Gärtnern
: Blütenmeer trotz Minusgraden

Im Winter befinden sich Gärtnereien in einer besonderen Situation. Um Heizkosten zu sparen, setzten die Gärtner auf Pflanzen die nur wenig Heizenergie erfordern oder ganz darauf verzichten können.
Von
Jörn Tornow
Beeskow
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  • Schon im Januar in voller Blüte: Jens-Uwe Kucher von der Gärtnerei Kucher in Friedland zeigt den Zustand der Hornveilchen. Das Zelt wird aus wirtschaftlichen Gründen nicht beheizt und die Blumen vertragen das bestens.

    Schon im Januar in voller Blüte: Jens-Uwe Kucher von der Gärtnerei Kucher in Friedland zeigt den Zustand der Hornveilchen. Das Zelt wird aus wirtschaftlichen Gründen nicht beheizt und die Blumen vertragen das bestens.

    Jörn Tornow
  • Teilweise beheizt: Michael Behrens aus Lieberose zeigt die Ölheizung, die ein Zelt auf 0 Grad Celsius hält.

    Teilweise beheizt: Michael Behrens aus Lieberose zeigt die Ölheizung, die ein Zelt auf 0 Grad Celsius hält.

    Jörn Tornow
  • Abgezupft: Hannelore Märkel entfernt die Hornveilchen-Blüten, die ohnehin nicht bis zum Verkauf durchhalten.

    Abgezupft: Hannelore Märkel entfernt die Hornveilchen-Blüten, die ohnehin nicht bis zum Verkauf durchhalten.

    Jörn Tornow
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Zum  größten Teil werden Stiefmütterchen und Hornveilchen angebaut.

Gegen Herbstende werden der Gärtnerei Kucher in Friedland die Stiefmütterchen als winzige Jungpflanzen angeliefert. Die Pflanzen haben einen Ballen Erde in Fingerhutgröße unten dran und werden in 60 Zentimeter breiten Paletten angeliefert.

Die Stiefmütterchen und die optisch ähnlichen Hornveilchen vertragen Frost. Die robusten Blumen wachsen in der Friedländer Gärtnerei in Gewächshäusern. Sie überleben auch —20 Grad Celsius. Das bedeutet, es ist nicht nötig, das Gewächshaus zu beheizen, was Kosten spart. „Mit Heizung wären die Stiefmütterchen nicht wirtschaftlich“, sagt Chef Jens–Uwe Kucher.

Früher seien die Stiefmütterchen unter freiem Himmel großgezogen worden. Unter Null Grad werden bei der Gärtnerei Kucher  die Stiefmütterchen abgedeckt, weil die Pflanzen sonst vertrocknen würden. „Eine Bewässerung ist bei Frost nicht möglich“, sagt Kucher. Ein leichter Kunststofffließ wird auf den Pflanzen abgelegt, dieser hält die Feuchtigkeit in den Pflanzen.

Vor Ostern werden die ersten Stiefmütterchen und Hornveilchen gewöhnlich verkauft, etwa im April neigt sich der Verkauf dem Ende zu. Einige Ranunkeln und Priemeln werden in einem frostfreien, also einem beheizten Gewächshaus, großgezogen. „Für die Aufzucht der Pflanzen muss der Gärtner im Wesentlichen lüften, düngen, Pflanzenschutz gegen Pilzbefall anwenden und gießen“, erklärt der Gärtnerei–Chef.

Im Blumenhaus Märkel in Beeskow kommen Mitte Februar viele Jungpflanzen ins Gewächshaus. Erst dann wird ein Teil der Gewächshäuser beheizt, um den Frost abzuwehren. Im Moment sind nur die genügsamen Stiefmütterchen und Hornveilchen unter Glas. „Die ersten Blüten werden abgezwickt“, berichtet Hannelore Märkel.  Sie seien bis zum Verkauf ohnehin vertrocknet.

In der Schlossgärtnerei Lieberose wird ein Folienzelt mit Hilfe von Heizöl auf null Grad Celsius gehalten. In dem Gewächshaus wachsen Nelken, Bellis, Ranunkeln und einige Kräuter. Damit die Wärme nicht so schnell verloren geht, ist es als Doppelfolienzelt ausgeführt. „Ein Gebläse pumpt Luft zwischen die Zeltfolien“, sagt Mitarbeiter Michael Behrens. Stiefmütterchen, Hornveilchen, Priemeln und Vergissmeinnicht kommen auch hier ohne Heizung aus. Die Priemeln bekommen ab —10 Grad Celsius einen Folienüberzug und die Stiefmütterchen unter —20 Grad. Mitte Februar kommen in Lieberose dann die Jungpflanzen für den Balkon an. Der Verkauf der Pflanzen startet im März.