Totes Pferd am Schwielochsee: Feuerwehr birgt Haflinger – vom Besitzer fehlt jede Spur

Feuerwehrleute aus Friedland und Leißnitz bargen ein totes Pferd aus dem Glower See. (Symbolfoto)
Uwe StoefflerEinsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren sind breit aufgestellt, was ihre Tätigkeiten betrifft: Sie löschen Feuer, entfernen umgekippte Bäume auf Straßen, beseitigen Ölspuren oder befreien verletzte Menschen aus verunglückten Autos. In die Kategorie „ungewöhnlich“ fallen meist Einsätze mit Tieren – wie am zweiten Weihnachtsfeiertag am Glower See bei Leißnitz.
Ein Zeuge hatte gegen 12.30 Uhr den Notruf der Polizei gewählt, wie Polizeisprecher Roland Kamenz sagt. Dieser berichtete von einem im See treibenden Pferdekadaver. Gute zwei Stunden später forderten die Beamten Hilfe der Feuerwehren aus Leißnitz und Friedland an, um das tote Tier aus dem Nachbargewässer des Schwielochsees zu bergen.
Totes Pferd im Schwielochsee: erste Erkenntnisse der Polizei
„Am Tier selbst konnten keine äußerlichen Zeichen erkannt werden, die auf eine strafrechtlich relevante Tat hindeuten“, erklärt der Polizeisprecher. Auch zum Halter des toten Pferdes konnten keine Rückschlüsse gezogen werden. „In der näheren Umgebung gibt es keine Hinweise auf Pferdehöfe.“
Nach Angaben von Friedlands Stadtwehrführer Steffen Krüger waren 18 Einsatzkräfte der Feuerwehren Leißnitz und Friedland mit vier Fahrzeugen vor Ort, um die Bergung des Pferdekadavers zu übernehmen. Unterstützt wurden die Kameraden mit schwerem Gerät der Agrargenossenschaft Friedland. Damit konnte der mehrere Hundert Kilogramm schwere tote Körper an Land gezogen werden. Gegen 16 Uhr war der ungewöhnliche Einsatz für die Feuerwehr beendet.
Kein Hinweis auf Halter des toten Pferdes
Am Mittwoch versuchte der Friedländer Stadtwehrführer, Kontakt zu den zuständigen Behörden aufzunehmen. Bis zum Mittag blieb dies jedoch ohne Erfolg. Unter anderem soll geklärt werden, zu wem das Pferd – offenbar ein noch junger Haflinger – gehört. „Das kann sich allerdings hinziehen“, sagt Krüger.
Wie das Pferd in den See kam, ist ebenfalls unklar. Der Glower See bildet einen Teil einer Seenkette, zu der auch der Schwielochsee gehört. Reine Spekulation ist, ob das Tier Opfer eines Wolfsangriffs wurde. In der Nähe gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Wolfssichtungen.
In einigen Fällen sollen die Tiere auch in bewohnten Ortslagen gesichtet worden sein. Nicht auszuschließen ist, dass das Tier auf einer Koppel stand und bei der Flucht vor einem Wolf ins Wasser geflohen ist. Möglich ist auch, dass das Pferd auf andere Weise ums Leben kam und im See „entsorgt“ wurde.

