Hund in Berlin
: Ins Tierheim abgeschoben – gibt es für Flash ein Happy End?

Am traurigen Los von Hund Flash nehmen tausende MOZ-Leser über die Grenzen Brandenburgs hinaus teil. Jetzt gibt es eine glückliche Wendung seines Schicksals.
Von
Jens Olbrich
Berlin
Jetzt in der App anhören
Flash im neuen Zuhause, auf der Terrasse des Hauses Blidschun in Berlin.

Hund Flash im neuen Zuhause, auf der Terrasse der Familie Blidschun in Berlin.

Jürgen Blidschun

Als stürmisch, unerzogen, rüpelhaft, aber nett und sehr schnell beschreibt Tierpflegerin Manuela Budich den 2023 auf ominöse Weise ins Tierheim Märkisch Buchholz abgeschobenen Hund Flash. Nett wie lieb, verunsichert und, vielleicht, auf seine Art und Weise protestierend gegen die Abschiebung. Was bleibt, wenn man den Husky-Border-Collie-Mix wirklich kennenlernt, sind die Beschreibungen lieb und verunsichert.

So beschreibt Manuela Budich Flash dann auch Familie Blidschun, die, auf der Suche nach einem vierbeinigen Familienmitglied, das Tierheim besucht. „Also ich habe da einen, den lege ich Ihnen sehr ans Herz, der ist total lieb“, erinnert sich Jürgen Blidschun an Budichs Ankündigung, während sie ihn, seine Frau Siglinde und Sohn Yannick zu Flashs Box führt. Offenbar verspricht die Tierpflegerin nicht zu viel, denn schnuppernd und beobachtend tasten sich Hund und Familie Stückchen für Stückchen zur Entscheidung, dass man zueinander passt.

Flashs Umzug aus dem Tierheim Märkisch Buchholz nach Berlin

„Autos sind nicht so ganz sein Ding“, meint Jürgen Blidschun. Erst hätte Flash am Tag seines Auszugs nicht ins Auto steigen wollen, im neuen Heim bei Familie Blidschun angekommen dann nicht wieder aus. Ersteres hätte schon der guten Zurede und des Schiebens bedurft, am Ende der Fahrt stand Flash dann die Frage ins Gesicht geschrieben: „Warum soll ich jetzt aus dem Auto raus? Wo bringt ihr mich hier hin?“

Angekommen - inzwischen kann Flash auch schon relaxen. Es sei denn, Gewitter ziehen auf, dann ist es hinter der Couch sicherer.

Angekommen – inzwischen kann Flash auch schon relaxen. Es sei denn, Gewitter ziehen auf, dann ist es hinter der Couch sicherer.

Jürgen Blidschun

Flash in Berlin – mit wem sich der Hund das Zuhause teilt

Inzwischen sei er jedoch angekommen und lerne, was und wie es läuft. „Wir mussten ihm zuerst beibringen, dass die Couch wunderbar ist, aber nicht für ihn bestimmt“, berichtet Flashs neues Herrchen. Auch die Sozialisierung hätten sie in Angriff genommen. Diese sei unumgänglich, denn den Garten teilt sich Flash mit der riesigen Schäferhündin Tara aus dem Gartenhaus, mit der er zurzeit einen Waffenstillstand ausgehandelt hätte. Generell fehle Flash die Erfahrung im Umgang mit Artgenossen. „Da weiß er noch nicht so recht, ob er den starken Mann markieren oder doch lieber den Ball ein bisschen flach halten soll.“

Die Rangordnung im 'Berliner Rudel' muss Flash noch klären

Jürgen Blidschun zufolge hat Flash noch kein Lieblingsfamilienmitglied erkoren, eine Rangordnung allerdings schon. „Ich glaube, da ich die meiste Zeit mit ihm verbringe und auch mit ihm spazieren gehe und so: Herrchen, Prio 1“, erklärt er. ‚Frauchen‘ Siglinde Blidschun sei auch okay, insbesondere, wenn sie den Fressnapf bringen würde. Sohn Yannick gegenüber scheint Flash bis dato zu dem Schluss gekommen zu sein: „Hey, der ist ungefähr so gleich wie ich. Mit dem kann ich herumblödeln!“ Die Frage, wer nun Rangnummer drei und vier belegt, sei aus Flashs Sicht wohl noch zu klären.

Kontakt Tierheim Märkisch Buchholz:

● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de

MOZ.de am Morgen
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Starten Sie gut informiert in den Tag mit MOZ.de am Morgen, dem Newsletter der Märkischen Onlinezeitung. Wir informieren Sie über regionale Nachrichten und geben einen Ausblick auf die wichtigsten Ereignisse des Tages.