Hochwasser in Beeskow: Angst um angefrorenen Silberreiher führt zu Feuerwehreinsatz

Die Kormorane rasten auf den Bäumen am Flussrand.
Olaf GardtEs ist ein unglaubliches Naturspektakel. Mehrmals am Tag wechseln tausende Wasservögel in Beeskow zwischen Spree und Bahrensdorfer See. Kormorane und Silberreiher fliegen dabei teils unter der Spreebrücke hindurch oder wechseln nur wenige Meter über dem Verkehr ihren Standort. In Beeskow finden die Vögel auch bei Minustemperaturen freies Wasser und können so nach Fischen jagen. Rings um den Bahrensdorfer See bieten Schilfstreifen und kleine Inseln zudem Schutz vor Raubtieren. Die Kormorane nutzen die Erlen am Wasser als Ruhe– und Schlafplatz.
Die Zahl der Wasservögel, die mitten in der Stadt überwintern, steigt von Jahr zu Jahr. Die Silberreiher dürften vor allem aus Osteuropa kommen, vor allem in der Ukraine gibt es große Brutkolonien. In Deutschland wurden erste wenige Bruterfolge der schneeweißen Vögel nachgewiesen.

Beeskow präsentiert sich aktuell als Vogelparadies. Vor allem Silberreiher und Kormorane haben die Spree und den Bahrensdorfer See als Überwinterungsplatz gewählt.
Olaf GardtDie vielen Tiere, die Beeskow in einen offenen Vogel–Zoo verwandeln, locken viele Zuschauer. In den sozialen Netzwerken werden wunderschöne Fotos der Vögel gepostet. Einige Naturfreunde vermuteten am Freitag, dass einer der Silberreiher vor der Schleuse festgefroren sei. Das würde auch geschwächt wirken, wurde auf Facebook berichtet. Es begann eine rege Diskussion, wie zu helfen, wer zu benachrichtigen sei. Polizei, Ordnungsamt, Tierheim und Feuerwehr wurden ins Spiel gebracht.
Rettungseinsatz der Feuerwehr abgebrochen
Der Beeskower Stadtbrandmeister Alexander Voigt hat sich mit einigen Kameraden der Wehr der Sache angenommen. „Wir hatten einen Anruf und sind hingefahren“, berichtet er. Aber alle Vögel seien aufgeflogen, als die Feuerwehrleute in die Nähe kamen. Man habe auch keinen geschwächten, verletzten oder gar toten Vogel gefunden. Wenn Tiere in Not sind, rückt die Feuerwehr aber immer aus, wenn sie informiert wird.
Das Spektakel mit den vielen Wasservögeln dürfte Beeskow noch einige Wochen erhalten bleiben, jedenfalls wenn es weiter winterliche Temperaturen gibt. Dann können neben Kormoranen und Silberreihern auch viele verschiedene Enten, Blesshühner und Möwen an und auf der Spree beobachtet werden.
Der Wasserstand der Spree ist indessen weiter hoch, aber in den letzten Tagen deutlich zurückgegangen. Am 6. Januar wurden noch drei Meter gemessen, am Sonntag hat das Pegelportal Brandenburg nun 2,54 Meter bei fallender Tendenz gemeldet. Die Wasserabflussmenge ist auf 25 Kubikmeter je Sekunde gesunken.


