Vermisste Rebecca Reusch
: Große Suchaktion der Polizei Berlin bei Lindenberg

UPDATE 17.25 Uhr: Im siebten Jahr nach dem Verschwinden der damals 15-jährigen Rebecca Reusch sucht die Polizei in Lindenberg (Oder-Spree) nach Spuren. Wer im Fokus steht.
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Ein Porträt der vermissten Rebecca Reusch aus Berlin. Auch in Brandenburg wurde lange nach dem Mädchen gesucht. Jetzt gibt es einen neuen Hinweis.

Mit diesem Foto hat die Polizei Berlin jahrelang nach Rebecca Reusch aus Berlin gesucht. Jetzt gibt es offenbar neue Hinweise.

Polizei Berlin/dpa
  • Große Suchaktion der Berliner Polizei in Lindenberg im Fall der vermissten Rebecca Reusch.
  • Rebecca verschwand am 18. Februar 2019 im Alter von 15 Jahren, trotz Suche blieb sie unauffindbar.
  • Ermittlungen richten sich seit Jahren auch gegen den Schwager, dessen Auto auf der A12 erfasst wurde.
  • Polizei und Staatsanwaltschaft geben aus ermittlungstaktischen Gründen keine Details bekannt.
  • Frühere Suchaktionen fanden u. a. in Fürstenwalde und Storkow statt – neue Hinweise werden geprüft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Großer Auftrieb in Lindenberg, einem Ortsteil der Gemeinde Tauche (Oder-Spree): Kräfte der Berliner Polizei waren dort am Montag im Einsatz. Nach anfänglicher Zurückhaltung stellten Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft selbst den Zusammenhang zum Fall der seit 2019 verschwundenen Rebecca Reusch her.

In Lindenberg waren seit 9 Uhr insgesamt 115 Kräfte der Berliner Polizei vor Ort, sicherten Zugänge zu einem Privatgrundstück. Das bestätigte Florian Nath, Pressesprecher der Hauptstadt-Polizei. Die Brandenburger Polizei habe keinerlei Zuständigkeit, wie ihr Sprecher Stefan Möhwald sagte.

Das Bundeskriminalamt war mit einem Bodenradar vertreten, außerdem Vertreter der Mordkommission, Kriminaltechniker und Einsatzhundertschaften. Ein Bagger bearbeitete einzelne Teile eines Grundstücks direkt am Bahnübergang von Lindenberg, an der Ecke Herzberger und Hauptstraße.

Auch Drohnen kamen bei der Suche in Tauche zum Einsatz

Auch Drohnen waren am Vormittag zum Einsatz gekommen, um das Grundstück auszumessen. Suchttrupps der Berliner Polizei mussten im Laufe des Tages mehrfach ausgetauscht werden. Schaulustige verfolgten den Einsatz vom Straßenrand aus.

Die Hauseigentümer verhielten sich kooperativ, sagte der Polizeisprecher. Es handelt sich um ein eingeschossiges Einfamilienhaus mit Spitzdach. Darin befinden sich eine Steuerberatungskanzlei, eine Fußpflege sowie Mietwohnungen. Nach Informationen von MOZ.de wechseln die Mieter dort häufiger.

  • Viel Kriminaltechnik ist bei der Durchsuchung in Lindenberg bei Beeskow dabei. Vermutet wird ein Zusammenhang mit der verschwundenen Rebecca Reusch.

    Viel Kriminaltechnik ist bei der Durchsuchung in Lindenberg bei Beeskow dabei. Vermutet wird ein Zusammenhang mit der verschwundenen Rebecca Reusch.

    Marcel Gäding
  • Ermittler sichern Fundstücke von dem Grundstück in Lindenberg.

    Ermittler sichern Fundstücke von dem Grundstück in Lindenberg.

    Diana Maltseva
  • Polizei ermittelt im Fall Rebecca wegen eines Tötungsdelikts

    In Lindenberg waren seit 9 Uhr insgesamt 115 Kräfte der Berliner Polizei vor Ort.

    Sarah Knorr/dpa
  • Polizei ermittelt im Fall Rebecca wegen eines Tötungsdelikts

    Auch Spürhunde wurden immer wieder auf das Grundstück gebracht.

    Ivo Böhme/dpa
  • Polizei ermittelt im Fall Rebecca wegen eines Tötungsdelikts

    Ein Bagger bearbeitete einzelne Teile eines Grundstücks direkt am Bahnübergang von Lindenberg, an der Ecke Herzberger und Hauptstraße.

    Sarah Knorr/dpa
  • Berliner Polizei durchsucht Grundstück in Brandenburg: 20.10.2025, Brandenburg, Tauche: Flatterband der Polizei hängt vor einem Haus. Die Berliner Polizei ist in Tauche im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree im Einsatz. Mehreren Medienberichten zufolge soll es einen Zusammenhang mit dem Fall der seit mehr als sechs Jahren verschwundenen Rebecca aus Berlin-Neukölln geben. Foto: Ivo Böhme/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Die Hauseigentümer verhielten sich kooperativ, sagte der Polizeisprecher. Es handelt sich um ein eingeschossiges Einfamilienhaus mit Spitzdach. Darin befinden sich eine Steuerberatungskanzlei, eine Fußpflege sowie Mietwohnungen.

