Ausfall S2 und S8
: S-Bahn nach Bernau und Birkenwerder wochenlang unterbrochen

Wegen Bauarbeiten am Nordkreuz gibt es umfangreiche Streckensperrungen. Die S-Bahn-Linien S2 und S8 sind davon betroffen. Ersatzverkehr mit Bussen ist eingerichtet. Was Pendler wissen müssen.
Von
Berit Schwarz
Bernau
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Andrang beim Schienenersatzverkehr am Bahnhof Birkenwerder. Wer zwischen Oranienburg und Berlin pendelt, kennt die Ersatzbusse längst. In den vergangenen Jahren kam es wegen Bauarbeiten und Bombenentschärfungen immer wieder zu Sperrungen auf der Strecke der S-Bahn.

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Schienenersatzverkehr in Birkenwerder (Archivfoto). Damit es nicht zu langen Wartezeiten kommt, verkehren die Ersatzbusse auf der Linie S2 zwischen Pankow und Karow alle drei bis fünf Minuten.

Klaus D. Grote
  • Bauarbeiten am Nordkreuz: S2 und S8 in Berlin wochenlang unterbrochen, Busse ersetzen Züge.
  • S2 zwischen Pankow und Karow bis 6. September gesperrt, S8 bis 22. September.
  • Ersatzbusse fahren tagsüber alle 3-5 Minuten (S2) und im Berufsverkehr alle 10 Minuten (S8).
  • Fahrgäste sollten Bahn-App nutzen – geänderte Haltestellen und Linienbezeichnungen möglich.
  • Hintergrund: Neues elektronisches Stellwerk wird schrittweise in Betrieb genommen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach jahrelangem Bau wird das elektronische Stellwerk S8 Nord nun in Betrieb genommen. „Dieser Vorgang dauert zwei Wochen, denn man kann das Stellwerk nicht einfach einschalten“, sagt ein Bahnsprecher.

Fahrgäste müssen sich deshalb seit Montag, 25. August, auf Behinderungen einstellen. Die S-Bahn-Linie S2 ist zwischen Pankow und Berlin-Karow unterbrochen, die S8 nach Birkenwerder zwischen Pankow und Hohen Neuendorf. Stattdessen wurde auf beiden Strecken Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die S2 soll in der Nacht zum 6. September wieder rollen. Bei der S8 dauert es länger.

Ersatzverkehr S2 von Pankow nach Karow

Für den Ersatzverkehr mit Bussen wurde für die S2 Richtung Karow vor dem Bahnhof Pankow eine neue Haltestelle eingerichtet. Diese befindet sich in der Berliner Straße, vor der Hadlichstraße. Ab Karow fährt die S2 weiter nach Bernau. In der Gegenrichtung können Fahrgäste von Bernau bis Karow mit der S2 fahren und dort dann in den Ersatzbus S2 steigen.

Die Busse fahren tagsüber alle drei bis fünf Minuten, frühmorgens und abends alle 10 Minuten.

Wer aus Berlin direkt nach Bernau fahren will, kann auch den Regionalverkehr nutzen, etwa den RE3 von Gesundbrunnen nach Bernau oder die RB24 von Ostkreuz über Lichtenberg und Hohenschönhausen bis Bernau.

Auch die Linie S8 nach Hohen-Neuendorf ist betroffen

Der S8 Abschnitt Blankenburg bis Hohen-Neuendorf wird sogar noch zwei Wochen länger nicht befahren. In einer Bahn-Pressemeldung heißt es: „Die Strecke bleibt bis in die Nacht zum Montag, 22. September (1:30 Uhr) gesperrt.“ Der Ersatzbus für die Linie S8 beginnt ebenfalls am S-Bahnhof Berlin-Pankow und fährt bis Hohen-Neuendorf. Hier pendeln die Busse im Berufsverkehr alle 10 Minuten, sonst alle 20 Minuten und ab 21.30 Uhr stündlich.

Die Berliner S-Bahn weist darauf hin, dass teilweise die Busse eine andere Linienbezeichnung haben als gewohnt oder an einer anderen Haltestelle umgestiegen werden muss. Sie appelliert an ihre Kunden, sich in der Bahn-App zu informieren. Es wurde zudem eigens ein Video produziert, in dem die Umstellungsmaßnahmen im S-Bahn-Bereich Nordost und die Möglichkeiten des Ersatzverkehrs erklärt werden.

Die Hintergründe der Baumaßnahme

Die S-Bahn vergleicht die Inbetriebnahme des Stellwerkes mit der Einrichtung eines neuen Computers: Die Installation der Software dauere eine Weile. Es baue sich auf dem Monitor ein Balken auf, der vermelde, wie weit die Inbetriebnahme des neuen Computers schon fortgeschritten sei. Genauso auch bei dem elektronischen Stellwerk, nur viel aufwändiger, und deshalb dauere es länger.

Mit dem Bereich Nordost wird der vorletzte Streckenabschnitt der Berliner S-Bahn an die Betriebszentrale des elektronischen Stellwerks in Halensee angeschlossen. Damit werden die örtlich besetzten Stellwerke, die sich direkt an der Bahnstrecke befinden, ersetzt.

Ein Bahnsprecher erläutert die Vorteile: Die Mitarbeiter säßen alle in der Zentrale und könnten sich auf kurzem Weg absprechen oder auch mal den Bereich eines Kollegen mit übernehmen, falls es zu krankheitsbedingten Ausfällen komme. „Dass S-Bahnen nicht fahren können, weil der Stellwerksmitarbeiter nicht zum Dienst erscheint, so wie es im Juli in Schöneweide geschehen ist, wird in einem zentralen Stellwerk nicht mehr vorkommen“, verspricht der Bahnsprecher. Dieser letzte Streckenabschnitt im Südosten Berlins soll bis 2027 ebenfalls in die zentrale Stellwerkssteuerung integriert werden.

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