Einkaufszentrum Wildau: Kunst aus Beeskow trifft auf Kommerz bei der Art A10
Die „ART A10“ ist eine Kunstausstellung, die jedes Jahr im Center Wildau organisiert wird. Die Ausstellung kann beim Einkaufen kostenfrei angeschaut werden, die Fläche umfasst etwa 1.000 Quadratmeter und ist in verschiedene Themenbereiche wie Malerei, Grafik, Fotografie und Bildhauerei unterteilt. KünstlerInnen aus der Region Berlin-Brandenburg zeigen ihre neuesten Arbeiten. Ähnlich wie bei einer internationalen Kunstmesse bietet die Ausstellung der regionalen Kunstszene eine Plattform und eine Chance, ihre Werke mehr als 350.000 Besuchern präsentieren zu können, heißt es seitens des Veranstalters.
Und das Publikum kann nicht nur schauen und staunen, sondern auch wählen, seinen Liebling, der dann geehrt wird.
Aus 200 Bewerbern 28 Künstler ausgewählt
„Knapp 200 Künstler aus Berlin und Brandenburg haben sich für eine Teilnahme an der Ausstellung beworben“, erzählt Kurator Giuseppe Patrizio Medagli. Insgesamt 28 Künstler haben die Chance bekommen und würden derzeit ihre Werke ausstellen. Zu diesen gehört auch Rostyslav Voronko, Künstler für dekorative Kunst und Restaurator aus Beeskow. Er ist von Anfang an dabei gewesen, sagt er.
„Seit 2015/ 2016 nutze ich die Möglichkeit, meine Arbeiten hier zu präsentieren“, erzählt er. Das sei eine gute Promotion und er hätte dadurch auch schon Bilder verkaufen können. Sein Bild „Burg Beeskow, Bergfried in der Nacht“, Acryl/ Wellpappe auf Sperrholz, können Interessenten beispielsweise für 2200 Euro mit nach Hause nehmen.
Künstliche Intelligenz als Konkurrenz zur Kunst?
Die Wellpappe als Material hat er zufällig für sich entdeckt: „Das Licht auf dem Untergrund fasziniert mich.“ Und es sei schwer, etwas Neues zu finden, um als Künstler einzigartig zu sein, sich von der Masse abzuheben. „Um ein gutes Bild zu machen, ist manchmal notwendig zehn zu erstellen, auch dem den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden“, betont er. Und ja, es wäre schöner, in einer Galerie auszustellen, aber die gebe es nicht mehr in der Zahl, wie noch vor einigen Jahren.
Dazu komme die KI (künstliche Intelligenz), wodurch viele ihre Arbeit verloren hätten. „Gute Drucke gibt es in jedem Baumarkt.“ Wo sieht er die Vorteile dieser Art von Ausstellung? „Beeskow ist nicht so stark frequentiert wie das Einkaufszentrum und hier sehen wirklich sehr viele Menschen die Werke.“ Und manchmal sei dann eben jemand dabei, der ganz spontan ein Bild kauft oder Kontakt aufnimmt.

Der Beeskower Künstler Rostyslav Voronko vor seinem Bild „Burg Beeskow, Bergfried in der Nacht“. Als neues Material hat er die Wellpappe für sich entdeckt.
Monika RassekBislang viel positive Resonanz erhalten
Ein weiterer Beeskower, der seine Bilder zur Schau stellt, ist der vielseitige Künstler Mario Lehmann, der auch als Lemmi bekannt ist. Auch er hat etwas Neues mitgebracht, fünf Bilder seiner 3D-Malerei. „Im letzten Jahr war ich zum ersten Mal dabei, habe aber kein Bild verkauft“, sagt er. Lemmi hätte jedoch gute Kontakte geknüpft und auch eine Anfrage von einer Firma aus Fürstenwalde. „Somit ist das hier eine gute Gelegenheit, sich zu präsentieren.“
Die neuen Bilder seien teurer, weil er eine andere Technik gewählt habe, die sehr aufwendig sei und den 3D-Effekt ergebe. Demnächst seien diese auch im „Kukuryku“ in Frankfurt Oder zu sehen. „Ich bin auf der Suche nach neuen Ideen, kann nicht im Stillstand verharren“, verrät er. Bislang habe er sehr viel positive Resonanz erhalten. Sein Chamäleon-Girl ist für 2300 Euro zu haben.

Mario Lehmann aus Beeskow stellt seine neuen 3D-Bilder vor, die demnächst auch in Frankfurt Oder, im „Kukuryku“ zu sehen sind.
Monika RassekBesucher erfreuen sich an ausgestellten Werken
Die Menschen im Center begrüßen die Ausstellung als willkommene Abwechslung. Angelika bewundert mit ihrer Enkelin Hanna „Das Meer“ (Öl auf Leinwand) für 1.300 Euro. „Das ist ein sehr schönes, natürliches Bild“, schwärmt sie. Kaufen allerdings werde sie es nicht. „Das hat aber nichts mit dem Preis zu tun“, betont sie. Doch sie hätte schon viele gemalte Bilder.
Auch Jürgen erfreut sich an der Kunst: „Es ist sehr angenehm, dass es mal etwas anderes zu gucken gibt. Manches gefällt, interessant ist es allemal.“ Kaufen werde er nicht, er habe schon viel zu Hause. Und Ingo, der aus Zeuthen kommt, freut sich, dass es wieder eine Ausstellung gibt. „Kaufen kommt für ihn allerdings nicht infrage, obwohl die Preise bestimmt gut bemessen sind.“
Abstimmen für Publikumspreis noch möglich
Und dann ist da noch die Vergabe des „Kunstpreises Brandenburg“, der mit 5000 Euro dotiert ist – der erste Preis mit 3000 Euro, der zweite mit 1500 Euro und der dritte Preis mit 500 Euro. Das Publikum kann aus allen Kunstschaffenden ihren Favoriten wählen, der mit dem Publikumspreis geehrt werden soll.
Noch bis zum 5. November (verkaufsoffener Sonntag) kann die Ausstellung besucht und bis Sonnabend, 4. November, für die Auslobung des Publikumspreises im Center abgestimmt werden. Die bisherigen Gewinner des „Kunstpreises Brandenburg 2023“ wurden bereits im Rahmen der Vernissage ausgezeichnet. Der 1. Preis ging an Violeta Vollmer, der 2. Preis an Ralf Kleine.
Öffnungszeiten
A10 Center, 15745 Wildau, Chausseestraße 1, Mo. - Sa.: 10 - 20 Uhr, Sonntag, 5. November: 13 - 18 Uhr






