Interkultureller Markt: Tafeltag und Tag des Flüchtlings

Der Interkulturelle Markt und der Tafel-Tag ziehen Publikum an, auch wenn das Bühnenprogramm über längere Zeit nur in Regenbekleidung und mit Schirm verfolgt verfolgt werden kann.
Jörn TornowZalia Konziera und Shoipova Kameta bieten am Fair-Trade Stand der Unesco tschetschenische Leckereien wie beispielsweise Honigkuchen an und freuen sich über den regen Zuspruch. Die aus Eritrea stammende Johanna Kilu flicht mit ihrer kleinen Tochter Zöpfe nach afrikanischer Art. Sie hat sich gut in Beeskow eingelebt: „Ich hoffe, dass ich bald eine Arbeit finde. Aber als Alleinstehende mit einem kleinen Kind ist das schwer.“
Markt und mehr
Barbara Buhrke, Leiterin des Ehrenamtszentrum in Beeskow und Organisatorin ist ein wenig traurig: „Die ganze Zeit haben wir uns den Regen gewünscht und jetzt ist es schade, dass er da ist Viele Gäste kommen wegen des Regens nicht, wie beispielsweise die Kitakinder.“ Dennoch wird auf der Bühne gesungen, gespielt und getanzt. Und die Zuschauer trotzen mit Regenschirmen in den Händen eisern dem Regen.
Jürgen Sydow löffelt heiße Kartoffelsuppe im Zelt der Beeskower Tafeln, die den 13. Bundesdeutschen Tafel-Tag feiern. Er schlenderte zufällig über den Markt und ein Helfer der Tafeln hat ihn prompt auf eine Suppe eingeladen: „Die Tafeln sind ein tolles Angebot. Mein Bekannter ist auch Kunde. Seine Rente ist nicht hoch.“ Auf Grund verschiedener Lebensumstände wie gesundheitlichen Problemen oder wenn ein Betrieb in Insolvenz geht, könne ein Mensch ganz schnell in finanzielle Nöte kommen.
„Was folgt sind soziale Isolation und letztendlich der Verlust der Menschenwürde.“ Sydow weiß, wovon er spricht, denn er engagiert sich politisch für ehemalige politische Häftlinge der DDR. Er zitiert Beate Rudolf vom Deutschen Institut für Menschenrechte: „Der Zugang zum Recht ist in Deutschland ein Problem.“
Siegfried Unger, Vorsitzender des Vereins „Gesellschaft für Arbeit und Soziales“, dem Träger der Tafeln in Oder-Spree, bestätigt das: „Was derzeit passiert ist die Demontage von sozialen Leistungen. Auf der einen Seite werden Lebensmittel verschwendet und auf der anderen Seite gehen wir auf Betteltour.“ Aber es gibt auch Positives: „Wir freuen uns, dass wir mit Lidl das Kinder- und Jugendprojekt „Lidl-Pfand“ vorstellen konnten und dass sich der Beeskower Bürgermeister zur Tafel bekannt hat.“
Interkulturell mit Partnern
Für die Interkulturelle Woche engagieren sich viele Kooperationspartner wie der Verein Bumerang mit dem Übergangswohnheim, dem Wohnverbund, dem Fachberatungsdienst Migration und dem Hüfnerhaus, genauso wie die Beeskower Tafel, das DRK-Familienzentrum, das Rouanet-Gymnasium, die evangelische und katholische Kirchengemeinden, der Landkreis Oder-Spree, der Verein Fußball Preußen 90 und andere sowie ehrenamtliche Helfer mit und ohne Migrationshintergrund.
