Kontrolle auf A12
: Gefahrgut auf der Autobahn – Polizei entdeckt kaputte Verpackungen

Nachdem auf der A12 stärker vor der Staugefahr gewarnt und das zulässige Tempo reduziert wurde, gingen die Unfälle zurück. Eine Polizeikontrolle macht jetzt deutlich, wie gefährlich es auf der Autobahn ist.
Von
Olaf Gardt
Storkow
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Die Gefahrguttransporte wurden von der Autobahn abgeleitet.

Till-Justus Hille/Polizeidirektion Ost

Es riecht stechend chlorähnlich, ist rotbraun und giftig: Stickstoffdioxid. Das Gas kann selbst 24 Stunden nach dem Einatmen noch zu Lungenödemen führen. Andererseits wird es gebraucht, ist ein wichtiger Grundstoff in der Industrie. Deshalb wird es oft auch mit Fahrzeugen quer durch das Land transportiert.

Einer dieser Transporter wurde jetzt bei einer großangelegten Kontrollaktion im Bereich des gewerblichen Güterverkehrs auf der A12 kontrolliert. Dabei stellte sich am Donnerstag (29. Juni) heraus, dass zumindest die Verpackung der Gasbehälter beschädigt ist. Doch das war nicht alles.

Beschädigte Verpackungen eines Gasbehälters. So rollen sie über die Autobahn.

Till-Justus Hille/Polizeidirektion Ost

Bei der Kontrolle der Einhaltung sogenannter ADR-Vorschriften, die europaweit einheitlich regeln, wie Gefahrgut transportiert wird und welche Anforderungen Fahrpersonal und Fahrzeuge erfüllen müssen, traten weitere Mängel zutage. Aufgedeckt wurden folgende Verstöße:

■ eine Manipulation des Fahrtenschreibers

■ zwei Manipulationen an der Abgasnachbehandlungsanlage

■ zwei Verstöße gegen die Ladungssicherung

■ 13 Verstöße gegen das Fahrpersonalrecht

■ 22 Verstöße gegen geltende ADR-Vorschriften (direkt den Gefahrguttransport betreffend)

■ vier Verstöße gegen das Güterkraftverkehrsgesetz

■ sechs Geschwindigkeitsverstöße

■ einmal zu geringer Abstand

■ ein Verstoß gegen das geltende Überholverbot auf der A12.

Polizei betont Kontrollnotwendigkeit

Die Ergebnisse verdeutlichen, so die Polizei in einer Mitteilung, dass regelmäßige Kontrollen in diesem Bereich nach wie vor notwendig sind. An der Kontrolle auf der A12, an der täglich tausende Lkw unterwegs sind, nahmen neben Verkehrspolizisten aus allen vier Direktionen der Polizei Brandenburg auch Beamte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin teil.

Darüber hinaus seien das Landesamt für Arbeitsschutz, der Zoll, Feldjäger der Bundeswehr und die Landesschule und Technische Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz an der Kontrolle beteiligt gewesen. Polizeimotorräder hatten die Gefahrguttransporter an der Abfahrt Storkow von der Autobahn abgeleitet und zur Kontrollstelle gebracht. Dort wurden unter anderem der technische Zustand der Fahrzeuge, Lenk- und Ruhezeiten sowie die Ladungssicherung von Fachleuten überprüft.