Ideen: Firmen in Beeskow machen das Internet zum virtuellen Laufsteg

Online-Präsentation: Bastian Gierke stellt die Frühlings- und Sommerkollektion von Herrenmoden Krumnow im Internet vor. Viele Unternehmer in Beeskow entwickeln kreative Möglichkeiten, mit ihren Kunden in Kontakt zu bleiben.
Olaf GardtTäglich nimmt er mit seiner Tochter ein Video auf, das auf Facebook und auf Instagram läuft und in dem es ein paar Teile aus der neuen Frühjahrs– und Sommerkollektion zu sehen gibt. Hemden, Shirts und Anzüge, die Bastian Gierke in diesen Tagen viel lieber bei Herrenmoden Krumnow verkaufen würde.
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Die neue Kollektion war gerade komplett ausgepackt und im Schaufenster des Beeskower Fachgeschäfts präsentiert, als die Corona–Schließungsverfügung kam. Was also tun? „Wir wollen und müssen mit unseren Kunden im Kontakt bleiben“, sagt Gierke. Die Videos helfen dabei. Er hat jeden Abend treue Zuschauer, es gibt ein Sockengewinnspiel und die bunte Jacke, die er beim ersten Videoauftritt präsentierte, ist verkauft. „Wir haben noch Hemden und Shirts mit dem Muster“, macht Bastian Gierke Werbung. Doch klar sei, dass die Onlineangebote und auch die verkauften Gutscheine, die natürlich zu Ostern ein gutes Geschenk seien, die Verluste durch die Schließung nicht ausgleichen werden. "Es trifft alle Mittelständler. Jeder hat jetzt ganz spezifische Probleme“, ist sich Bastian Gierke sicher.
Hilfsangebot der Stadt
So sieht es auch die Stadt Beeskow und macht ein Hilfsangebot. Spätestens Anfang kommender Woche soll über die städtische Internetseite eine Serviceplattform laufen. Alle Händler, Gastronomen, Dienstleister, Handwerker der Stadt bekommen die Möglichkeit, auf ihre Geschäftsmodelle und Ideen in der Zeit der Corona–Krise hinzuweisen. Entwickelt haben dies Altstadtmanagerin Kerstin Müller und Katrin Laske, Mitarbeiterin der Stadtinformation. Jeder könne über einen Button seine Inhalte selbst auf die Plattform hochladen. Nach einem kurzen Kontrollblick gehe das Angebot online. Wer das nicht möchte, kann seine Informationen auch per E–Mail an die Stadt schicken. Katrin Laske und Kerstin Müller kümmern sich dann um die Verarbei–tung.
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Für potentielle Kunden wird sich ein Blick auf die Seite lohnen. Denn wenn auch viele Geschäfte in der Stadt geschlossen sind, herrscht durchaus Betriebsamkeit. Manch Geschäftsinhaber präsentiert in seinem Whatsapp–Status Angebote für die Stammkunden oder liefert ohne direkten Kundenkontakt Bestellungen aus, die telefonisch oder per E–Mail eingehen. Etliche Gastronomen bieten nicht nur Essen–to–go an, sondern liefern ebenfalls bis vor die Haustür. All das wird man auf der neuen Serviceplattform erfahren. Und man wird sich darüber informieren können, wer welche Öffnungszeiten hat. Etliche Geschäftsinhaber dürfen zwar ihre Läden aufschließen, tun dies aber derzeit nur eingeschränkt, quasi als Notdienst, da sie sich, die Mitarbeiter und auch die Kundschaft schützen wollen. „Je mehr Beeskower Unternehmen das Angebot annehmen, desto erfolgreicher wird es für die gesamte Stadt sein“, ist sich Kerstin Müller sicher.
Andere Kommunen schaffen ähnliche Angebote. Hinzu kommen Service–Seiten für die Unternehmen selbst, Übersichten über die aktuellen Hilfsprogramme von Bund und Land, meiste direkt mit den Formularen verknüpft, die man für eine Antragstellung ausfüllen muss. Frankfurt (Oder) arbeitet dabei unter anderem eng mit der IHK zusammen.
Das Serviceportal wird über die Internestseite der Stadt Beeskow www.beeskow.de erreichbar sein. Es wendet sich an alle Händler, Handwerker, Praxen, Dienstleister und Gastronomen der Stadt, einschließlich der Ortsteile. Wer seine Angaben nicht selbst online stellen möchte, kann die Informationen auch per E–Mail an kerstin.mueller@beeskow.de oder katrin.lanske@beeskow.de schicken.
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