Tierheim Märkisch Buchholz: Kater Fussel faucht nur beim ersten Date

Das Eis zur angehenden Tierpflegerin Celina Kirchner im Tierheim Märkisch Buchholz ist bei Kater Fussel längst gebrochen. Er genießt ihre Besuche in seinem Katzenzimmer und vor allem die Streicheleinheiten.
Jens Olbrich- Kater Fussel kam in schlechtem Zustand ins Tierheim Märkisch Buchholz.
- Untersuchung ergab: nicht gechippt, nicht kastriert und kryptorchid – Risiko für Tumoren.
- Aufwendige OP mit Öffnung des Bauchraums gelang, Rasur entfernte Verfilzungen und Zecken.
- Nach Chip und Behandlung läuft er wieder normal, Fell wächst nach, etwa fünf Jahre alt.
- Anfangs faucht er, doch vertraut er, sucht er Streicheln – ruhiger Bewohner mit Höhle.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als Kater Fussel im April 2026 in das Tierheim Märkisch Buchholz gebracht worden sei, habe es um ihn nicht so gut gestanden, erklärt die angehende Tierpflegerin Celina Kirchner. „Das Fundtier war stark verfilzt, hat gehumpelt, hatte sehr viele Zecken“, erinnert sie sich. Bei der durchgeführten tierärztlichen Untersuchung sei dann nicht nur herausgekommen, dass er nicht gechippt, sondern auch nicht kastriert gewesen sei.
Überdies sei festgestellt worden, dass der Kater von Kryptorchismus betroffen gewesen sei. Damit bezeichnet die Medizin ein Phänomen, bei dem sich ein oder beide Hoden nach der Reifung nicht in den Hodensack abgesenkt haben und stattdessen im Bauchraum verblieben sind. Das hätte auch gefährlich werden können für Fussel, denn durch die höhere Temperatur im Körperinneren wächst die Tumor- und Entzündungsgefahr.
Neben den anderen „Baustellen“, die es bei Fussel zu bearbeiten gab, habe daher vorrangig auch eine Kastration angestanden, erzählt Celina Kirchner. Aufgrund des Kryptorchismus sei es eine etwas aufwendigere Operation als sonst gewesen. Die Tierärztin habe zusätzlich noch den Bauchraum öffnen müssen, gleichsam wie bei einer Kastration bei weiblichen Tieren. Fussel habe das jedoch super „weggesteckt“, meint die Tierpflegerin.
Fell des Katers gleicht nach Behandlung einem Flickenteppich
Um Herr über das verfilzte Fell und versteckte Zecken zu werden, habe nur ein „Kahlschlag“ geholfen. Nach der Rasur sei Fussel auch gleich ein Chip eingesetzt worden. Das Humpeln, für das erst ein schmerzender Hinterlauf als Ursache vermutet worden war und das anfänglich mit Schmerzmitteln behandelt worden war, habe sich nach der Rasur ebenfalls gegeben. „Es kann sein, dass es Fussel geziept hat beim Gehen, weil er so stark verfilzt war“, denkt Celina Kirchner.
Fussels Fell, das nach der Behandlung stellenweise eher einem Flickenteppich geglichen hatte, sei inzwischen fast vollständig nachgewachsen, der circa fünfjährige Kater soweit wieder vorzeigbar. Alle, die ihn kennenlernen wollen, werden jedoch erst einmal angefaucht. „Das ist wohl erst einmal eine Art Verteidigung“, beurteilt Celina Kirchner. „Wir wissen ja nicht, was Kater Fussel draußen so alles erlebt hat.“

In seiner Katzenhöhle fühlt sich Kater Fussel wohl. Die angehende Tierpflegerin Celina Kirchner weiß aber auch, was ihrem Schützling besonders gut schmeckt.
Jens OlbrichDas passiere jedoch nur am Anfang. „Wenn er jemanden kennt und die Chemie stimmt, ist er aufgeschlossen und will gestreichelt werden“, erklärt die Tierpflegerin. Er brauche Liebe, und das zeige Fussel auch. Insgesamt sei er ein „ruhiger Kandidat“, mache nicht viel Chaos. Fussel sei froh, da zu sein und seine Höhle zu haben, meint Kirchner. Während sie ihm den Kopf streichelt, lobt sie ihn: „Du bist schon ein angenehmer Zeitgenosse, wenn man mal von deinem Fauchen beim ersten Date absieht.“
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Interessenten an Fussel oder einem anderen Tier finden die bedürftigen Fellnasen im Tierheim Märkisch Buchholz
● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de

