherbergt sie eine Dauerausstellung sowie in der Turmgalerie wechselnde Ausstellungen.
Die Burgmauer wurde nun seit 2018 saniert. Die Bauüberwachung übernimmt das Beeskower Ingenieurbüro Wiebicke. Die Kosten der beliefen sich über 300.000 Euro. Dafür wurden Mittel aus dem Topf zur Förderung deutsch-polnischer Projekte (Interreg) eingesetzt. Die Förderquote beträgt 85 Prozent. ursprünglich sollte die Mauer bereits zum Friedland-Treffen 2019 fertiggestellt worden sein, die Restauration des alten Mauerwerks dauerte letztlich aber doch länger als geplant.
Mit der Burg Storkow und der Burg Beeskow beteiligen sich zwei weitere Streleburgen am Tag des offenen Denkmals. Unter Beachtung der aktuellen Hygienevorschriften wird die Burg Beeskow am Sonntag bei freiem Eintritt Einblicke in den Bergfried und in das Salzhaus gewähren. Das Musikmuseum bietet zudem um 11, 13 und 14.30 Uhr gratis Kurzführungen mit maximal zwölf Personen an. Außerdem sind ab 10, 12 und 14 Uhr kostenfreie Rundgänge durch die historische Burganlage im Angebot, bei denen man auch sonst nicht zugängliche Räume sehen kann.
Die regulären Führungen durch das Kunstarchiv um 11, 12.30, 14 und 15.30 Uhr laufen dagegen nur mit Voranmeldung und sind nicht kostenfrei.