Vermisste Rebecca Reusch
: Beweissuche und Befragungen werden fortgesetzt

Wird der Fall Rebecca Reusch nach mehr als sechs Jahren doch noch geklärt? Nach einem Großeinsatz im Landkreis Oder-Spree gehen die Ermittlungen weiter.
Von
dpa ,
Antonio Riether
Berlin
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Über Stunden hinweg hatten mehr als 100 Polizeikräfte am Montag in Lindenberg, einem Ortsteil von Tauche, nach Beweismitteln im Fall Rebecca Reusch gesucht.

Über Stunden hinweg hatten mehr als 100 Polizeikräfte am Montag in Lindenberg, einem Ortsteil von Tauche, nach Beweismitteln im Fall Rebecca Reusch gesucht.

Marcel Gäding
  • Ermittlungen im Fall der seit 2019 vermissten Rebecca Reusch werden in Oder-Spree fortgesetzt.
  • Über 100 Polizisten durchsuchten ein Grundstück in Tauche, weitere Befragungen erfolgen vor Ort.
  • Polizei verdächtigt den Schwager (33) der Tat; er bestreitet die Vorwürfe.
  • Zeugenaufruf: Hinweise zu einem himbeerroten Renault Twingo mit Berliner Kennzeichen gesucht.
  • Bevölkerung wird gebeten, von eigenen Ermittlungen abzusehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Durchsuchungen im Fall der seit mehr als sechs Jahren vermissten Rebecca im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree gehen im Laufe des Tages weiter. „Wir befragen die Bewohner. Die Beamten werden von Tür zu Tür gehen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen.

Die Maßnahmen vom Montag würden fortgesetzt. Es könne sein, dass auch auf dem Grundstück in Tauche südöstlich von Berlin weiter gearbeitet werde. „Wir suchen nach Beweismitteln“, sagte Nath. „Es ist nicht auszuschließen, dass wir Beweise finden, die im Zusammenhang mit ihr stehen oder sogar menschliche Überreste.“

Nach den Ermittlungen am Montag in Lindenberg, einem Ortsteil der Gemeinde Tauche (Oder-Spree), wurde der Polizeieinsatz am Dienstag wenige Kilometer nördlich im Ortsteil Herzberg fortgesetzt. Dabei wurde ein verwildertes Grundstück, ein leerstehendes Mehrfamilienhaus, mithilfe einer Drohne sowie eines Bodenscanners abgesucht. Die Polizei hat den Zugang zum Haus gesperrt.

Rebecca Reusch verschwand im Februar 2019 spurlos

Das damals 15 Jahre alte Mädchen war am Morgen des 18. Februar 2019 im Berliner Stadtteil Britz im Bezirk Neukölln verschwunden, nachdem es die Nacht nach Angaben der Familie und der Polizei im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers verbracht hatte. Seitdem wird sie vermisst. 

Die Ermittler vermuten schon länger, dass der heute 33-jährige Schwager die Jugendliche getötet hat. Der Mann bestreitet das. Bei einem Großeinsatz suchte die Polizei am Montag ein Grundstück seiner Großeltern in Tauche ab. Wo befindet sich der 33-Jährige, wird er erneut befragt? Dazu werde die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen, sagte Nath.

Polizei mit Zeugenaufruf zum Fall Rebecca Reusch

Ein neuer Zeugenaufruf soll nun helfen, die verschwundene junge Frau zu finden. Die Polizei sucht dabei wieder nach Informationen zum vom Tatverdächtigen genutzten Fahrzeug, ein himbeerroter Renault Twingo mit Berliner Kennzeichen. Dieser wurde am Tag des Verschwindens Rebeccas von einer Verkehrsüberwachungsanlage auf der Bundesautobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt/Oder, am Montag, den 18. Februar 2019, um 10.47 Uhr und am darauf folgenden Tag, Dienstag, den 19. Februar 2019, um 22.39 Uhr, festgestellt.

Tatsächlich sachdienliche Hinweise nimmt die 3. Mordkommission des Landeskriminalamts in der Keithstraße 30 in 10787 Berlin unter folgender Rufnummer (030) 4664-911333 oder per E-Mail an lka113-hinweis@polizei.berlin.de entgegen. Ebenso können Sie sich über die Internetwache oder jede andere Polizeidienststelle melden. Außerdem bittet die Polizei die Bevölkerung, „von weiteren eigenen ‚Ermittlungen‘ bis auf Weiteres Abstand zu nehmen“.