Erwartung und Realität
Erwartungsvoll saß er mit seiner Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Skrollan Jula Olschewski und dem Geschäftsführer des Kreisverbandes des Landkreises Oder-Spree, Willy Hagemann, am Besuchertisch. Immerhin hatte sich 16-Jähriger angemeldet. Gekommen aber ist letztlich niemand. "Das habe ich befürchtet", war Martin Patzelt nicht allzu enttäuscht.
Er sieht ein großes Problem darin, die Schüler über diese neue Möglichkeit der Teilhabe an Demokratie zu informieren. Besonders beklagt er, dass es den Parteien nicht erlaubt ist, in die Schulen zu gehen. "Dabei sollten wir den Kindern helfen, Demokratie zu lernen. Wir müssen sie frühzeitig altersgerecht in das öffentlichen Leben integrieren." Das sei die  beste Prävention gegen politischen Extremismus. Dass ein großes Interesse bei Kindern und Jugendlichen an den Organisationsformen der Demokratie bestehe, sehe Patzelt an den Besuchen von Schulklassen im Bundestag.
Die Idee, eine Kinder- und Jugendsprechstunde einzurichten, hatte seine Mitarbeiterin, die seit Mai bei ihm aufgrund vermehrter Anfragen durch Corona in Frankfurt beschäftigt ist. "Die Leute wollen wissen, welche Förderung sie als Unternehmer bekommen können", nennt Olschewski eine der häufigsten Anfragen, die sie und der Bundestagsabgeordnete beantworten mussten. Aber auch wollten manche, die kein Online-Banking betreiben, einfach nur wissen, was sie nun machen, da ihre Bank geschlossen hat.
Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin ist es Olschewskis Hauptaufgabe, für den gesamten Wahlkreis Oder-Spree Aktionen zu organisieren. Ihr erste war eine "Aufmerksamkeitskampagne gegen sexuellen Missbrauch und häusliche Gewalt", von denen zu befürchten sei, dass sie in der Corona-Zeit zugenommen haben. Es wurden Plakate und Flyer verteilt, auf denen die Hilfsangebote vom Brandenburgischen Familienministerium aufgelistet sind. "Viele wissen gar nicht, dass es solche Angebote gibt", so Olschewskis.
Neue Jugend-Tradition
Die neue Idee, monatlich an wechselnden Orten, also in Frankfurt, Eisenhüttenstadt, Beeskow, Fürstenwalde und Storkow, eine Kinder- und Jugendsprechstunde anzubieten, findet Martin Patzelt, selbst mehrfacher Vater und Großvater, sehr gut. Er ist zuversichtlich, dass sie künftig mehr Resonanz findet.
"Ich hoffe, dass die Kinder mit ihren Problemen kommen, hier ihren Ansprechpartner finden, wenn es irgendwo Barrieren gibt, etwa bei Problemen mit den Lehrern, den Eltern, den Nachbarn oder mit Mobbing." Er möchte diese Probleme sammeln und politische Lösungswege dafür suchen. Was die Jugendlichen interessieren dürfte, ist beispielsweise ein Wahlrecht ab 16 Jahren, von dem Patzelt allerdings nicht viel hält. "Die Verantwortlichkeit für eine Stimme bedarf der Volljährigkeit, denn Kinder und Jugendliche sind noch schnell verführbar."
Nächste Kinder- und Jugendsprechstunde: 1. August, 11 bis 12 Uhr. Ort wird noch bekanntgegeben, Tel. 0335 40124860

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