Tierheim Märkisch Buchholz
: Kitten-Alarm bei Savannah-Katze Wilma

Im Tierheim Märkisch Buchholz hat Savannah-Katze Wilma drei Kitten zur Welt gebracht. Was steckt hinter dieser besonderen Rasse und ihrer Zuchtgeschichte?
Von
Jens Olbrich
Märkisch Buchholz
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Tierpflegerin und stellvertretende Tierheimleiterin in Märkisch Buchholz, Denise Möbius, spielt mit Savannah-Katze Wilma und ihren Kitten Lilo, Stitch und Jumba.

Tierpflegerin und stellvertretende Tierheimleiterin in Märkisch Buchholz, Denise Möbius, spielt mit Savannah-Katze Wilma und ihren Kitten Lilo, Stitch und Jumba.

Jens Olbrich
  • Savannah-Katze Wilma brachte im Tierheim Märkisch Buchholz drei Kitten zur Welt.
  • Die Kitten heißen Lilo, Stitch und Jumba und sind sehr verspielt.
  • Savannah-Katzen sind Hybriden aus Serval und Hauskatzen und erfordern besondere Haltung.
  • Wilma und ihr Gefährte Kaliko wurden aus illegaler Zucht gerettet.
  • Vermittlung der Kitten ab Juni geplant, eine artgerechte Haltung ist notwendig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Savannah-Katze Wilma sei „relativ rund“ im Tierheim angekommen, erzählt Denise Möbius, stellvertretende Tierheimleiterin in Märkisch Buchholz. Aus anfänglich „vermutlich tragend“ sei schnell Gewissheit geworden, Wilma erwartete definitiv Nachwuchs.

Bereits 20 Tage nach ihrer Aufnahme im Tierheim, am 12. März, brachte „Savannah-Wilma“ drei gesunde Kitten zur Welt. Die Kater-Welpen Jumba und Stitch im „wilden“ Serval-Tupfendesign sowie ein ebenso unverkennbares Kätzchen, welches die Tierpflegerinnen Lilo tauften.

Lilo, Stitch und Jumba sitzen so gut wie keinen Moment still. Quirlig streifen sie durch das Katzenzimmer und suchen nach neuen Spielideen. Ohne jegliche Scheu testen sie alles auf Spieltauglichkeit. Schnürsenkel und Bänder an Denis Möbius‘ Hoodie haben es ihnen besonders angetan.

Alles was sich bewegt, reizt sie, ihrem angeborenen Jagdinstinkt zu folgen und mit ihren kleinen Tatzen danach zu angeln. So, wie es Wilma ihren Welpen vormacht. Auch die Katzenmama ist durch und durch eine Savannah-Katze.

Savannah-Katzen wurden durch Veterinäramt beschlagnahmt

Wilmas Name wirkt derweil angesichts der mit drei Jahren noch jungen Savannah-Katze wie dem erfolgreichen Comic Familie Feuerstein entliehen, passt jedoch irgendwie zu Wilma Feuersteins Charakterisierung. Sie hat einen starken Willen und ist ernster als Kater Kaliko. Den Kater, den das Veterinäramt zusammen mit ihr von einem alten Scheunenboden aus vermutlich illegaler Zucht rettete, indem es die Tiere beschlagnahmte.

Lilo, Stitch oder Jumba, das ist leider nicht wirklich so leicht zu unterscheiden. So ruhige Momente sind selten, seit die Kitten laufen können.

Lilo, Stitch oder Jumba, das ist leider nicht wirklich so leicht zu unterscheiden. So ruhige Momente sind selten, seit die Kitten laufen können.

Jens Olbrich

Am Anfang im Tierheim hatte sie „ein arges Problem mit der engen Quarantäne-Box“, erinnert sich Denise Möbius. Die werdende Katzenmutter sei sehr ungehalten über die Situation gewesen. „Da mussten wir immer sehr aufpassen beim Saubermachen“, berichtete die Tierpflegerin. Wilma hätte sehr deutlich gezeigt, dass sie nicht möchte, dass man in ihre Nähe komme.

Das sei der Wildtieranteil in ihr. Denn so hübsch Savannah-Katzen auch anzusehen seien, brauchten sie unglaublich viel Freiraum und Bewegung. Daher sei ihre Haltung natürlich auch etwas schwierig.

