Fasching: Zampern mit Fuchs und Gänsefedern
Bis nach Beeskow wagten sich die Neuendorfer vor. Denn dort werden sie von den Bewohnern der Vorheide und des Wacholderrings immer herzlich empfangen. Begleitet wurden sie auf ihrer Zampertoru in diesem Jahr von den Gaudi–Buam. Ein besonderer Hingucker waren die vielen selbstentworfenen Verkleidungen. Unter anderem zog das Kostüm von Mandy Lehmann, die als Pusteblume mitzamperte, viele Blicke auf sich. Ein Hut, an den sie Schaschlik–Spieße mit aufgeklebten Federn von Radinkendorfer Gänsen befestigte, rundete ihr Outfit ab. Zusammen mit Jana Wüstenberg, Dajana Müller, Kathrin Jantze und André Lehmann — die allesamt selbstgemachte Kostüme trugen — zamperten so alle vier Jahreszeiten in Neuendorf mit. „Wir sprechen uns nie ab“, gestanden sie, „aber irgendwie passt es dann doch immer“. Nach dem Zampern lud man zum Tanz ins Neuendorfer Gasthaus, wo die Soundup–Liveband auftrat und Stimmung auf die Tanzfläche brachte. Die Neuendorfer machten selbstverständlich ebenso viel Stimmung. Unter dem Thema „Die Stars zu Besuch in Neuendorf“ schlüpften sie in die Rollen von Helene Fischer, Kerstin Ott und Vanessa Mai. Und selbst die Draufgänger waren mit dem aktuellen Partyhit „Cordula Grün“ vertreten. Höhepunkt der Show waren die Jacob Sisters, dargestellt von den „Fastnachtsrentnerinnen“ Ute Lehmann, Helga Lehmann und Christa Böhme.
Mit den Oder–Spree–Musikanten versuchten auch die Ahrensdorfer, den Winter zu vertreiben. In gemütlicher Runde zogen sie ab Mittag in lustigen Kostümen von Haus zu Haus. Antje und Lana Winkler etwa waren als ziemlich gewichtige Ballerinen unterwegs. Cornelia Kopca und Silke Seidel hingegen zogen das Kostüm der braven Nonne vor und Pfarrer Moppi passte natürlich auf, dass sie es nicht zu bunt trieben. Am Abend ging es im Gasthaus Fünfhausen mit Peats Partyband und lustigen tänzerischen Einlagen munter weiter. Höhepunkt waren „Die Schnellsten Beine von Ahrensdorf“ mit einem Strumpfhosentanz.
In Stremmen wurde am Sonnabend mit den Zeisigberger Musikanten gezampert. Und die illustre Gesellschaft war dabei nicht alleine. Auf einem großen Strohschober auf einem Feld nicht weit ab vom Dorf saß — ganz entspannt — ein Fuchs in der Sonne und beobachtete das Geschehen von seinem Aussichtspunkt aus. Damit löste Reineke große Aufregung aus. Mit Ferngläsern wurde der vermeintliche Wolf beobachtet, bis sich einige Mutige anpirschten und ihn damit vertrieben und seine wahre Identität aufdeckten. Am Abend wurde in Stremmen mit der VOX–Band getanzt. Für ein unterhaltsames Programm sorgte die Jugend des Dorfes. Zu siebent übten sie seit Anfang Oktober Sketche und Tänze zum Thema „Weltreise“ ein und entführten ihre Zuschauer auf dieser in die USA, nach Russland, Deutschland, Polen und Afrika. Mit einem zünftigen Frühschoppen und Eisbeinessen ließ man das Fastnachtswochenende am Sonntag gemütlich ausklingen. Aus den Eiern, die während des bunten Umzuges eingesammelt wurden, stellen die Stremmener Eierlikör her, den sie sich bei einer Sommerparty schmecken lassen.
Mit dem Bla–Mu–Echo voran und mit Ralf Zamzow als Treiber, „damit die Fastnachtsgesellschaft nicht auseinanderfällt“, lachte er, seinen großen Hirtenstab schwingend, zamperten am Sonnabend die Narren von Philadelphia ihren sich so ziemlich drei Kilometer hinstreckenden Ort entlang. Die Freiwillige Feuerwehr sowie die Volleyballer hatten „Auf in den Frühling“ eingeladen, um dem „Winter ade zu sagen“, so Ralf Zamzow, der die Organisation in der Hand hatte. Bei dem spendenfreudigen Dorf zog man gleich mit drei Bollerwagen los. Aber auch fünf Kinderwagen waren dabei. „Unser Nachwuchs“, schmunzelte der Treiber, „wird beizeiten rangezogen.“ Die Frauengruppe des Ortes, auch Weiberrunde genannt, war als Krümelmonster dabei. Zwei Pärchen liefen als Bären mit, und eine vierköpfige Familie schüchterte die Gesellschaft als Piraten ein. Trotzdem es bald bei jedem dritten Grundstück einen Imbiss gab, hatte die Freiwillige Feuerwehr noch eine eigene Imbisspause mit Nahrhaftem eingelegt. „Der Tag ist schließlich lang von 10 bis 16 Uhr“, hatten die Kameraden er–kannt.



