Tierheim Märkisch Buchholz
: Hinter dem Fauchen dieser Katze steckt vermutlich Sehnsucht

Die eigenwillige Katze Bella Bloom versteckt sich hinter ihrer harten Schale. Im Tierheim hofft sie auf Menschen, die ihre leisen Signale verstehen.
Von
Jens Olbrich
Märkisch Buchholz
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Mit großen Augen beobachtet Bella Bloom, wer sich ihr nähert. Ein Foto kann schließlich nur die ihr vertraute Tierpflegerin Nancy Seifert machen. Fremde sollen dem Willen der Katze nach zunächst fremdbleiben.

Mit großen Augen beobachtet Bella Bloom, wer sich ihr nähert. Ein Foto kann schließlich nur die ihr vertraute Tierpflegerin Nancy Seifert machen. Fremde sollen dem Willen der Katze nach zunächst fremdbleiben.

Nancy Seifert
  • Tierheim Märkisch Buchholz sucht Zuhause für Katze Bella Bloom – scheu, aber lernfähig.
  • Die sechsjährige Katze griff in ihrem früheren Zuhause ein zweites Kind an und kam ins Tierheim.
  • Sie vertraut ausgewählten Pflegerinnen, braucht Zeit und mag keine aufdringlichen Artgenossen.
  • Gesundheitlich ist sie versorgt: Zahnsanierung erledigt, kastriert, gechipt, Impfungen aufgefrischt.
  • Gewünscht ist ein ruhiges Zuhause ohne Kleinkinder und ohne Zweitkatze, Freigang ist ungewiss.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sympathie oder nicht, das entscheiden Katzen innerhalb von Sekunden. Beim ersten Kind einer Familie, in der die grau getigerte Europäisch Kurzhaarkatze Bella Bloom gelebt hat, hatte die sechsjährige Samtpfote gewissermaßen noch den Daumen gehoben. Alles war gut. Bis erneut Nachwuchs kam.

„Als das zweite Kind kam, hat Bella begonnen, es anzugreifen“, erzählt die stellvertretende Tierheimleiterin des Tierheims Märkisch Buchholz, Denise Möbius. Zu allem Überfluss habe sich Bella Bloom auch noch als unverträglich mit der zweiten Katze gezeigt – deshalb sei sie schließlich im Tierheim abgegeben worden.

Mit Bella Bloom auszukommen, sei schon spannend, meint Denise Möbius. Von Tierpflegerin Nancy Seifert lasse sich die wählerische Katze bereits anfassen, von der Auszubildenden Celina Kirchner ebenso. „Ich werde angefaucht“, berichtet die stellvertretende Tierheimleiterin. Vielleicht auch deshalb, weil sie sich nicht so oft sehen würden. „Ich bin leider immer nur sporadisch bei den Katzen oder allgemein in der Tierversorgung“, bedauert Denise Möbius. Zu den Bezugspersonen fasse Bella inzwischen so etwas wie Vertrauen.

Vertrauen muss man sich bei Katze Bella Bloom erst verdienen

„Bella braucht wirklich Zeit zum Auftauen“, bestätigt Nancy Seifert. Die Tierpflegerin kennt das Tier schon etwas länger, seit dem 29. Januar ist die Katze im Tierheim. Bella hätte grundsätzlich gerne Freiraum, meint Nancy Seifert, vielleicht auch deshalb, weil sie ein wenig verstört sei von der Situation, in ihrem Alter aus ihrem Zuhause herausgerissen worden zu sein. Verständlich, denn Katzen, beziehungsweise Tiere allgemein, verstünden das nicht so leicht.

„Ich konnte sie in der Quarantäne schon mit Leckerlis füttern, zwar mit großen Augen und Fauchen, aber dann hat sie es genommen“, erinnert sich Nancy Seifert. Und auch daran, dass man den Krallen der dramatischen Diva im Zweifelsfall erst einmal aus dem Weg gehen sollte. Mit Fisch könne man sie auch nicht locken, den möge sie nicht, und – das steht auch als Warnung auf dem Schild an der Tür zu Bellas Katzenzimmer – sie „kann Türen öffnen!“

Spendenkonto Tierheim Märkisch Buchholz

IBAN: DE81 1009 0000 7213 9490 09
Berliner Volksbank

Interessenten an Bella Bloom oder einem anderen Tier finden die bedürftigen Fellnasen im Tierheim Märkisch Buchholz
● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de

Gesundheitlich gehe es der „hübschen Katze“ gut, bestätigt die stellvertretende Tierheimleiterin. „Bei uns hat sie erst einmal eine Zahnsanierung bekommen. Da war alles schick, der Zahnstein ist entfernt“, erklärt Denise Möbius. Kastriert und gechipt sei Bella Bloom ebenfalls, die Impfungen seien aufgefrischt worden.

Auf aufdringliche Artgenossen verzichtet Bella – sie will Ruhe

Über Bella Blooms mögliches, neues Zuhause haben sich die Märkisch Buchholzer Tierpfleger bereits Gedanken gemacht. „Wir hegen die Hoffnung, dass sich Bella, wenn sie ein Zuhause bekommt, an die Leute da gewöhnt“, erklärt Denise Möbius. Auch wenn sie eigentlich kein Fan davon sei, zu sagen: Im Fall Bella nicht mit einer Zweitkatze. Es gebe eben Katzen, die „so gar keinen Bock“ auf eine Nebenbuhlerin bei ihren Menschen hätten.

Des Weiteren wäre es in Bellas Fall auch ratsam, dass keine Kleinkinder durch ihr neues Zuhause toben. Freigang – eventuell später, denn den kenne sie nicht. Und ob sie sich wirklich draußen auf Artgenossen einstellen oder auf noch mehr Abstand gehen würde, sei ungewiss. Das Beste für Bella wäre nach einmütiger Einschätzung der erfahrenen Tierpflegerinnen ein ruhiges Zuhause bei Menschen, die „auch so ein wenig die Katzensprache verstehen können“. Und das könne gelingen – Bellas Vertrauen bekannten Tierpflegerinnen gegenüber lässt die Sehnsucht vermuten.