Seitdem jedoch Lilo, Stitch und Jumba zusammen Wilma durch das größere Katzenzimmer in der Vermittlung toben, zeigt die Katzenmama kaum noch ihre Krallen, ist „netter“ gegenüber den Menschen geworden. „Wilma ist nicht so unbedingt die totale Schmusekatze“, meint Denise Möbius. Sie sei nicht so eng auf Menschen bezogen wie Kaliko. „So auf den Arm nehmen, kuscheln und knuddeln, das möchte sie nicht.“

Als Katzenmama kümmert Wilma sich rührend um ihre Kitten

Als Mama sei Wilma sehr liebevoll, kümmere sich rührend um ihren Nachwuchs. „Sie ist aber anscheinend auch mal froh, wenn die Kleinen anderweitig beschäftigt werden“, weiß Denise Möbius und beweist es auch gleich, indem sie mit den Kitten ausgiebig spielt. Mama Wilma nutzt die Möglichkeit jedoch nicht zum Durchschnaufen wie sonst, sondern spielt einfach mit.

Auch wenn Savannah-Katze Wilma nicht ganz so verschmust ist, wie Kater Kaliko, mag sie den Kontakt zu den Menschen dennoch ganz gern.

Auch wenn Savannah-Katze Wilma nicht ganz so verschmust ist, wie Kater Kaliko, mag sie den Kontakt zu den Menschen dennoch ganz gern.

Jens Olbrich

So niedlich sie auch seien, es sei wichtig zu wissen, dass Savannah Katzen einer Qualzucht entstammen, erklärt Denise Möbius und bezieht sich auf die Qualzucht-Datenbank. Angesichts der ebenso wild wie gesund aussehenden Wilma und ihren Kitten ist diese Information im ersten Moment schwer zu verstehen. Die Tiere haben alle Körperteile und ihr Fell, auch ist die Nasenpartie nicht abgeflacht, können die Tiere gut atmen.

Hintergrund der Einordnung sei, dass Savannah-Katzen Hybridkatzen sind. Sie entstehen aus der Verpaarung eines wilden Serval-Katers mit einer Hauskatze. Das sei eine Zwangsverpaarung zwischen zwei unterschiedlichen Tierarten hinsichtlich der Körpergröße, dem Gewicht und der Tragzeit. Die Verpaarung bedeute erheblichen Stress für die körperlich deutlich unterlegene Hauskatze, „die in der Regel nicht so Lust darauf hat und zur Paarung gezwungen wird“. Auch seien die Welpen viel größer, was eine schwere Geburt bedeute.

Qualzucht und bis Generation F4 Wildtier – Savannah-Katzen

Hybriden der ersten vier Generationen gelten als Wildtiere und dürfen in Deutschland nicht ohne besondere Genehmigung privat gehalten werden. Bei Wilma und ihren Kitten sei in dieser Hinsicht nichts mehr zu beachten, entwarnt Denise Möbius. Generationsmäßig sei Wilma eine Generation X, für deren Haltung keine besonderen Papiere mehr benötigt werden würden.

Spendenkonto Tierheim Märkisch Buchholz

IBAN: DE81 1009 0000 7213 9490 09

Berliner Volksbank

Interessenten an Wilma und ihren Kitten oder einem anderen Tier finden die bedürftigen Fellnasen im Tierheim Märkisch Buchholz
● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de

Die Savannah-Katze ist keine normal Hauskatze

Die Vermittlung von Lilo, Stitch und Jumba sei ab Mitte Juni geplant, informiert die Tierpflegerin. Zukünftige Halter müssten den Tieren mehr Platz als wie für eine normale Hauskatze bieten. Ein gesicherter Freigang wäre gut, da man sich mit einem generellen Freigang ganz sicher „den Hass der Nachbarn“ zuziehen würde. „Aufgrund des starken Jagdtriebs fangen sie wahrscheinlich alles weg, was draußen kreucht und fleucht“, meint sie. Vermittelt würden die Tiere einzeln oder zu zweit, eine Vergesellschaftung mit normalen Hauskatzen sei nicht ratsam. „Savannah-Katzen sind wirklich nicht mit einer normalen Hauskatze vergleichbar.“