Tödlicher Unfall in Storkow: Motorradfahrer (49) stirbt, Angehörige sammeln Spenden

Carsten Meyer starb bei einem Unfall in Storkow. Sein Tod löst große Anteilnahme aus. Seine Angehörigen sammeln Geld für seine kleine Familie.
Mandy Lojek- In Storkow starb ein 49-jähriger Motorradfahrer nach Kollision an der A12-Anschlussstelle.
- Der Mercedes-Fahrer fuhr von der Abfahrt auf die L23, dort prallte er mit dem Motorrad zusammen.
- Die Ursache ist unklar – Spezialisten ermitteln, Bilder der Feuerwehr zeigen die Wucht.
- Angehörige sammeln auf Gofundme für die Familie: 227 Spenden, 12.403 Euro am Mittwoch.
- Kollegen würdigen den Verstorbenen als engagierten Eisenbahner mit über 33 Jahren Berufserfahrung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Rasen im kleinen Garten von Carsten und Mandy steht hoch. Es ist Freitag (10. Juli), der 49-Jährige hat Urlaub und fährt mit seiner Harley Davidson zum Wochenendgrundstück in den Spreewald. Als er am späten Nachmittag fertig ist, geht es für den Triebfahrzeugführer zurück nach Spreenhagen, wo er mit Mandy ein Haus für sich und deren drei Kinder gebaut hat.
Er wählt die Strecke über Storkow. Doch zu Hause kommt Carsten nie an. Mit seiner Maschine verunglückt er an der Anschlussstelle zur A12 auf der Landesstraße 23. Ersthelfer versuchen, das Leben des Mannes zu retten. Doch sie können nichts mehr für ihn tun.
„Motorradfahrer nach Verkehrsunfall verstorben“ lautet die Überschrift einer Polizeimeldung, die am 13. Juli, drei Tage nach dem Zusammenstoß auf der Autobahnbrücke, veröffentlicht wurde. Bislang ist vollkommen unklar, wie es zu dem Unfall kommen konnte.
Klar ist derzeit nur: Der Fahrer eines Mercedes wollte von der Autobahnabfahrt auf die L23 fahren. Dort kollidierte er mit dem von links kommenden Motorrad. Bilder der Feuerwehr Storkow, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, lassen erahnen, wie heftig der Zusammenstoß gewesen sein muss. Spezialisten ermitteln jetzt die Unfallursache.
Das Wochenendgrundstück im Spreewald war der erste kleine Traum, den sich Mandy und Carsten einst verwirklichten, bevor sie sich entschlossen, in Spreenhagen ein Grundstück zu kaufen und ein Haus zu bauen. „Für sie war es ein kleines Nest“, sagt Aline Jablonski, Mandys Schwester. Mit Mandy und ihren drei Kindern zieht Carsten dort ein.
Ein letztes Telefonat vor dem tödlichen Unfall in Storkow
Carsten Meyer und Mandy Lojek lernten sich über das Internet kennen. „Das war die späte große Liebe“, sagt Aline Jablonski. Aus früheren Beziehungen brachte Mandy drei Kinder mit in das neue Glück, Carsten war Vater von vier Kindern.

Nach dem tödlichen Unfall an der A12 in Storkow: Angehörige haben nahe der Unfallstelle Blumen für Carsten Meyer aufgestellt. Die Schwester der Partnerin sammelt im Internet Spenden für die Hinterbliebenen.
Marcel GädingAm Tag seines tödlichen Unfalls ruft er sie gegen 18 Uhr an. Er freue sich auf sie, sagt er. Sie ahnt nicht, dass sie seine Stimme da ein letztes Mal hört. Um 18.43 Uhr geht bei der Leitstelle der Notruf ein. Ein Notarzt kann nur noch Carstens Tod feststellen.
„Er war ein geselliger, lustiger Mensch“, erinnert sich Matthias Rinklak, sozusagen der Schwager von Carsten Meyer. Und so habe sich dessen Lebensgefährtin Mandy auch nicht gewundert, dass er länger nach Hause benötigt. Es war nicht ungewöhnlich, dass er unterwegs bei Freunden und Bekannten zum Plausch anhielt.
„Doch gegen 21 Uhr begann meine Schwester, sich Sorgen zu machen“, sagt Aline Jablonski. Weil Carsten nicht ans Handy ging, und auf keine Nachricht reagierte, schrieb sie direkt in die Freundesgruppe bei WhatsApp. Sie rief in Krankenhäusern und bei der Polizei an. Fehlanzeige. „Gegen 23 Uhr stand die Polizei zusammen mit einer Seelsorgerin vor der Tür, überbrachte die Todesnachricht“, erzählt Aline Jablonski.
Unfalltod hinterlässt Trauer, Schmerz und Angst
Der Tod verändert das Leben der Patchworkfamilie. „Jeden Tag hofft meine Schwester, dass Carsten einfach durch die Tür kommt“, sagt Aline Jablonski. Trauer und Schmerz sind riesig, die Angehörigen können es bisher nicht wirklich in Worte fassen. Hinzu kommt die Angst, nach Carstens Tod vor dem Nichts zu stehen. Da sind auf Dauer die Verpflichtungen für das gemeinsame Haus, aber auch jetzt laufende Kosten. Und daheim, auf dem Grundstück, ist noch so wahnsinnig viel zu tun.
Aline Jablonski und ihr Partner Matthias Rinklak wollen die finanzielle Not etwas lindern, zumindest für die erste Zeit. Sie haben auf der Spendenplattform „Gofundme“ eine Aktion gestartet, wollen 35.000 Euro sammeln, damit die kleine Familie in den nächsten Monaten über die Runden kommt. Am Mittwoch (15. Juli) meldete der Spendenticker 227 Einzahlungen in Höhe von 12.403 Euro. „Wir sind überwältigt von der Anteilnahme“, sagt Aline Jablonski. Unter den Unterstützern seien auch Freunde und Eisenbahner.
Tödliche Motorradunfälle
Im Jahr 2025 registrierte die Polizeidirektion Ost für Ostbrandenburg 365 Verkehrsunfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren – 64 weniger als 2024. In 235 Fällen kamen Personen zu Schaden. 260 Verkehrsteilnehmer wurden verletzt, darunter waren 229 Biker oder deren Mitfahrer.
Die Zahl der bei Unfällen in Ostbrandenburg getöteten Motorradfahrer stieg von vier im Jahr 2024 auf zehn im Jahr 2025. „Mit rund 59 % wurde mehr als die Hälfte der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Motorradfahrern in der PD Ost von den Bikern selbst verursacht“, heißt es von der Polizei Brandenburg.
Seine Kollegen haben inzwischen einen Nachruf verfasst. „Carsten war nicht nur ein erfahrener Eisenbahner, sondern vor allem ein Mensch, der mit seiner herzlichen Art, seinem Humor und seiner Hilfsbereitschaft viele von uns begleitet hat“, heißt es auf der Plattform „Der Eisenbahner“. Bereits im Alter von 16 Jahren habe er seine Ausbildung bei der S-Bahn Berlin begonnen, sei seinem Beruf über 33 Jahre lang mit Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein treu geblieben.
Wer Geld für die Familie spenden möchte, kann das online tun: https://www.gofundme.com/f/nach-tragischem-motorradunfall


