Energiekonferenz
: Zukunft der Erneuerbaren Energien gemeinsam gestalten

Welche Chancen bietet die Energiewende für Kommunen? Darüber informiert die dritte Regionale Energiekonferenz Oderland-Spree in Frankfurt.
Von
Michael Heider
Beeskow
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Ein Feld mit Photovoltaik-Modulen und Schafen am Charlottenhof in Beeskow.  Über zwanzig solcher Freiflächenanlagen sind im Landkreis Oder-Spree zu finden.

Jörn Tornow

Zufrieden steht Philipp Zenz in den Räumen der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland Spree im Beeskower Rathaus. Als Regionaler Energiemanager ist er für die Organisation der dritten Regionalen Energiekonferenz, die am Dienstag im Frankfurter Kleist Forum stattfinden wird, verantwortlich. „Ich habe da schon ein paar Monate drangesessen.“ Erst einen Tag zuvor habe er die Vorbereitungen zur Konferenz endgültig abgeschlossen. Eine Änderung an der Tagesordnung hätte es noch gegeben. Die Europa-Universität Viadrina wird ihr Forschungsprojekt Score vorstellen. Es soll untersuchen, wie auch einkommensschwächere Haushalte an der Energiewende beteiligt werden können.

„Chancen der Energiewende nutzen – Zukunft gemeinsam gestalten“ lautet denn auch der Titel der Veranstaltung. Im Fokus stünden dabei vor allem die Kommunen, erklärt Zenz. Die Referenten werden Fragen rund um die Themen Verkehr und Energieerzeugung behandeln. Ein Schwerpunkt: Potentiale der E-Mobilität. Ein Bereich, der ihm durchaus vertraut ist. Erst jüngst hat das Regionale Energiemanagement hierzu eine Potentialanalyse für Brandenburg vorgelegt.

In Beeskow sieht Energiemanager Zenz „gutes Potential“ für Ladeinfrastruktur. Seit 2018 gebe es entsprechende Planungen, selbst eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde für bis zu vier Ladesäulen im historischen Stadtkern liege vor. Ein geeigneter Investor fehle jedoch. Die Kreisstadt selbst möchte nicht in diese Rolle schlüpfen. Dies sei „einfach noch nicht wirtschaftlich“, so Zenz. Den hohen Kosten für Betrieb und Wartung stehe eine zu geringe Anzahl der zu erwartenden Ladevorgänge gegenüber. „Eine Herausforderung, die sich vielen Kommunen stellt.“

Laut Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamtes wuchs die Anzahl der E-Autos im Landkreis Oder-Spree im Vorjahresvergleich zwar um über 70 Prozent. In absoluten Zahlen heißt dies allerdings, dass im Moment lediglich 82  Fahrzeuge zugelassen sind. „Aktuell kann man damit kein Geld verdienen“, bilanziert der Energiemanager.

Solarenergie ebenfalls Thema

Auch der Themenbereich Photovoltaik wird auf der anstehenden Konferenz eine Rolle spielen. Ein Bereich, in dem sich viel tue. „Die Flächengröße steigt bei den Vorhaben der letzten Jahre.“ Zenz fügt jedoch an: „Oder-Spree ist immer noch relativ verschont vom Ausbau der Photovoltaik. Ganz klar.“ Lediglich 24 Freiflächenanlagen wurden im Landkreis bisher realisiert, zwei befänden sich noch in Planung. In Märkisch-Oderland sind es doppelt so viele.

Der Energiemanager empfiehlt jedoch den Ausbau von Anlagen im privaten Bereich. Vor allem auf Dächern. Diese sollten Vorrang vor der Ausweisung großer Freiflächen haben. Der Bürger selbst habe „dann die Möglichkeit, den erzeugten Strom selbst zu nutzen." Reich werden würde man dadurch zwar nicht, "aber man senkt seine Stromkosten.“ Bewohner des denkmalgeschützten Stadtkerns in Beeskow dürften es allerdings etwas schwerer haben. Denn: „Nur wenn eine PV-Anlage im historischen Stadtkern versteckt oder nicht einsehbar ist, dann ist es erlaubt.“