Klimawandel in Oder-Spree: Waldumbau in Sauen – wie alle mitmachen und lernen können
Schädlinge, Waldbrände sowie extreme Hitze- und Trockenperioden und auch Stürme setzen dem Wald schwer zu. Fichten- und Kiefermonokulturen sind bislang am stärksten betroffen – Folgen einer Forstwirtschaft, die lange Zeit vor allem auf die Holzproduktion ausgerichtet war. Wenn die Wälder sterben, wird der in ihnen gespeicherte Kohlenstoff freigesetzt, die Klima regulierende und kühlende Funktion geht verloren, die Temperaturen weltweit steigen.
Darüber hinaus filtern Bäume Treibhausgase wie CO₂, Kohlenmonoxid oder Schwefeldioxid sowie Rußpartikel und auch Aerosole aus der Luft und erzeugen dabei Abfall – in Form von Sauerstoff. Eine 100-jährige Buche bringt es auf rund 3,2 Millionen Liter Sauerstoff im Jahr und erhält damit bis zu 24 Menschen dauerhaft am Leben.
Praxistest Zukunft beim FÖJ in Sauen
Nur ein Grund, die Wälder in der Region Oder-Spree zu pflegen, zu bewirtschaften und an die klimatischen Veränderungen anzupassen. Die Stiftung August Bier in Sauen, einem Ort in der Gemeinde Rietz-Neuendorf, lädt daher Groß und Klein ein, beim diesjährigen Pflanztag dabei zu sein und somit selbst einen Beitrag zum Waldumbauprojekt zu leisten – so wie Jonas Lindemann und Jamie Baumann. Die beiden jungen Männer absolvieren bei der Stiftung in Sauen ein Freiwilliges Ökologisches Jahr, kurz FÖJ genannt.
Beide sind seit der Kindheit mit dem Wald vertraut und verbunden – spielen mit dem Gedanken, sich beruflich mit dem Metier zu beschäftigen, das FÖJ ist für sie genau genommen der Praxistest für ihre Zukunft. Die Familie des 18-jährigen Jonas Lindemann beispielsweise hat Wald geerbt. „Bei der Waldpflege habe ich mitgeholfen“, erzählt er. „Das ist ein guter Gegensatz zur Schule.“
Was das FÖJ bei der Stiftung so besonders macht
Im Rahmen des FÖJ möchte er sich orientieren, ob der Berufswunsch Forstwirt, seinen Vorstellungen entspricht. Und warum in Sauen? „Ich habe verschiedene Praktika gemacht und mich dann für Sauen entschieden“, sagt er. Und bislang hätte er die Entscheidung nicht bereut. Genauso wenig wie Jamie Baumann. „Es ist super gut hier, die Kollegen freundlich, auch Späße werden gemacht und das Verhältnis zueinander sei freundschaftlich, auf Augenhöhe“, erklärt der 19-Jährige.
Er sei schon als kleiner Junge im Wald unterwegs gewesen, Pilze sammeln und Buden aufbauen. Vom FÖJ in Sauen hätte er von einem Kumpel erfahren. Mit den Praktika sei es nicht so gut gelaufen. „Jetzt möchte ich Erfahrungen sammeln“, betont Jamie Baumann. Auch er möchte Forstwirt, mit der Option zur weiteren Entwicklung, werden.
Engagierte Mithelfer für Pflanztag gesucht
Und was hat den beiden FÖJlern bislang am besten gefallen? „Den fachgerechten Umgang mit der Kettensäge zu lernen“, kommt es übereinstimmend. „Das ist schon etwas Besonderes.“ Ansonsten seien sie mit Pflanzen, Waldaufarbeitung und -Pflege beschäftigt.
Pflanztag der Stiftung August Bier
Treffpunkt: 10 Uhr, Kreuzung Diensdorfer- und Wilmersdorfer Straße in Bad Saarow-Pieskow (dort endet die Aktion gegen 12 Uhr), bitte an einen Spaten, Handschuhe, dem Wetter entsprechende Kleidung und festes Schuhwerk denken, Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldung unter Tel. 033672 72759, Mail: info@stiftung-august-bier.de erforderlich
Während Jamie Baumann meist draußen, im Wald, arbeitet, erledigt Jonas Lindemann gern auch Bürotätigkeiten und wirbt beispielsweise für den Pflanztag, das Waldumbauprojekt der Stiftung August Bier, am Sonnabend, 2. Dezember – und hofft auf engagierte Mithelfer.




