MOZ+MOZ+Einsatz in Velten
: Mann verschanzt sich in Wohnung, Polizei findet scharfe Waffen

UPDATE 11 Uhr: Ein Mann (53), der sich in seiner Wohnung in Velten verschanzte, sorgte für einen Großeinsatz der Polizei. Er gab erst nach Stunden auf. Was über Einsatz und Hintergründe bekannt ist.
Von
Roland Becker
Velten
Velten Viktoriastraße Einsatz Polizei Mann verschanzt sich in Wohung

Ein Mann hatte sich über Stunden in seiner Wohnung in der Viktoriastraße in Velten verbarrikadiert. Zuvor war eine Frau aus der Wohnung geflohen. Von Beginn des Einsatzes an bestand der Verdacht, dass er bewaffnet ist. Nach mehreren Stunden gelang es der Polizei, den Mann zu überreden, unbewaffnet das Haus zu verlassen.

P. Neumann
  • In Velten verbarrikadierte sich ein 53-Jähriger in der Viktoriastraße in seiner Wohnung.
  • Auslöser war ein Streit mit seiner Ehefrau, die fliehen konnte – sie meldete den Vorfall.
  • Polizei sperrte und evakuierte den Bereich, holte Kinder und Trainer aus einem Sportclub.
  • Verhandler überzeugten den Mann spät, unbewaffnet herauszukommen; Festnahme ohne Verletzte.
  • In der Wohnung lagen zwei scharfe Waffen und Munition, er hatte eine Waffenbesitzkarte.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Großeinsatz der Polizei in Velten: Durch einen Anruf bei der Polizei wurde am Donnerstag (8. Oktober) bekannt, dass sich ein Mann in seiner Wohnung in der Viktoriastraße 66 verschanzt habe. Einer Frau sei es gelungen, aus der Wohnung zu fliehen.

„Bisherigen Erkenntnissen zufolge kam es am Nachmittag zwischen einem 53-jährigen Deutschen und seiner Ehefrau zu einer familiären Streitigkeit“, teilte Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin, am Freitagmorgen mit. Bei dem Streit soll der Mann seine Frau geschlagen und bedroht haben. Dass die Frau dabei verletzt wurde, darüber ist nichts bekannt. Röhrs weiter: „In der Folge soll der 53-Jährige angekündigt haben, sich mit einer Schusswaffe das Leben zu nehmen.“

Der Ehefrau gelang es, die Wohnung zu verlassen und Angehörige zu verständigen. Die Polizei wurde gegen 17 Uhr über den Sachverhalt informiert. Erste Informationen ließen befürchten, dass der Mann im Besitz von Schusswaffen sei. Aufgrund dieser zu dem Zeitpunkt relativ unklaren Gefährdungslage wurde der Bereich vorsorglich weiträumig gesperrt und weitestgehend evakuiert. Spezialeinsatzkräfte und die Verhandlungsgruppe wurden zum Einsatz gebracht.

Polizei findet zwei Waffen in der Wohnung

Im Fokus der Einsatzkräfte stand das Wohl von Kindern und Trainern, die sich in den Räumen eines Sportvereins aufhielten, die sich in einem Hofgebäude des betroffenen Hauses befinden. Sie mussten dort vorerst ausharren. Neun Kinder und Jugendliche sowie ihre beiden Trainer wurden nach fünf Stunden, also gegen 22 Uhr, durch Einsatzkräfte aus dem Gebäude begleitet. Dieser Rettung räumten die Einsatzkräfte erste Priorität ein. Über Details, wie die Rettung erfolgte, will Röhrs „aus polizeitaktischen Gründen“ nicht sprechen.

Oberhavel

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Zu dem 53-Jährigen konnte nach mehrmaligen erfolglosen Versuchen gegen 23.20 Uhr Kontakt hergestellt werden. Dafür war eine Verhandlungsgruppe angefordert worden. „Das sind Spezialkräfte, die dafür extra geschult sind.“

Im weiteren Verlauf konnte er dazu gebracht werden, das Haus freiwillig und unbewaffnet zu verlassen. Er ließ sich durch die Polizei widerstandslos festnehmen. Nach derzeitigem Erkenntnisstand kam es zu keiner Schussabgabe durch den 53‑Jährigen. Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt.

Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung wurden zwei scharfe Schusswaffen und Munition sichergestellt. Laut Röhrs handelt es sich um Pistolen. Der Mann verfügte über eine entsprechende Waffenbesitzkarte. Der Veltener ist zwar polizeilich bekannt, dabei handelt es sich aber nur um eine Anzeige wegen Beleidigung. Über Vorstrafen ist nichts bekannt.

Mann wegen Bedrohung und Körperverletzung angezeigt

Nach einer ärztlichen Untersuchung wurde der Mann in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Polizei hat Anzeigen unter anderem wegen Bedrohung und Körperverletzung aufgenommen. Ein Haftbefehl wurde nicht beantragt. Die Ermittlungen dauern an.

Unter den Einsatzfahrzeugen vor Ort befand sich auch ein gepanzertes Fahrzeug. Recherchen ergaben, dass es sich um einen sogenannten Survivor handelt. Solche Spezialeinsatzfahrzeuge setzt die Polizei zum Schutz der eigenen Kräfte ein oder um Menschen aus Gefahrensituationen zu retten.

Die Polizei hatte das Gebiet um die Viktoriastraße 66 abgesperrt

Die Stadt Velten richtete sofort nach Bekanntwerden des Großeinsatzes in der Ofen-Stadt-Halle eine Anlaufstelle ein. „Hier konnten sich Betroffene, die nicht mehr in ihre Wohnungen kamen, sozusagen gestrandet waren, aufhalten“, berichtet Veltens Pressesprecherin Stefanie Steinicke-Kreutzer.

Das Angebot wurde die gesamte Zeit über angenommen, zumeist hielten sich 15 bis 20 Velterinnen und Veltener dort auf. Im Verlauf des Abends fanden sich hier auch einige der Eltern ein, die um ihre in den Räumen des Sportvereins festsitzenden Kinder bangten.

Notfallseelsorger kümmern sich um Eltern und Kinder

Über die Polizei wurden zudem ehrenamtliche Notfallhelfer zur Ofen-Stadt-Halle geschickt. Die drei Notfallseelsorger kümmerten sich vor allem um die Eltern, die sich um ihre Kinder sorgten, die in den Räumen des Sportvereins festsaßen. Bürgermeisterin Manuela Nebel (parteilos) begab sich nach der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zur Ofen-Stadt-Halle. Zwar befindet sich der Tagesort der SVV (Kommunikationszentrum) ebenfalls in der Viktoriastraße. Doch dieser Abschnitt der Straße fiel nicht in den Bereich der polizeilichen Absperrung.

Steinicke-Kreutzer, die selbst über Stunden in der Ofen-Stadt-Halle war, lobte das besonnene Verhalten aller sich dort aufhaltenden Veltenerinnen und Veltener: „Das ist ganz toll gelaufen. Es gab keinerlei Unruhe. Alle verhielten sich besonnen und waren ganz geduldig.“

Velten Viktoriastraße Einsatz Polizei Mann verschanzt sich in Wohung

Die Polizei hatte auch ein gepanzertes Einsatzfahrzeug angefordert. Das wird zum Schutz der eigenen Kräfte und für Situationen, in denen Menschen aus Gefahrenlagen befreit werden, eingesetzt.

P. Neumann

Auch der Bürgermeisterin war es am Folgetag wichtig, dies nochmals zu erwähnen: „Ich danke allen Veltenerinnen und Veltenern für ihre Besonnenheit und Geduld in dieser Ausnahmesituation.“ Den betroffenen Familien wünscht sie, „dass sie diesen Abend bestmöglich verarbeiten können“.

Die nahe am Einsatzort gelegene Linden-Grundschule hat laut Steinicke-Kreutzer am Freitag sofort auf die Situation reagiert: „Der schulpsychologische Dienst ist vor Ort, um bei der Verarbeitung des Erlebten zu helfen und mit den Kindern und auch den betroffenen Familien Gespräche zu führen.“

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes war als Einsatzort die Viktoriastraße 70a angegeben worden. Es handelte sich aber um das Haus Viktoriastraße 66. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.