Militär: Kommando wechselt im Munitionsdepot in Schneeberg
Unter Andräs Ägide fällt eine für die Versorgung der Bundeswehr wichtige Umstrukturierung, die sich nicht nur in der Umbenennung des ehemaligen „Munitionsdepots Schneeberg“ in „Munitionsversorgungszentrum Ost" niederschlägt: So wurde das dazugehörige Munitionslager in Mockrehna außer Dienst gestellt. Ferner wurden die gelenkten Waffen am Standort Seltz zusammengefasst. Eine weitere Maßnahme war die Etablierung der Ausbildung in Doberburg–Kirchhain sowie die Integration des Standorts Walsrode unter das Schneeberger Kommando. Nicht zuletzt wurde in Andräs Schneeberger Dienstzeit die Bundeswehr–Feuerwehr am Standort aufgelöst. Deren Aufgaben übernimmt seit einigen Jahren die Freiwillige Feuerwehr Beeskow.
Andrä verlässt Beeskow nach eigenem Bekunden mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Er habe Beeskow sehr geschätzt und auch Kollegen und Familienmitgliedern gerne gezeigt. So lud er Soldaten zu einer Stadtführung ein. Ziel des jüngsten „Betriebs–Ausflugs“ sei die Burg gewesen. Seine Familie habe einige Urlaube in der Region genossen. „Ich liebe es, hier Fahrrad zu fahren oder zu angeln“. René Andrä hatte seit Dezember 2012 das Kommando inne, sein Vorgänger war Oberstleutnant Uwe Rommel. Andrä wechselt in eine Stabsposition nach Berlin.
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Sein Nachfolger, Oberstleutnant Stephan Knaute, wechselt aus einer Querschnittsfunktion am Standort Berlin nach Schneeberg. Zu seinen Schwerpunkten zählt, das Personal an den ihm neu anvertrauten Standorten zu verjüngen und womöglich weiter aufzubauen. Schließlich sei in Schneeberg ein zweites Munitions–Arbeitshaus geplant.
Bei der Übernahme des Kommandos wird Knaute von Hauptmann Thomas Ingversen, der seit mehr als 15 Jahren am Standort tätig ist und in den letzten Jahren stellvertretender Kommandeur war, unterstützt. Nachwuchsförderung ist auch für Ingversen eine der zentralen Herausforderungen. Er geht von einem „deutlichen Personalaufwuchs“ am Standort Schneeberg in den Jahren „2023 Plus“ aus. Auch der Aufbau einer neuen Bahnhofs–Anlage ist demnach am Schneeberger Bundeswehr–Standort geplant.
Oberst Stefan Hüller, der als Kommandeur des Bereichs „Ortsfeste logistische Einrichtungen“ den Kommandowechsel von Andrä zu Knaute vorgenommen hatte, wollte sich zur Entwicklung des Standortes nicht festlegen. Eine Stärkung sei allerdings wahrscheinlicher, als eine Verkleinerung. Dies ergebe sich nicht zuletzt aus den politischen Vorgaben und sei eine Konsequenz des NATO–Gipfels in Wales im Jahr 2014. „In den Vorjahren ging es oft darum, Personal und Ressourcen einzusparen. Dieser Trend ist jetzt umgekehrt.“ Das gelte für alle Standorte. Deshalb geht der Oberst auch im Schneeberger Fall eher von einem Zuwachs, als von einem Schrumpfen aus: „Genaueres muss die Politik definieren.“
Bürgermeister Frank Steffen ist der Bundeswehrstandort so oder so willkommen. Direkte Vorteile, etwa Steuern oder Pachten, ergäben sich daraus zwar nicht. Doch als Arbeitgeber (in Schneeberg arbeiten etwa 70 zivile und militärische Kräfte) leiste die Bundeswehr einen wichtigen Beitrag in der Region. „Wir sind immer sehr gut miteinander ausgekommen.“

