Am Donnerstag hat sich der Friedländer Bürgermeister Maik Koschak über Instagram zu Wort gemeldet. Das macht er nur, wenn ihm eine Sache besonders wichtig ist. Koschak bedankt sich bei Anna-Lena und Marian Miethchen, die auf ihrem Vielseitenhof im Friedländer Ortsteil Leißnitz eine große Spendenaktion für die Menschen in der Ukraine organisiert haben. Hunderte kamen, um sich zu beteiligen. Auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung Friedland. Der Bürgermeister berichtet, dass sie die Mittagspause genutzt haben, um beim Verladen der Hilfsgüter auf einen sich nun schon auf Tour befindlichen 40-Tonner zu helfen.
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Die Vielseitenhof-Aktion gehört zu den größeren Hilfsaktionen, die in der Region stattgefunden haben. Aber es gibt auch zahllose kleinere. Nur die wenigsten werden öffentlich bekannt. Denn daraum geht es ja auch nicht, es geht um Hilfe.

Mehr als 370 Menschen sind schon angekommen

Obwohl es bislang noch keine Zuweisung von Flüchtlingen aus der Ukraine, die über die Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt nach Deutschland kommen, an den Landkreis gab, haben sich bereits 370 Menschen aus der Ukraine in der Ausländerbehörde des Kreises gemeldet. Sie seien allesamt privat bei Freunden oder Verwandten untergekommen, berichtet Becky Meyer-Grunewald, Leiterin des Landratsbüros. Viele dieser Menschen sind direkt aus der Ukraine oder zumindest von der polnisch-ukrainischen Grenze abgeholt worden.
Andere Menschen helfen mit Geldspenden. Vor allem Vereine, die sich im Kultur- und Sportbereich betätigen, sind zu nennen. Sie können nach der coronabedingten Zwangspause nach und nach ihre Veranstaltungen wieder aufnehmen und hatten sich eigentlich über erste Einnahmen gefreut, um ihre Arbeit zu finanzieren. Doch nun verzichten sie erneut.

Vereine verzichten auf dringend notwendige Einnahmen

So ist es zum Beispiel am Sonntag bei der „Musik in St. Marien“. Man habe schon öfter den Eintrittserlös der Konzerte für plötzlich auftretende Notlagen gespendet, erklärt Kantor Matthias Alward. Das sei so bei der Explosionskatastrophe in Beirut 2020 oder auch für die Flutopferhilfe im Ahrtal im vergangenen Jahr gewesen. „Nun stellt der Krieg in der Ukraine eine große Herausforderung mit viel menschlichem Leid dar. Als Veranstalter würden wir uns freuen, wenn eine große Summe an finanzieller Hilfe zusammenkommen würde“, so Alward. Das Konzert, bei dem am Sonntag ab 16.30 Uhr romantische Lieder, gespielt mit Violine und Gitarre, erklingen, wird nach den 3G-Corona-Regeln stattfinden. Das heißt, auch wer nicht geimpft ist, kann als Gast teilnehmen, wenn er einen aktuellen Testnachweis vorlegt.

Frühlingskonzert im Schützenhaus

Gespendet wird auch der Erlös des Frühlingskonzerts der Musikschule in Beeskow. Das beginnt (ebenfalls nach 3G-Regel) um 15 Uhr im Schützenhaus. „Das Frühlingskonzert sehen wir vor dem Hintergrund der aktuellen Situation als Beitrag zur Solidarität mit den betroffenen Menschen“, sagt Musikschulleiterin Anja Götze. Auftreten werden das Streich- und das Jugendblasorchester. Außerdem sind Teilnehmer von Jugend musiziert dabei und junge Leute, die sich auf ihren Oberstufenabschluss und sogar auf die Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule vorbereiten
Bereits gespendet hat die Trebatscher Ludwig-Leichhardt-Gesellschaft. 210 Euro waren von den Gästen zum Vortrag über die Saatzuchtgeschichte der Süßlupine zusammengekommen. Der Vereinsvorstand hat den Betrag verdoppelt und an den Verband der Ukrainer in Deutschland überwiesen. In der Ehrenamtszentrale im Hüfnerhaus in der Beeskower Adrianstraße haben sich zudem schon mehr als Beeskower gemeldet, die den Menschen aus der Ukraine als Begleiter oder einfach Zuhörer helfen wollen, die Kriegserlebnisse zu verarbeiten und sich in Deutschland, in Beeskow, als neuer Heimat zurechtzufinden.

Frankfurt (Oder)/ Cottbus

„Auch Zimmer und Einliegerwohnungen als Unterkunft sind so angebobten worden“, erklärt Barbara Buhrke, die die Hilfe im Hüfnerhaus koordiniert.

Viele Friedenstauben flattern im Wind

Große Anteilnahme bekunden zudem die Beeskower Kinder. In den Bäumen vor der Grundschule an der Stadtmauer hängen viele Zettel mit Friedenswünschen. Am Zaun der Fontane-Grundschule flattern zahlreiche selbst gebastelte Friedenstauben. Vor dem Rouanet-Gymnasium hängt ein großes Friedensplakat. Zu diesen eher symbolischen Gesten, die auch als klares Zeichen für Zusammenhalt und Verurteilung aller Kriegshandlungen stehen, zählt sicher auch die Resolution, die die Stadtverordneten der Kreisstadt und die Gäste der jüngsten Stadtverordnetenversammlung unterzeichnet haben. In einem Brief, den Bürgermeister Frank Steffen bereits an die russische Botschaft in Berlin geschickt hat, fordern sie den vollständigen und bedingungslosen Abzug aller russischen Truppen von ukrainischem Territorium.
Und die Beeskower Feuerwehr hat aus dem eigenen Bestand Schläuche, Verteiler, Strahlrohre, Feuerwehrkleidung und Verbandsmaterial zusammengetragen. Die Sachspenden sind Teil eines großen Sammeltransports in die Ukraine, die der Landesfeuerwehrverband zusammengestellt hat.
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