Kultur
: Filmpreis bei der Weltpremiere

Der neuste Film des aus Beeskow stammenden Regisseurs Christian Klandt hatte in München Premiere. Im April kommt er ins Kino.
Von
Olaf Gardt
Beeskow
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Christian Klandt ist der Regisseur von Leif in Concert.

privat

Kinostart ist im April geplant

Da der Preis mit 20 000 Euro verbunden ist, kann das Team nun mehr Werbung für den Film finanzieren, der im April kommenden Jahres in die Kinos kommen wird. „Leif in Concert“ ist eine Low–Budget–Produktion. Das nötige Geld wurde über eine Crowdfunding aufgebracht. Neben der Stadt gehören auch gut 50 Beeskower Privatleute und Firmen zu den Geldgebern des Streifens.

Auch deshalb hat Christian Klandt versprochen, dass sein neuer Film auf alle Fälle in der Stadt zu sehen sein wird. Vielleicht im regulären Schukurama–Programm. Sollte das nicht klappen, dann im Rahmen des Festivals Achtung Berlin, das seit Jahren mit Beeskow und dem Schukurama kooperiert.

Zuvor geht es aber darum, den Streifen den großen Filmverleihern und Fernsehsendern vorzustellen. Er soll auf möglichst vielen Festivals, den Verkaufsmessen der Filmbranche, laufen. „Wir wollen dabei auf den A–Festivals zu sehen sein“, sagt Klandt selbstbewusst. Die Berlinale gehört dazu, außerdem beispielsweise die Festivals in Warschau, Moskau und Cannes. Bestätigt ist die Teilnahme am Filmfest in Wiesbaden.

Die Idee zu „Leif in Concert“ hatte Christian Klandt in Kopenhagen. In einer Bluesbar hörte er die Musik von Poorboy Paul. „Ich habe mich dort so wohl gefühlt. Ich wollte nicht mehr weg“, erinnert er sich. Dann ging es doch zurück nach Berlin und in den folgenden Monaten sei das Drehbuch für den Film entstanden. Der spielt in eben einer Kneipe, in der man sich zu Hause fühlt, die wie ein zweites Wohnzimmer ist. Es gibt dort die Musik, die Frau an der Bar und die Stammgäste. In die Frau an der Bar sei er „beruflich schon lange verliebt“, gesteht Klandt, wollte unbedingt einen Film mit ihr machen. Gemeint ist Schauspielerin Luise Heyer, die im Tatort wie im Spreewaldkrimi zu sehen war und die man als depressive Mutter aus Hape Kerkelings „Der Junge muss an die frische Luft“ kennt. Für diese Rolle erhielt sie in diesem Jahr den Deutschen Filmpreis.

Auch etliche Stammgäste sind sehr bekannte Gesichter. Bela B. von den Ärzten ist dabei, der Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke. Der Musiker Leif wird von Poorboy Paul, dem Musiker aus Kopenhagen, verkörpert. Klandt ist, als das Drehbuch fertig war, extra noch einmal nach Dänemark gefahren, um ihn ausfindig zu machen. „Wir haben ihn über die Kneipe kontaktiert, er ist nach Berlin gekommen und hat sofort zugesagt, als wir unser Projekt vorgestellt haben“, erinnert sich der Regisseur.

Maden, Handys und Elfenpop

Den Kinostart hat Klandt jetzt bewusst vom Februar auf den April geschoben. Es sei ein sehr fröhlicher Film, der zum Frühling passe, sagt er. Man darf gespannt sein, denn in der Story–Beschreibung heißt es, dass unsichtbare Handys, Elfenpop, die Schneckenfrau und Maden, die sich durch Leichen fressen, Gesprächsthemen der Kneipengäste sind, die man als Zuschauer quasi vom Nachbartisch aus belauscht. Gespräche, die an einem Tag im Leben der Barfrau Lene geführt werden. Und dann, so Christian Klandt, gibt es es noch die Musik, die in jedem etwas auslöse: „Ein Lächeln, eine Erinnerung oder den unbändigen Wunsch zu tanzen.“ So war es auch bei der Premiere in München. Zu den Bands, die dort bei der anschließenden Party spielten, gehörten auch die Fürstenwalder Fahren–heit 212.