    Ivo Böhme/dpa
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Grundlage der Aktion ist ein richterlicher Durchsuchungsbefehl, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft erging, wie Nath sagte. Der Einsatzort soll die Wohnadresse der Großmutter des Haupttatverdächtigen sein. Der frühere Schwager von Rebbecca Reusch könnte etwas mit dem Verschwinden der Jugendlichen zu tun haben.

Erneut wird der Schwager von Rebecca des Mordes verdächtigt

Gegen 12.40 Uhr erschien der Bürgermeister von Tauche, Karsten Radlow, und ließ sich von den Polizeikräften über den Einsatz informieren. Gegen 13.30 Uhr trugen Kriminaltechniker eine große Papiertüte vom Grundstück. Sie enthielt dem Vernehmen nach Beweismaterial. Gegen 13.40 Uhr wurde die Durchsuchung auf ein Nachbargrundstück ausgeweitet, gelegen hinter einem ehemaligen Verkaufsgebäude eines Autohauses.

Der Fall Rebecca Reusch – eine Chronologie

Seit dem 18. Februar 2019 gilt die damals 15-jährige Schülerin aus Berlin als verschwunden. In der Nacht davor übernachtet das Mädchen im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin-Britz. Als ihre Mutter morgens Rebecca anruft, um sie für die Schule zu wecken, geht niemand ans Telefon. Daraufhin ruft die Mutter den Schwager an, der den Anruf wegdrückt und ihr kurze Zeit später mitteilt, dass Rebecca bereits weg sei. In der Schule kommt das Mädchen allerdings nie an. Um 7.46 Uhr an diesem Morgen ist Rebeccas Handy zum letzten Mal eingeloggt. Es ist seither verschwunden. Das Auto des Schwagers wird noch am selben Tag auf der A12 in Richtung Polen von der automatischen Kennzeichenerfassung Kesy registriert.

Am 7. März 2019 wird eine groß angelegte Suchaktione mit Wärmebildkamera in den Wäldern bei Storkow und Kummersdorf durchgeführt. Am 16. März 2019 wird die Suche fortgesetzt, diesmal mit Tauchern im Wolziger See. Dazwischen meldet sich ein selbst ernannter Hellseher bei der Polizei. Er behauptet, Rebecca liege im Wald bei Briesen. Rebeccas Schwager wird zweimal festgenommen, aber mangels Beweisen wieder freigelassen.

Anfang September 2019 durchkämmt die Polizei abermals ein Waldstück bei Storkow.

Im Dezember 2020 berichten zwei Zeuginnen von einer mysteriösen Begegnung im Suchgebiet Kummersdorf –  eine mögliche Spur im Fall Rebecca.

Im April 2023 gibt es erneut eine Hausdurchsuchung bei Rebeccas Schwager. Die Ermittler finden keine entscheidenden Hinweise.

In einer gemeinsamen Pressemeldung von Polizei und Staatsanwaltschaft hieß es Montag: „Nach zwischenzeitlich erlangten Erkenntnissen liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass der mittlerweile 33 Jahre alte Beschuldigte am Morgen des 18. Februar 2019 seine damals 15 Jahre alte Schwägerin getötet und deren Leiche und ihr gehörende Gegenstände – zumindest vorübergehend – auf das Grundstück seiner Großeltern in Tauche verbracht haben könnte.“

Damit ist das Grundstück in Lindenberg gemeint. In der Meldung ist weiter davon die Rede, dass es auch weitere Maßnahmen in den nächsten Tagen geben werde. Sie sollen dem Auffinden der genannten „Gegenstände, von Tatspuren und anderen Beweismitteln“ dienen. Damit könnte auch die Leiche gemeint sein, erläuterte Michael Petzold, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, am Nachmittag auf Nachfrage, aber auch Tatbekleidung oder das Handy der Schülerin.

Am Nachmittag kam die schon abgeräumte Bodensonde wieder zum Einsatz, möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausweitung der Suche auf das Nachbargrundstück. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus hoffen die Ermittler, etwas zu finden, mit dem sie einen Haftbefehl durchsetzen können. Festnahmen gibt es zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht, sagte Petzold MOZ.de am Nachmittag.

Kurz vor 16.30 Uhr wurde der Einsatz beendet. Man habe Beweisstücke gesichert, sagte ein Polizeisprecher, sie würden jetzt ausgewertet. Zu ihrer Art und ihrem Umfang machte er keine Angaben. Laut einem Sprecher der Berliner Polizei soll die Suche am Dienstag weitergehen. Nach der Untersuchung eines Grundstücks werde es dann vordringlich um die Befragung der Anwohner gehen.