Tierheim Märkisch Buchholz: Wer schafft es, Katze Amys Futterpanik zu zähmen?

Solange Katze Amy satt ist, merkt man ihr die Futterpanik nicht an. Tierheimleiterin Maria Schwarz (li) und ihre Stellvertreterin Denise Möbius kennen ihren Pflegling in Märkisch Buchholz inzwischen ganz gut.
Jens Olbrich- Katze Amy im Tierheim Märkisch Buchholz leidet unter Futterpanik nach schwerer Hungerzeit.
- Amy war bei Fund im Oktober stark abgemagert, zeigt nun Fortschritte, bleibt aber futterneidisch.
- Tierheimleiterin Maria Schwarz nennt Amy stubenrein, gesund, geimpft und kastriert, bereit zur Vermittlung.
- Weihnachten für Tiere: Am 6. Dezember lädt das Tierheim zu einer Benefizveranstaltung ein.
- Spenden wie Futter, Decken oder Spielzeug helfen den Tieren im Tierheim Märkisch Buchholz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Hunger und Not verursachen Traumata. Psychische Folgen können neben anderen auch Essstörungen sein. Die Wahrnehmung verändert sich, Stimmungsschwankungen bis hin zu Aggressionen sind möglich. Nicht nur bei Menschen, etwa mit Kriegserfahrungen, ist das so, auch bei Tieren kann das geschehen. Der beste Beweis dafür ist Amy, eine nach tierärztlicher Schätzung zwei Jahre alten Katze. Denise Möbius, die stellvertretende Tierheimleiterin vom Tierheim Märkisch Buchholz, nennt sie auch Crazy Cat, denn wenn es um Futter geht, kennt Amy keine Freunde.
Crazy Cat ist dabei keineswegs böse gemeint. Amy bestand nur noch aus Haut und Knochen, als sie im Oktober ins Tierheim nahe dem Dahme-Umlaufkanal in Märkisch Buchholz kam. „Sie wurde gefunden“, erzählt Tierheimleiterin Maria Schwarz. „Leute haben das Tier gesehen und sich gesagt, das sieht nicht normal aus.“ „Nicht normal“ heißt hochgradig abgemagert und halb verhungert, und dementsprechend habe sie auch gefressen.
Katze Amy ist von überstandener Not „geprägt fürs Leben“
„Sie war so auf Futter fixiert, dass sie schon in Panik geriet, das Futter beim Hinstellen nicht zu bekommen“, erinnert sich Denise Möbius. Einer Kollegin habe sie in ihrer Panik ins Bein gebissen, weil sie nicht schnell genug wieder weggegangen sei. „In dem Moment, wo sie Hunger hat, ist Amy total in ihrem Film“, meint die Tierpflegerin. Auf Krawall gebürstet, fresse sie wie ein Bagger, sauge das Futter förmlich ein. Dann sei sie friedlich, bis sie mitbekommen würde, dass „es wieder irgendwo wieder Futter geben könnte“. Vermutlich ist Amy „geprägt fürs Leben“.

Kurz nachdem Katze Amy ins Tierheim Märkisch Buchholz kam, wäre eine so relativ entspanntes Anbieten von Futter durch stellvertretende Tierheimleiterin Denise Möbius nicht möglich gewesen.
Jens OlbrichInzwischen sieht Amy schon lange „nicht mehr so schlimm aus“, sagen Tierheimleiterin Maria Schwarz und ihre Stellvertreterin Denise Möbius. Auch das Fell werde „langsam wieder schöner“. Amys Fressverhalten reguliere sich gerade etwas, täglich drei Mahlzeiten bekomme sie, schlinge auch schon nicht mehr so. Eigentlich könnte sie „immer satt sein“, sei trotzdem „total erregt beim Fressen“. Die Angst, dass man ihr das Futter wegnehmen könnte, sei geblieben. Überdies wahrscheinlich sei auch, dass „sie alles, was sie kriegen kann, klauen wird“, prophezeit Denise Möbius.
Spendenkonto Tierheim Märkisch Buchholz
IBAN: DE81 1009 0000 7213 9490 09
Berliner Volksbank
Interessenten an Amy oder einem anderen Tier finden die bedürftigen Fellnasen im Tierheim Märkisch Buchholz
● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de
„Vom Verhalten her ist sie Menschen gewöhnt, auf keinen Fall eine wilde Straßenkatze“, erklärt Maria Schwarz. Amy sei trotz ihrer Hungerzeit gesund, inzwischen geimpft und kastriert, zum Auszug bereit. Stubenrein sei sie auch, „selbst die Katzen, die von der Straße kommen, gehen in der Regel aufs Katzen-Klo“. Interessenten sollten im zukünftigen Heim für Amy allerdings besser keine kleinen Kinder haben, die dem Tier beim Fressen zu nahe kommen könnten. Bei einem neuen Besitzer „könnte sie anfangs vielleicht auch nochmal aggressiv werden, weil sie nicht weiß, was es gibt“, meint Denise Möbius.
„Weihnachten für Tiere“ im Tierheim Märkisch Buchholz
Wenn Amy dann jedoch einen festen Ablauf habe und diesen kenne, würde sich das regulieren. Wer die „Hunger-Katze“ Amy kennenlernen möchte, ihr vielleicht etwas Gutes tun möchte, könnte „Weihnachten für Tiere“ im Märkisch Buchholzer Tierheim nutzen. Am 6. Dezember, von 10 bis 15 Uhr, „gibt es Glühwein, Stollen, süßes und auch herzhaftes, warmes Essen“, wirbt die Tierheimleiterin. Auch wenn der Tag in erster Linie für die Tiere da sei, werde es „ein paar Stände in Richtung Schmuck, Wildvogelfutter, Kosmetik und Gebasteltes“ geben. Wer den Fellnasen eine kleine Freude machen möchte, könne dies direkt und indirekt mit Futterspenden, Decken, Spielzeug, Lappen und Wischzubehör sowie Allzweckreiniger tun.


