Ernte: Qualität besser als im Vorjahr

Futtergerste wird an der Straße nach Krügersdorf von der Domäne Beeskow gedroschen. Hier wird der Mähdrescher abgebunkert. Der Bunker im Mähdrescher kann bis zu fünf Tonnen Getreide fassen. Die Futtergerste geht in den Handel. 68 Hektar Futtergerste hat die Domäne Beeskow angebaut.
Jörn TornowGetreide zu schnell abgereift
Mit der Wiesenmahd, die je nach Betrieb ein oder zwei Mal durchgeführt wurde, könnten die Landwirte dagegen zufrieden sein. Die Wintergerste ist ertragreicher als im Vorjahr ausgefallen. Der Hektarertrag liegt bei etwa 5 Tonnen, im Vorjahr waren es nur 4,2 Tonnen, in guten Jahren sind es 6 und mehr Tonnen. Auch der Schmachtkornanteil, ein Qualitätsparameter, liegt mit 2 bis 4 Prozent deutlich unter Marke des Vorjahres (rund 10 Prozent).
Roman Roggatz von der Domäne Beeskow hat am Mittwoch die letzte Wintergerste vom Acker geholt. Mit dem Ertrag von 5 Tonnen je Hektar ist er nicht zufrieden. Der Regen habe gefehlt, vor allem in der Kornfüllungsphase. Ob Regen den verbliebenen Feldfrüchten jetzt noch hülfe? „Höchstens dem Mais und den Sonnenblumen“, so der Landwirt.
Mitte des Monats geht es mit der Rapsernte los, offenbar zunehmend ein Sorgenkind der Branche. Die Landwirte kämpfen mit den Folgen des seit 2014 wirksamen Verbots der nikotinioden Beize des Saatguts. Durch Wurmbefall an den Wurzeln entwickelt der Raps schlechtere Erträge. Hinzu kommen sinkende Vermarktungspreise. Erschwerend wirkt, dass zum Zeitpunkt der Aussaat im vorigen Jahr zu wenig Wasser im Boden vorrätig war, was die Frühentwicklung der Pflanzen gehemmt hat.
Die Roggenernte, die etwa zeitgleich mit der Rapsernte beginnt, verspricht interessant zu werden. „Der Roggen sieht oben gut aus, nur die Stengel sind noch zu feucht“, so Karsten Lorenz. Feuchtes Stroh kann man schlecht einlagern. Erntezeit bedeutet nicht nur für die Landwirte auf den Feldern Hochbetrieb, sondern auch für die Mitarbeiter an der Annahmestelle des Fürstenwalder Standortes der Futtermittel–Getreide–Landhandel GmbH (FGL). Täglich sind bis zu hundert Lastwagen am Silo, um ihre kostbare Fracht abzuliefern. Sie kommen aus der Region — dem Oderbruch, südlich von Berlin, aus den Dörfern rund um Beeskow und aus der Storkower Ecke.
Seit rund zwei Wochen läuft die Ernte von Wintergerste auf Hochtouren. „Aber auch die ersten Probedrusche von Erbsen und Raps sind schon eingetroffen“, erzählt Silomeister Uwe Bucksch. Einige betriebe wie zum Beispiel die Fürstenwalder Agrarprodukte in Buchholz sind mit der Gerste schon durch.
Temperatur, Gewicht, Proteingehalt und Restfeuchte gehören zu den Parametern, die Erntehelferin Sandra Bucksch ermittelt. Zudem achtet sie auf Verunreinigungen wie Stiel– oder Unkrautanteile, Fremdkornbestandteile oder ausgewachsene Körner, die bereits zu keimen beginnen.
Sorgenkind Raps
„Die Qualität der Körner ist in diesem Jahr deutlich besser als im vorigen“, urteilt Uwe Bucksch. Allerdings ist das Getreide ziemlich trocken, was dem Landwirt wiederum zusätzliche Trocknungskosten erspart. Bis Mitte August ist in der Annahmestelle Hochsaison. Dann ist sie rund um die Uhr im Dreischicht–System besetzt. Das Stammteam hat dann Verstärkung von 12 Erntehelfern.
Der zweite Hitzesommer in Folge: Wie reagieren die Landwirte auf diese Bedingungen? „Wir müssen verstärkt über Klimaanpassungs–Strategien nachdenken“, meint Lorenz. Dazu zählen hitze– und trockenheitsresistente Sorten, Methoden der Bodenbearbeitung und der Aufbau einer Bewässerungs–Infrastruktur.
