Newcastle-Krankheit in Oder-Spree
: Weitere 377.000 Tiere müssen getötet werden

Die Newcastle-Krankheit richtet in Brandenburg immer größeren Schaden an: In einem bereits betroffenen Betrieb in Oder-Spree wurde das Virus in weiteren Stallungen festgestellt.
Von
dpa
Potsdam
Jetzt in der App anhören

In einem Betrieb in Oder-Spree wurden weitere Fälle der Newcastle-Krankheit festgestellt. 377.000 Tiere müssen getötet werden. (Symbolbild)

Matthias Bein/dpa
  • In Oder-Spree wurden in weiteren Stallungen Newcastle-Fälle bestätigt – 377.000 Hühner werden getötet.
  • Das Ministerium meldet: Schutzzone im Radius von mindestens 3 km und Überwachungszone von 10 km.
  • In Dahme-Spreewald und Oder-Spree häufen sich Ausbrüche; bisher rund 2,1 Mio. Tiere in Brandenburg getötet.
  • Jüngst betroffen: ein Masthähnchenbetrieb mit etwa 70.000 Tieren und sechs weitere Stallungen in Dahme-Spreewald.
  • Trotz Impfpflicht bleibt der Eintragsweg unklar, es gelten Stallpflicht, Transportverbot und Marktverbote.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In einem bereits von der für Vögel hochansteckenden Newcastle-Krankheit betroffenen Legenhennenbetrieb im Landkreis Oder-Spree müssen weitere 377.000 Hühner getötet werden. Das Virus sei in weiteren Stallanlagen des Unternehmens festgestellt und vom Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt worden, teilte das brandenburgische Landwirtschaftsministerium mit. 

„Alle erforderlichen Maßnahmen beim Ausbruch der Newcastle-Krankheit werden mit einer Tierseuchenallgemeinverfügung durch die Landkreise angeordnet“, hieß es. Dazu gehöre die tierschutzgerechte Tötung der Tiere und die Einrichtung einer Schutzzone in einem Radius von mindestens drei Kilometern sowie einer Überwachungszone in einem Radius von mindestens zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb.

In den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oder-Spree kam es zuletzt vermehrt zu Ausbrüchen in Geflügelbetrieben, wie das Agrarministerium mitteilte. Bislang mussten bereits um die 2,1 Millionen Tiere in Brandenburg wegen der Seuche getötet werden. Jüngere Ausbrüche betreffen Hunderttausende zusätzliche Tiere.

Impfpflicht gegen Newcastle-Krankheit in Deutschland

Im Landkreis Oder-Spree war die Krankheit am Donnerstag in einem Masthähnchenbetrieb mit etwa 70.000 Tieren festgestellt worden. Zudem war bei einem bereits betroffenen Betrieb im Landkreis Dahme-Spreewald in sechs weiteren Stallanlagen mit jeweils etwa 40.000 Tieren ebenfalls die Newcastle-Krankheit amtlich festgestellt worden.

Damit mussten dort bisher um die 240.000 Tiere getötet werden. Zuletzt war die hochansteckende Tierseuche vor rund 30 Jahren in Deutschland aufgetreten. 

Gegen die Newcastle-Krankheit, die wegen der ähnlichen Symptome auch „atypische Geflügelpest“ genannt wird, gilt in Deutschland eine Impfpflicht. Wie genau das Virus in die Betriebe kommt, ist bislang nicht geklärt. 

In den betroffenen Landkreisen sind Schutz- und Überwachungszonen mit besonderen Auflagen für Geflügelhalter eingerichtet. Das bedeutet Stallpflicht und ein Transportverbot für Vögel, Fleisch und Eier. Auch Geflügelmessen und Geflügelmärkte sind untersagt. 

Das Virus wird laut Friedrich-Loeffler-Institut in hohen Mengen über die Körpersekrete und den Kot erkrankter Tiere ausgeschieden. Auch Eier könnten kontaminiert sein.