Wirtschaft
: Grüne kritisieren Erdgaspläne am Schwielochsee

Die Pläne des deutsch-kanadischen Rohstoff-Förderers CEP (Central European Petroleum GmbH), bei Guhlen am Schwielochsee Öl und Gas zu fördern, stehen massiv in der Kritik.
Von
MOZ
Guhlen
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Meißel und Manschetten: Präsentation des Bohrplatzes der CEP-Kampagne Winter 2018/19 in Guhlen.

Jörg Kühl

Neben zwei bestehenden Bohrungen laufen derzeit die Arbeiten, um zwei weitere Erkundungsbohrungen niederzubringen. Auflagen für Umweltverträglichkeitsprüfungen wurden dabei laut Landesregierung nicht erteilt.  Auswirkungen der geplanten Erdgasförderung auf die Urlaubsregion Schwielochsee und den staatlich anerkannter Erholungsort Goyatz sieht die Landesregierung bislang nicht, will das aber in den kommenden Genehmigungen bewerten.

Die Landesregierung beharrt zudem auf dem Standpunkt, keinen Erdbebendienst wie in Niedersachsen einzurichten, um kleinere Erdbeben in der Nähe von Erdgasförderfeldern zu überwachen. Die Frage nach Erdbeben solle erst im Genehmigungsverfahren geprüft werden. Eine eigene Werksfeuerwehr unterhalte der Bergbaubetreiber nicht. Im Falle eines Brandes werde die lokale Feuerwehr einschreiten müssen, teilte die Regierung auf die Anfrage der Grünen mit.

Als „ernüchternd“ bezeichnet die bergbaupolitische Sprecherin der bündnigrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky die Reaktion der Landesregierung: „Man kann es so zusammenfassen: Die Region soll die Lasten schultern und die Gewinne verbleiben bei den Bergbauunternehmen. Die Landesregierung legt unterdessen die Hände in den Schoß und vertagt Entscheidungen in die Zukunft. Ob so Akzeptanz für Großprojekte hergestellt werden kann, möchte ich stark bezweifeln.“

Die lokalen Bündnisgrünen sehen in der geplanten Erdgasförderung eine Fehlentwicklung: „Die Höhe der erwirtschafteten Einnahmen aus der Erdöl-/Erdgasförderung, mit denen die Kommunen dann eigene Impulse setzen könnten, werden sehr gering sein“, meint die Grünenpolitikerin Isabell Hiekel aus Byhleguhre. „Die Entwicklung der Internationalen Naturausstellung (INA) mit ihren Impulsen für die Erholungsnutzung am Schwielochsee und vor allem mit ihren Potenzialen für den Naturtourismus im Zusammenhang mit der Lieberoser Heide wird auf der Strecke bleiben“, sagt Hiekel. „Es steht zu befürchten, dass unsere Region Schaden nimmt.“