Gastronomie
: Wirte wagen Wiedereröffnung ihrer Lokale in Oder-Spree

Margrit Simke-Schulz lässt die neue Freiheit zur Wiedereröffnung ihres Landgasthofs in Herzberg langsam angehen.
Von
Monika Rassek
Beeskow
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  • Obwohl es noch nicht so aussieht: Morgen Mittag wird Margit Simke-Schulz ihren Landgasthof in Herzberg, einem kleinen Ort in der Gemeinde Rietz-Neuendorf, öffnen.

    Obwohl es noch nicht so aussieht: Morgen Mittag wird Margit Simke-Schulz ihren Landgasthof in Herzberg, einem kleinen Ort in der Gemeinde Rietz-Neuendorf, öffnen.

    Monika Rassek
  • Oben: Obwohl es noch nicht so aussieht: Morgen Mittag wird Margit Simke-Schulz ihren Landgasthof in Herzberg, einem kleinen Ort in der Gemeinde Rietz-Neuendorf, öffnen. Links: Gino Saidi bereitet seine Trattoria da Gino in Storkow für Besucher vor. Er hat erst Anfang März, kurz vor Ausbruch der Pandemie, eröffnet.

    Oben: Obwohl es noch nicht so aussieht: Morgen Mittag wird Margit Simke-Schulz ihren Landgasthof in Herzberg, einem kleinen Ort in der Gemeinde Rietz-Neuendorf, öffnen. Links: Gino Saidi bereitet seine Trattoria da Gino in Storkow für Besucher vor. Er hat erst Anfang März, kurz vor Ausbruch der Pandemie, eröffnet.

    Bernhard Schwiete
  • Post vom Landkreis: Eddy Rintisch vom Gasthaus "Eddys am Kanal" in Wendisch Rietz zeigt das Schreiben, in dem die Regelungen notiert sind. Halte er sich an die Vorschrift von einem Gast pro zehn Quadratmeter, könne er nur sechs Gäste gleichzeitig bewirten.

    Post vom Landkreis: Eddy Rintisch vom Gasthaus "Eddys am Kanal" in Wendisch Rietz zeigt das Schreiben, in dem die Regelungen notiert sind. Halte er sich an die Vorschrift von einem Gast pro zehn Quadratmeter, könne er nur sechs Gäste gleichzeitig bewirten.

    Bernhard Schwiete
  • Gut vorbereitet auf die ersten Gäste: Küchenchef Marc-André Uhlenbrock (l.) und Hoteldirektor Tom Cudok im Restaurant Pechhütte des Hotels Esplanade in Bad Saarow. Es gibt eine neue laminierte Speisekarte und Verhaltenshinweise für die Gäste. In der Gaststätte "Zum goldenen Hirsch" in Buckow (Foto unten) sind Anja und Ronald Kraft mit dem Möbelrücken beschäftigt. Noch längst nicht alle Tische stehen an ihren richtigen Plätzen. Auch hier wird versucht, so viel Sitzmöglichkeiten, wie es die Regeln erlauben, aufzustellen. Geöffnet ist ab heute.

    Gut vorbereitet auf die ersten Gäste: Küchenchef Marc-André Uhlenbrock (l.) und Hoteldirektor Tom Cudok im Restaurant Pechhütte des Hotels Esplanade in Bad Saarow. Es gibt eine neue laminierte Speisekarte und Verhaltenshinweise für die Gäste. In der Gaststätte "Zum goldenen Hirsch" in Buckow (Foto unten) sind Anja und Ronald Kraft mit dem Möbelrücken beschäftigt. Noch längst nicht alle Tische stehen an ihren richtigen Plätzen. Auch hier wird versucht, so viel Sitzmöglichkeiten, wie es die Regeln erlauben, aufzustellen. Geöffnet ist ab heute.

    Bernhard Schwiete
  • Optimale Platznutzung wird angestrebt: Noch ohne Gäste, aber mit Schutzausrüstung positioniert Matilda Mekrizvani die Sitzmöglichkeiten. Im Beeskower Schukurama stehen trotz bestmöglicher Raumausnutzung im Ergebnis dennoch weniger Tische.

    Optimale Platznutzung wird angestrebt: Noch ohne Gäste, aber mit Schutzausrüstung positioniert Matilda Mekrizvani die Sitzmöglichkeiten. Im Beeskower Schukurama stehen trotz bestmöglicher Raumausnutzung im Ergebnis dennoch weniger Tische.

    Jörn Tornow
  • Bild 6

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    Jörn Tornow
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Margrit Simke-Schulze, Inhaberin des Landgasthofs Simke in Herzberg, zeigt sich kämpferisch und wird die Gelegenheit nutzen, allerdings erst ab morgen. Ihren Gasthof gibt es seit mehr als 200 Jahren. „Ich hoffe, dass das Wetter mitspielt“, sagt die Chefin, „dann kann ich die Tische draußen im Garten nutzen.“ Der Hof sei groß, Abstände seien leicht einzuhalten. Mit dem Zollstock in der Hand überlegt sie, wie sie die Tische am besten arrangiert, um die 1,50 Meter einzuhalten. Ist mit den Gedanken aber bei der Speisekarte: „Wir werden zur Wiederöffnung Spargel anbieten, mit Schnitzel oder Zander“, sagt sie resolut. Das sind die Klassiker zu dieser Jahreszeit.

Ein wenig verunsichert wirkt die 70-Jährige dann doch. „Ich werde es langsam angehen, denn nach so langer Zeit kann ich nicht einschätzen, wie viel Gäste kommen“, erklärt die Wirtin. Vermutlich würden es nicht so viel werden, die Menschen seien noch vorsichtig. Es sei ähnlich wie beim Friseur. Die Mitarbeiter mit Kundenkontakt müssen Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe tragen und ebenfalls den Mindestabstand von 1,50 Metern zu den Gästen einhalten. Auch die Tische müssen nach einem Gastwechsel gereinigt und desinfiziert werden, oder die Tischwäsche getauscht. „Das ist schon ein gewaltiger Aufwand und ein wenig mulmig ist mir schon“, gesteht Margrit Simke-Schulz. Doch versuchen müsse sie es: „Wir wollen unbedingt zur Normalität zurück.“

Ein Versuch ist es wert

Anmeldungen oder Reservierungen, wie es für Gäste vom Landkreis empfohlen wurde, liegen noch nicht vor, aber am vergangenen Wochenende, als es so schön warm war, wären gern schon einige Radler eingekehrt. In den letzten Wochen hätte sie die bestellten Essen allein ausgegeben. „Nur durch die Vermietung an Monteure bin ich halbwegs über die Runden gekommen“, erklärt die Inhaberin, die sonst von den Veranstaltungen lebt, die abgesagt wurden. Einzig die Zimmerfrau und der Hausmeister waren da. Die drei Köche habe sie schweren Herzens in Kurzarbeit schicken müssen.

Margrit Simke-Schulz kennt die Vorgaben des Kreises, die auf Hinweisen der Gesellschaft zur Förderung von Hotellerie und Gastronomie in Brandenburg mbH basieren. „Nicht alles, was dort steht, ist Zwang“, sagt sie. Es komme auf die Formulierung an: „Das Wort ’sollte’ beispielsweise ist nicht verbindlich, vielmehr eine Empfehlung.“ Aber sie habe Handschuhe da, Desinfektionsmittel und Einweghandtücher und lasse sich nicht verrückt machen. Für die Wirtin ist die Öffnung eine Chance zur Sicherung ihrer Existenz: „Wenn es wirklich nicht funktioniert, mache ich eben wieder zu.“

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