Das bundesweit einmalige Leader-Kooperationsprojekt der lokalen Arbeitsgruppen (LAG) Oderland und Märkische Seen wird das touristische Angebot der Region moderner und attraktiver machen. Für die Gesamtkosten in Höhe von 500 000 Euro stellt das Brandenburger Agrarumweltministerium über das Leader-Programm aus dem EU-Agrarfonds Eler 80 Prozent bereit. "Den Rest hat die LAG Oderland über Spenden aus Eigenmitteln finanziert", erklärt Jeannette Gruner von der LAG Oderland, Projekte in Oder-Spree.
Viele Menschen erreichen
Vorgestellt wird das Projekt von Ellen Rußig, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree: "In Beeskow gibt es große und kleine Smartphones, im Rathaus, in der Bibliothek im Bootshaus auf der Spreeinsel und auch auf dem Marktplatz wird eins installiert." Es sei eine attraktive Software, die Daten von allen nutzbar wie beispielsweise von der Deutschen Bahn oder dem ADAC.
Die praktische Schnelleinführung übernimmt Mitarbeiterin Katrin Riegel am großen "Smartphone" auf der Burg, das allerdings noch mit dem Inhalt der Webseite des Tourismusverbandes, läuft. Dennoch wird schnell klar, das Gerät funktioniert wie ein Handy. Verschiedene Buttons wie Besteck, was für Gastronomie steht, oder Wellen für Wasser gilt es zu berühren. Die Angebote des Gewünschten erscheinen nach Entfernung vom jeweiligen Standort.
Bei Restaurants ist ersichtlich, ob diese geöffnet sind, bei Anbietern für Übernachtungen die erhaltene Bewertung. "Zu jedem Angebot gibt es einen QR-Code, so dass sich jeder die Auswahl aufs Handy laden kann, was auch für die Merkliste gilt", so Katrin Riegel. Auch gebe es einen Button im unteren Bereich des Infodisplays, mit dem sich die Ansicht ändern lässt: "So wird gewährleistet, dass auch Rollstuhlfahrer oder Kinder sich durch die Angebote touchen können. Es ist also barrierefrei."
Datensicherheit gewährleisten
"Die Standorte wurden mit der touristischen Brille ausgewählt", so Rußig. Die Geräte seien an Schnittstellen aufgestellt worden, wo viele Menschen zusammen treffen. "Nicht nur Touristen sollen das Angebot nutzen, sondern auch Einheimische, so können beispielsweise auch regionale Miniangebote aufgenommen werden", ergänzt Jeannette Gruner. "Wir wollen später ermöglichen, dass Veranstalter Zugang bekommen und ihre Termine dann selbst eingeben können", sagt Ellen Rußig. Ansonsten aber würde die Eingabe zentral erfolgen. "Die Daten müssen gepflegt und aktualisiert werden. Bislang sind etwa 3500 Datensätze enthalten." Und der Tourismusverband wolle die Datensicherheit gewährleisten.
Bürgermeister Frank Steffen begeistert das Angebot: "Wir machen uns oft kleiner als wir sind. Das Projekt aber ist deutlich richtungsweisend und setzt ein Zeichen für Menschen im ländlichen Raum." Das Projekt ist gut angelaufen, bestätigen die Pächter des Bootshauses am Spreeufer: "Es gibt keine Berührungsängste."