Tierheim Märkisch Buchholz: Papagei Tony sorgt für turbulente Frühstückspausen

Blaustirnamazone Tony ist im Tierheim Märkisch Buchholz vorerst gut aufgehoben. Im Schwarm mit weiteren Blaustirnamazonen würde er sich trotzdem sicherlich wohler fühlen.
Jens Olbrich- Papagei Tony lebt im Tierheim Märkisch Buchholz, bevorzugt Männer und zeigt freche Verhaltensweisen.
- Tony stiehlt Brötchen, Essen aus der Hand und lacht die Tierpfleger im Pausenraum aus.
- Die Blaustirnamazone leidet unter den Folgen früherer Einzelhaltung, ist aber gesundheitlich stabil.
- Papageien sind Schwarmvögel und sollten nicht allein gehalten werden, betont das Tierheim.
- Interessierte Halter können Tony und andere Tiere im Tierheim Märkisch Buchholz kennenlernen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit Männern könne die Blaustirnamazone Tony besser als mit Frauen, erklärt Denise Möbius belustigt. „Er ist sehr auf Männer fixiert.“ Das liege vermutlich daran, dass der circa 20 Jahre alte Amazonaspapagei bei einer männlichen Bezugsperson lebte, bevor er ins Tierheim Märkisch Buchholz kam. „Na du“, unterbricht Tony die Unterhaltung, da er offenbar mitbekommen hat, dass man über ihn spricht. Er spricht? „Ja, er grüßt immer schön, kann auch ein bisschen flirten“, berichtet stellvertretende Tierheimleiterin in Märkisch Buchholz.
„Ein kleiner Mobber ist er auch“, fügt Denise Möbius hinzu. „Wenn wir hier irgendwie Spaß haben, dann sitzt er da und lacht uns aus.“ Hier, das ist der Pausenraum der Tierpfleger, in dem Tonys Käfig steht, seit nach Sommerende die Temperaturen gefallen waren und ihm im Außengehege „arschkalt“ geworden war. Zuerst hatten sie ihm noch eine Wärmelampe gegeben, doch das hatte nicht gereicht. Seitdem sei er drinnen. Das sei zwar „größentechnisch nicht ideal“, aber Tony könne jeden Tag aus dem Käfig heraus in die „kleine Freiheit“ des Pausenraumes.
Papagei Tony stiehlt beim Frühstück die Brötchen vom Teller
Spätestens, wenn die Tierpfleger zum Frühstück zusammenkommen, habe Tony allerdings Ausgangsverbot, denn mobben sei nicht seine einzige „Unart“, klauen würde er auch. Was er mopst? „Er stolziert hier über den Tisch, stiehlt beim Frühstück die Brötchen vom Teller“, beschreibt Denise Möbius Tonys diebische Ader. Auch aus der Hand raube er Essen, sei sich ebenso nicht zu fein, einem Tierpfleger etwas aus dem Mund zu stehlen. „Sein Schnabel ist schon nicht ohne“, meint die Tierpflegerin, „und Tony scheut sich auch nicht, ihn einzusetzen“.

Denise Möbius, stellvertretende Tierheimleiterin in Märkisch Buchholz, stellt Tony lieber auf einem Stöckchen sitzend vor. Der Schnabel des diebischen Papageis ist nicht zu verachten.
Jens OlbrichDass die aufgeweckte Blaustirnamazone Tony so viele „Unarten“ angenommen habe, sei vermutlich auf die Einzelhaltung zurückzuführen. Brötchen, Wurst und Käse seien eigentlich kein artgerechtes Futter, aber Tony sei es anscheinend gewohnt. Geschadet habe es ihm offenbar nicht, die Tierärztin des Tierheims, Romy Lehmann, bescheinigt dem Papagei eine recht gute Gesundheit. Kleine Zwangsstörungen habe er, rupfen würde er sich jedoch nicht und der Kot sehe auch normal aus.
Papageien sind Schwarmvögel, sie verkümmern in Einzelhaltung
Zwangsstörungen bis hin zum Rupfen des eigenen Gefieders können bei Papageien Folgen der nicht artgerechten Einzelhaltung sein, erklärt Denise Möbius. Papageien, zu denen auch Blaustirnamazonen gehören, seien überaus intelligente Schwarmvögel. Das müsse wohl auch der Halter eingesehen haben, denn er trennte sich von Tony, weil er „halt festgestellt hat, dass er ihm zu wenig Zeit“ habe widmen können.
Eine Voraussetzung für eine Abgabe an Interessenten sieht Denise Möbius hauptsächlich darin, dass Tony in die Gesellschaft von weiteren Blaustirnamazonen kommen sollte. „Wir hatten auch schon mal eine nette Anfrage von einer Dame, die Graupapageien hat“, meint die Tierpflegerin. An einer Vergesellschaftung mit anderen Arten bestehen jedoch Zweifel, ob es gut geht. Bei einer artgerechten Haltung habe Tony noch viele Jahre vor sich, bis zu 90 Jahre alt könne er unter optimalen Bedingungen werden.
Spendenkonto Tierheim Märkisch Buchholz
IBAN: DE81 1009 0000 7213 9490 09
Berliner Volksbank
Interessenten an Blaustirnamazone Tony (weitere Tiere der Art sollten vorhanden sein) oder einem anderen Tier finden die bedürftigen Tiere im Tierheim Märkisch Buchholz
● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de


