Tiere in Brandenburg
: Zahl der Kormorane geht zurück – das ist der Grund

Jahrelang machten Kormorane vor allem Fischern das Leben schwer. Doch die Zahl der Zugvögel hat in Brandenburg rapide abgenommen. Das ist auch um Beeskow (Landkreis Oder-Spree) zu merken.
Von
Marcel Gäding
Beeskow
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Zwei Koromorane auf der Spree in Beeskow. Die Zahl der Zugvögel nimmt in einigen Regionen Brandenburgs ab.

Marcel Gäding

Es ist noch gar nicht so lange her, da konnten Tierfreunde an der Spreeinsel in Beeskow ein schönes Naturschauspiel beobachten. Tausende Wasser- und Zugvögel versammelten sich regelmäßig im Zentrum der Kreisstadt von Oder-Spree, alle auf der Suche nach Nahrung. Dieser Teil der Spree ist bei den Tieren sehr beliebt, denn dort tummeln sich selbst in den Wintermonaten viele Fische.

Neben Reihern zieht es auch Kormorane an die Spree. Doch seit einigen Jahren werden es weniger Tiere. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz erklärt auf Nachfrage, dass im Jahr 2023 im Land Brandenburg 680 Brutpaare ermittelt wurden, 2022 lag ihre Zahl noch bei 1200.

„Insgesamt ist der Bestandstrend seit 2011 rückläufig“, berichtet eine Sprecherin. „Hierbei spielen auch Waschbären eine Rolle, die es erlernt haben, in Kormorankolonien einzusteigen und dort Eier und Jungvögel zu erbeuten und damit auch Neuansiedlungen von Kolonien zu unterbinden.“

Kormorane in Brandenburg: Fischer bestätigt Rückgang

Patrick Roth, Fischereimeister in der Fischerei Köllnitz bei Storkow, ganz in der Nähe von Beeskow, bestätigt den Rückgang. „Vor 17 Jahren hatten wir in der Groß Schauener Seenkette noch 1500 Brutpaare“, berichtet er. „Die haben richtig zugeschlagen, Verbände gebildet, um die Fische zusammenzutreiben.“ Jetzt seien es vielleicht noch 30 bis 50 Tiere an den fünf Seen.

Laut Umweltministerium hielten sich die meisten Brutpaare im vergangenen Jahr im Landkreis Dahme-Spreewald auf (350), die zweitgrößte Kolonie (155 Paare) meldete Brandenburg an der Havel.

Kormoran richtet in Brandenburg weiter Schäden an

Trotz des Rückgangs richtet der Kormoran weiter Schäden an. So hat der Kot der Vögel Bäume auf der Insel Werl im Scharmützelsee bei Bad Saarow stark in Mitleidenschaft gezogen. „Sterben sie ab, kann das auch das Ende der Insel bedeuten“, sagt Fischer Patrick Roth.

Etwas Ähnliches habe man im Selchower See bei Storkow erlebt, wo von einer Insel nur noch ein paar Baumstümpfe erhalten blieben. Von Kollegen aus dem Süden Brandenburgs, etwa aus der Peitzer Gegend, wisse er zudem, dass Kormorane dort immer noch an Fischteichen wildern und Bestände stark dezimieren.

Positiv wirkt sich der Kormoran in einigen Regionen allerdings auf andere Wildvögel aus. So stehen dessen Jungvögel auf dem Speiseplan von Seeadlern, die gezielt Brutkolonien von Kormoranen aufsuchen.

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