Wetter in Brandenburg: Woher kommen die Linien am Himmel?
Wer schon einmal bei klarem Wetter den Himmel beobachtet hat, wird festgestellt haben, dass es ganz unterschiedliche Wolkenarten gibt. Keine Wolke gleicht der anderen. Manchmal kann man aber auch Streifen am Himmel erkennen. Aber was hat es mit diesen Gebilden auf sich? Das fragte sich auch eine Leserin, die uns diese „Frage des Tages“ zuschickte.
Zunächst einmal müsse man festhalten, dass es sich hierbei um einfache Kondensstreifen von Flugzeugen handelt, erklärt der Diplom-Meteorologe vom Wettermuseum in Lindenberg, Dr. Bernd Stiller. Grund dafür sei ein Zusammenspiel von Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Die Bedingungen, dass die Abgase von Flugzeugen sichtbar werden, erreiche man erst ab einer (Verkehrsflugzeug typischen) Höhe von etwa acht Kilometern, wobei in diesen Höhen etwa minus 40 Grad Celsius herrschen, führt Dr. Stiller aus.
Wieso halten sich die Streifen so lange?
Es komme darauf an, wie hoch die Luftfeuchtigkeit tatsächlich sei. Je höher diese ist, desto länger halten sich die Streifen hinter dem Flugzeug, erklärt der Meteorologe vom Wettermuseum. „Wenn die Luft feuchter ist, können sich die Eiskristalle des Kondensstreifens weiterentwickeln und länger bestehen bleiben“, führt Dr. Stiller an.
Daneben sei auch die Windgeschwindigkeit und Windrichtung wichtig. „Höhere Windgeschwindigkeiten können Kondensstreifen schnell verteilen oder auseinanderziehen, während schwache Winde eine Langlebigkeit unterstützen können“, erklärt der Experte. Wenn alle diese Faktoren ideal zusammenspielen, könne man beobachten, dass sich diese Streifen dementsprechend lange am Himmel halten.
Wieso verteilen sich die Streifen am Himmel?
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) habe laut Dr. Stiller diese Form der Wolken bereits als „Cirrus homogenitus“ definiert. Das bedeutet so viel wie „menschengemachte Eiswolke“. „Gerade in unserer Region kreuzt sich Nord-Süd-Flugverkehr mit der Ost-West-Richtung“, erklärt Dr. Stiller im Zusammenhang mit der Beobachtung, dass sich die Kondensstreifen quer über den ganzen Himmel verteilen können.
„Fakt ist also, es sind keine geheimnisvollen Chemikalien, die versprüht werden, sondern Flugzeugabgase, einschließlich Rußpartikel in frostiger Luft“, erklärt der Meteorologe abschließend.




