Tierheim Märkisch Buchholz: Hund in Not – so verlor Dackel-Mix Benno sein Zuhause

Dackel-Mix Benno hat seinen eigenen Kopf. Und seine Erinnerungen. Der Hund weiß, durch welches Tor es aus dem Tierheim Märkisch Buchholz hinausgeht.
Jens OlbrichWenn es nach Dackel-Mix Benno gehen würde, hätte alles so schön bleiben können, wie es war mit Frauchen und Herrchen. Aber zuweilen ändern sich die Umstände, das Schicksal schlägt unbarmherzig zu. Auch für den inzwischen ungefähr 14 Jahre alten Benno. Ein Hund, in dem Dackel und Pinscher stecken. „So richtig kann man nicht sagen, was da so drin ist in Benno“, meint Tierpflegerin Manuela Budich. „Wir lassen ihn mehr oder weniger unter Mischling laufen, weil wir das echt nicht wissen.“
Das erwähnte Schicksal ereilt Benno, als sowohl sein geliebtes Frauchen als auch sein nicht weniger geliebtes Herrchen, beides betagte Senioren, aus gesundheitlichen Gründen ins Krankenhaus müssen. Frauchen wird sofort zum Pflegefall. Herrchen darf das Krankenhaus wieder verlassen. Benno, derzeit im Tierheim Märkisch Buchholz noch Pensionsgast zur Pflege, will er wieder abholen. Doch dann kommt es leider anders.
Bennos Schicksal – so verlor der Hund Herrchen und Frauchen
Nach nur zwei Tagen musste Bennos Herrchen wieder ins Krankenhaus eingewiesen werden. Es ging nicht mehr. „Er hat dann selber zugegeben, dass er sich nicht mehr um den Hund kümmern kann“, erzählt Tierpflegerin Budich. Selbst mit ihm nur herauszugehen, sei für den alten Herrn unmöglich gewesen. Und seinen Kindern sei es auch nicht möglich gewesen, Benno aufzunehmen, weil sie viel arbeiten. „Sie haben dann gefragt, ob sie ihn abgeben können“, erinnert sich Manuela Budich. Das sei im Juni dieses Jahrs gewesen.

Benno ist bei allen Tierpflegerinnen und Pflegern im Tierheim Märkisch Buchholz beliebt. Streicheleinheiten sind ihm sehr willkommen.
Jens OlbrichFür Dackel-Mix Benno ist das natürlich alles unverständlich. Auch wenn er den Angaben von Manuela Budich zufolge zwar noch sieht, wenn auch nicht mehr hundertprozentig, und auch schlecht hört. Das, was er sehen und hören will, bekäme er mit. Benno weiß, wo „seine Leute“ das Tierheim an jenem Tag verließen haben, als sie gingen. Genau da zum Tor hinaus, wo ehrenamtliche Hundegassi-Helfer mit ihm auch das Gelände verlassen, wenn sie mit ihm spazieren gehen.
Sind es Bennos Dackel-Gene, oder hört er wirklich nicht?
Die Frage, ob Benno nicht mehr so gut hört, oder ob er nur selektiv entscheidet, was für ihn wichtig ist, könnte möglicherweise mit den Dackel-Genen in ihm beantwortet werden. „Wenn die Futterschüssel klappert, hört er es“, erklärt Tierpflegerin Budich zumindest schmunzelnd. „Es könnte auch der Dackel-Anteil in ihm sein.“
Der Dackel in Benno würde, ebenso das Hören, auch zu seiner liebenswürdigen Dickköpfigkeit passen, mit der er, wenn mal nicht angeleint auf dem eingezäunten Platz vor dem Tierheim Märkisch Buchholz, immer wieder nach vorn zu jenem Tor „dackelt“ und sehnsüchtig nachsieht, ob da nicht doch jemand kommt, der ihn wieder abholt, ihn vom Tierheim-Alltag erlöst.
Dass Benno im Tierheim ein bei allen beliebtes „Notfellchen“ ist, merkt man sofort, wenn er auf besagtem Platz vor dem Heim „auf Tour“ ist. Da ist keine Pflegerin, kein Pfleger, der Benno nicht kennt, ihm nicht etwas Liebes zuruft, ihn streichelt. „Er liebt es, gekuschelt zu werden“, erklärt Manuela Budich und fügt hinzu: „Er mag auch kleine Spaziergänge.“ Natürlich könne man mit ihm keine Marathonläufe mehr machen. Aber ansonsten sei er fit und fidel, ein toller kleiner Kerl. „Und wenn er läuft, dann läuft er.“
Tierheim Märkisch Buchholz: Hoffnung für Opa-Hund Benno
Einen Altersruhesitz sei, was sich alle Mitarbeiter des Tierheims Märkisch Buchholz für ihren „süßen, kleinen Opa-Verschnitt“ Benno wünschen. Daran ändere auch nichts, wenn Benno „den Dackel raushängen“ lässt, sich hinsetzt und bockt. Da er ein durchaus friedlicher Geselle sei, wäre es vielleicht sogar möglich, ihn als Zweithund aufzunehmen. Gesellig in der richtigen „Baugröße“ natürlich. Sympathie vorausgesetzt.

Tierpflegerin Manuela Budich weiß, was ihre vierbeinigen Schützlinge mögen. Benno mag die „Hundekekse“ zum Beispiel schön klein.
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Als kleine Hunderasse könne er das durchaus noch ein paar Jahre vor sich haben, da die Lebenserwartung mit schwindender Körpergröße durchschnittlich zunehmen würde. Auch bei Benno, wenn er seine durch eine altersbedingte Herzinsuffizienz benötigten Tabletten bekommt sowie zuweilen ein Schmerzmittel. Insgesamt seien das keine riesigen Ausgaben, meint Tierpflegerin Budich.
Kontakt zum Tierheim Märkisch Buchholz
● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de

