Die Beeskower Pfarrerin Elisabeth Preckel eröffnete den Gottesdienst mit den Worten: "Wir sind heute zusammengekommen, um Abschied zu nehmen." Denn obwohl Tobias Kampf noch ein paar Tage hier habe, sei der Gottesdienst heute schon, weil der Superintendent konnte."
Dank und Segen
Frank Schürer-Behrmann (Superintendent) aus Frankfurt Oder, dankte Gott für die geleistete Arbeit und segnete die Familie zum offiziellen Abschied, genauso wie Pfarrerin Elisabeth Preckel aus Beeskow, Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister aus Tauche sowie die Pfarrerehepaare Karin und Wolfgang Krautmacher aus Friedland und Anne und Gerd Linden aus Glienicke.
Im Rahmen der anschließenden Grußworte gab es zahlreiche Danksagungen, viele gute Wünsche für die Zukunft der Familie und auch kleine Aufmerksamkeiten. Selbst Pfarrer Hans-Geisler von der katholischen Kirche Beeskow ließ es sich nehmen, persönlich vorbei zu kommen, genauso wie Marita Weimannn vom Ortskirchenrat Krügersdorf-Grunow und Günter Poeschke aus Neubrück. Tobias Kampf bedankte sich letztendlich bei allen, die geholfen haben, den Gottesdienst mit vorzubereiten, insbesondere den vielen Ehrenamtlichen.
Im Anschluss wurden die anwesenden Gäste zu Kaffee und Kuchen geladen – nach allen Regeln der Corona-Kunst, wie Elisabeth Preckel sagte.
Tobias Kampf wurde im Erzgebirge geboren, reiste im Alter von 13 Jahren aus der DDR aus und lebte dann in Rheinland Pfalz, wo er die Schule und das theologische Studium absolvierte. Die Liebe führte ihn 2009 nach Brandenburg, denn seine Frau Christine hatte dort bereits ihre Arbeitsstelle. Bei der evangelischen Kirchengemeinde in  Beeskow schätzte er besonders auch das kulturelles Programm und dass die Kirche auch für Außenstehende geöffnet war, wie beispielsweise im Rahmen von Ausstellungen oder Konzerten.
Seine Leidenschaft gilt der Musik, nicht nur beim Singen mit er Gemeinde: Kampf spielt auch Gitarre. Zu seinen Hobbys zählt auch das Fahrradfahren, was ihm bei Ausflügen mit der Gemeinde zu Gute kam. "Wir hatten bei unseren Touren immer viel Spaß", erzählt Kampf rückblickend.
Musik, Literatur und Spaß
Genauso wie beim Lesen, was er mit in die Gemeinde getragen hat: "Im Literaturkreis wurden Romane besprochen und oft auch sehr kontrovers diskutiert." Mit einem Schmunzeln gibt er zu: "Von dicken Wälzern haben wir uns verabschiedet. Das war zeitlich einfach nicht mehr zu schaffen." Sie seien auf dünne Bändchen umgestiegen, zeitgenössisch und hätten viele gute Sachen entdeckt.
In Jüterbog wird Pfarrer Kampf ähnliche Lebensbedingungen vorfinden. "Die Gemeinde dort ist ebenso aufgebaut wie Beeskow mit der Stadt und den Dörfern drum herum", so der 49-Jährige. Zudem gebe es in Jüterbog eine evangelische Schule, die sein Sohn, der dort mit der 2. Klasse beginnt, besuchen werde: "Es wird sich dort gut leben lassen."
Doch warum der Wechsel nach Jüterbog? "Nach zehn Jahren legt einem die Landeskirche schon mal nah, sich für eine andere Stelle zu bewerben", so Tobias Kampf. Auch wird er Beeskow vermissen: "Die kurzen Wege, die historische Altstadt und  das Kopfsteinpflaster.