Knapp 40.000 evangelische Christen leben im Kirchenkreis Oderland-Spree, der neben der Stadt Frankfurt die Kreise Märkisch Oderland und Oder-Spree umfasst. Sie alle sind am 11. September nach Beeskow eingeladen, um gemeinsam mit anderen Interessierten einen Kirchentag zu feiern.
Ursprünglich sollte der schon 2020 stattfinden. Doch durch Corona war das nicht möglich. Immer wieder also mussten die Vorbereitungen verschoben und geändert werden. Nun steht das Programm. In Beeskower wird man sich unter dem Motto „Jetzt“ treffen. Ein 15-köpfiges Team hat die Veranstaltung federführend vorbereitet. Die letzten Abstimmungen fanden in dieser Woche in der Alten Schule am Beeskower Kirchplatz statt, wo man erstmals auch das gedruckte Programmheft in Augenschein nehmen konnte.

Ein offenes Fest für jedermann

Der Kirchentag wird dabei ein sehr offenes Fest. Die Christen gehen nicht einfach in die Kirche, sondern werden in der ganzen Stadt präsent sein. Man wolle beispielsweise, so Superintendent Frank Schürer-Behrmann, auch bewusst nicht mit einem großen gemeinsamen Gottesdienst beginnen, sondern mit kleinen Andachten an den fünf geplanten Treffpunkten. Der dafür ausgewählte Bibeltext aus dem Lukasevangelium für den Tag ist passend. Darin heißt es: „Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“
Die Bibel ist es auch, die an einem der Treffpunkte, dem Kirchplatz, im Mittelpunkt steht. Es gibt Musik mit der Band Schiller 19 aus Fürstenwalde und Gesprächsrunden. Generalsuperintendentin Theresa Rinecker und der Beeskower Bürgermeister Frank Steffen reden über „Gott und die Welt“.
Die Marienkirche selbst wird zum Treffpunkt für Kinder, für Familien. Aus Kisten und Farben soll dort eine Kartonstadt entstehen, die Mädchen und Jungen können basteln, bunte Bilder malen, biblischen Geschichten lauschen und einen kleinen Parcour absolvieren.
Wie vielfältig die Kirchenmusik ist, wird auf der Burg bewiesen. Die ist Treffpunkt 3, der sich der Kultur widmet. Die Marienkantorei aus Beeskow tritt auf, Posaunenchöre kommen aus Müllrose, Letschin und aus Fürstenwalde. Auch die Kantorei aus Fürstenwalde, der Samariterchor und viele einzelne Sänger und Instrumentalisten werden vertreten sein.

Im Rathaus geht es um Seelsorge

Dass die Kirche ein wichtiger Teil der gesamten Zivilgesellschaft ist, macht sie im Beeskower Rathaus deutlich. Das wird zum Treffpunkt Seelsorge. Ein breites Aufgabenfeld, wie an den Infoständen im Rathaushof deutlich werden wird. Die Begleitung und Unterstützung reicht von Notfallseelsorge und Telefonseelsorge über Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge bis zum Hospizdienst. Im Trauzimmer wird zudem ein in der evangelischen Kirche lange vernachlässigtes Ritual, die Salbung, praktiziert.
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Seelsorge und Krankensalbung stehen oft im Zusammenhang mit dem Tod, einem Thema, dem sich jeder Mensch, unabhängig von seinem Glauben, stellen muss. Auch darauf wird auf dem Kirchentag hingewiesen. Und zwar auf kreative und provokante Art. Man kann vor dem Rathaus einen Sarg bemalen.

Graffiti-Projekt auf dem Marktplatz

Für das Selbstbewusstsein der evangelischen Kirche spricht, dass sie in Beeskow auch Spuren hinterlassen will. Die werden vor allem am fünften, dem Treffpunkt Jugend, auf dem Marktplatz entstehen. Dort ist unter anderem ein Graffiti-Projekt geplant. Viele Mitglieder der Jungen Gemeinden aus der Region werden schon einen Tag früher nach Beeskow kommen und ihre „Jugendnacht“ auf dem Anglerplatz feiern. Ab 15 Uhr gibt es Percussion- und Graffiti-Workshops, Kanutouren und nach dem Abendessen ein Lagerfeuer mit Musik. Übernachten kann man in selbst mitgebrachten Zelten. Für den nächsten Morgen wird ein leckeres Frühstück versprochen. Auch das ist ein offenes Angebot für junge Leute, die nicht Kirchenmitglied sind.

Große Abschlussfeier mit Kreuzverhör und Konzert

Und viel Publikum zieht vielleicht auch die Abschlussveranstaltung auf dem Marktplatz, auf dem sich zudem viele kirchliche Initiativen und Gruppen präsentieren. Dort wird nach Grußworten und einem Kreuzverhör, dem sich Bischof Christian Stäblein stellen wird, Judy Bailey auftreten. Die gebürtige Londonerin, die in Barbados aufgewachsen ist und heute in Deutschland lebt, ist eine der bekanntesten christlichen Popmusikerinnen weltweit.