Tierheim Märkisch Buchholz
: Warum wurde Katze Leni plötzlich so aggressiv?

Katze Leni hat gebissen und kam ins Tierheim Märkisch Buchholz. Dort ist sie allerdings zahm. So leicht kann ein Zeichen bei Katzen als Aggression missverstanden werden.
Von
Jens Olbrich
Märkisch Buchholz
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Im Tierheim Märkisch Buchholz ist Katze Lena nicht nur friedlich wie ein Lamm, „Leni-Maus“ lässt sich nach Angaben der stellvertretenden Tierheimleiterin Denise Möbius sogar streicheln. Wie kam es, dass die Katze bei ihrer vorherigen Halterin aggressiv wurde?

Im Tierheim Märkisch Buchholz ist Katze Lena nicht nur friedlich wie ein Lamm, „Leni-Maus“ lässt sich nach Angaben der stellvertretenden Tierheimleiterin Denise Möbius sogar streicheln. Wie kam es, dass die Katze bei ihrer vorherigen Halterin so aggressiv wurde?

Jens Olbrich
  • Katze Leni kam wegen Aggression ins Tierheim Märkisch Buchholz und zeigt sich dort zahm.
  • Anfänglich war sie schüchtern, später ließ sie Nähe zu und fordert Streicheln ein.
  • Tierärzte bescheinigen keine aktuellen Probleme, Leni hat jedoch eine Hüftdysplasie.
  • Schmerzen könnten die frühere Aggression erklärt haben – im Tierheim biss sie nie.
  • Leni soll als Wohnungskatze leben; Interessenten sollen ihr Gangbild regelmäßig prüfen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Lenis Augen sind weit aufgerissen, die Pupillen geweitet. Die Ohren hat sie angelegt. Ihren sprichwörtlichen Katzenbuckel verstärkt das aufgestellte Fell, der Schwanz zuckt nervös. Leise fauchend entblößt sie die beachtlichen Fangzähne, die angesichts ihres noch jungen Alters von gerade erst fünf Jahren makellos weiß und sehr scharf sind. Testen möchte man es nicht, man wahrt freiwillig sicheren Abstand.

So ungefähr muss Lenis Besitzerin ihre Katze wohl öfter gesehen haben, dass sie sich schließlich dazu entschloss, sie auf Basis mangelnden Vertrauens ins Tierheim Märkisch Buchholz abzugeben. „Leni war wohl richtig aggressiv geworden, hat sogar gebissen“, erzählt Denise Möbius, die stellvertretende Tierheimleiterin, was sie über das Tier weiß. Dennoch habe sich die Besitzerin sehr schwer damit getan, ihre „hübsche“ Katze im Tierheim abzugeben.

Im Tierheim sei Leni anfangs sehr zurückhaltend und scheu gewesen. „Wir haben sie kaum zu Gesicht bekommen“, erinnert sich Denise Möbius. Irgendwann habe sich das gegeben und die Tierpflegerinnen konnten „mit ihr reden“, ohne dass sie wegrannte. Inzwischen lasse sich „Leni-Maus“ auch streicheln. „Sie fordert das sogar ein, ist richtig verschmust geworden“, freut sich Denise Möbius. Im Tierheim hat die Katze ihr zufolge auch noch nie zugebissen.

Tierheim Märkisch Buchholz: Katze könnte wegen Schmerzen aggressiv sein

Woran es gelegen haben könnte, dass Leni plötzlich aggressiv wurde? „Das weiß man nie so genau, da steckt man ja leider zu wenig drin“, bekennt die Tierpflegerin. Auf die Frage, ob Katzen „angeboren aggressiv“ sein können, beruhigt neben Denis Möbius zumindest auch eine Suchmaschine im Internet – mehrere Webportale stimmen darin überein, dass Katzen in den seltensten Fällen mit einer rein „angeborenen Bosheit“ zur Welt kommen.

Auch Leni müsste eine Wesensänderung durchgemacht haben, sonst wäre es ihrer Besitzerin vermutlich nicht so schwergefallen, sie ins Tierheim abzugeben. Eine mögliche Ursache für die Verhaltensänderung nennt die Suchmaschine: Schmerzen und Krankheiten. Bestätigt wird diese unter anderem im Webportal Tierarzt Karlsruhe – Kleintierzentrum Arndt. Dort heißt es, dass Aggressivität bei Katzen fast nie einfach nur „schlechtes Benehmen“, sondern ein Warnsignal, unter anderem für Schmerzen, sei.

„Leni hat eine angeborene Hüftdysplasie“, bestätigt Denise Möbius. Das sei eine erbliche Fehlbildung des Hüftgelenks, bei der Gelenkkopf und Gelenkpfanne nicht optimal zueinanderpassen. Der Gelenkkopf könne zuweilen herausrutschen. Verhaltensänderungen im Alltag durch schmerzhafte Gelenkreibungen sind möglich. „Die Vorbesitzerin hatte uns einen Riesenstapel an Tierarztpapieren mitgegeben“, erzählt die Tierpflegerin passend dazu.

Im Tierheim Märkisch Buchholz sei Katze Leni nicht aggressiv

Laut den Tierärzten sollte Leni aber eigentlich keine Probleme haben, berichtet Denise Möbius weiter. Da die Katze im Tierheim bisher kein aggressives Verhalten gezeigt habe, schließe man im Tierheim darauf, dass das Verhalten bei der Vorbesitzerin dennoch schmerzbedingt aufgetreten sein könne, in Märkisch Buchholz bisher jedoch nicht zum Zuge kam. „Hier läuft und springt sie, als ob sie keine Probleme hätte.“

Spendenkonto Tierheim Märkisch Buchholz

IBAN: DE81 1009 0000 7213 9490 09
Berliner Volksbank
Interessenten an Lena oder einem anderen Tier finden die bedürftigen Fellnasen im Tierheim Märkisch Buchholz
● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de

Interessenten an der ausschließlich als Wohnungskatze zu haltenden Leni mit Vorliebe für gesicherte Balkons sollten Denise Möbius zufolge jedoch hinterher sein und prüfen, wie sie läuft und sich verhält, sodass sie rechtzeitig bei akuten Problemen mit der Hüfte eingreifen könnten. Mit anderen Katzen könne Leni derweil nicht viel anfangen – jeglicher Versuch einer „Partnervermittlung“ im Tierheim sei gescheitert.