Basketball: „Halbfinale sollte schon drin sein“
Herr Schilling, Sie sind mit vier Niederlagen aus den ersten fünf Spielen nicht so gut in die Saison gestartet. Was hat die Wende gebracht?
Renè Schilling: Wir mussten anfangs am Kader etwas basteln. Chris Lane, unser neuer Amerikaner, hat einfach nicht so gut ins Team gepasst. Mit Quadir Welton haben wir dann den Richtigen gefunden, der menschlich, aber auch taktisch und individuell das bringt, was wir uns wünschen. Das hat dazu geführt, dass wir Spiele gewonnen haben und dann kam auch das Selbstbewusstsein zurück.
Nicolai Simon: Ich war mir aber sicher, dass wir das hinkriegen. Es ist halt etwas schwierig, da durch die Alba–Spieler eben nie alle im Training zusammen sind. Dementsprechend waren die Ergebnisse am Anfang dürftig. Aber ich hab immer gesehen, wie talentiert die Jungs sind. Es hat einfach etwas gebraucht, bis es Klick gemacht hat.
Gab es ein Schlüsselspiel?
René Schilling: Solche Spiele wie gegen Oldenburg kurz vor Weihnachten, als wir unbedingt gewinnen mussten und das wir dann auch gewonnen haben, war sicher so eins. Oder das Spiel in Schwelm, zu dem wir mit sieben Spielern angereist sind und trotzdem gewonnen haben – das ist natürlich grandios.
Wie wichtig ist der Kopf dabei?
Nicolai Simon: Der Kopf ist das alles Entscheidende, der macht alles aus. Vor allem bei so einem jungen Team, das sich noch von Allem ablenken lässt.
Herr Simon, Sie sind mit Robert Kulawik zusammen ja so ein bisschen der Papa der Truppe. Hören die jungen Spieler auf Sie?
Nicolai Simon: Ja, Kulle sagt vor jedem Spiel nochmal was. Wir sind da schon die Wortführer und es kommen immer mal wieder Fragen von den Jungs und die hören dann auch. Die spuren eigentlich ganz gut (lacht).
Sie haben schon höherklassig gespielt. Haben Sie den Schritt, nach Bernau zu gehen, schon bereut?
Nicolai Simon: Nein, gar nicht. Wenn man die Heimspiele sieht, wie toll die Fans dabei sind — das ist hier eine ganz tolle, familiäre Situation. Und die Mannschaft ist klasse — die jungen Spieler wollen trainieren, die haben Bock, das macht Spaß.
Herr Mattiseck, Sie sind ja bei Alba schon sehr oft im Einsatz. Wo spielen Sie lieber — Bernau oder Berlin?
Jonas Mattisseck: Ach, das kann ich gar nicht sagen. Ich liebe einfach Basketball, deshalb spiele ich in jedem Team super gern. Es ist eine große Ehre, für Alba zu spielen, aber hier in Bernau, mit den tollen Fans, die einem ans Herz gewachsen sind über die Jahre, da freut man sich genauso.
Wie geht es für Sie weiter?
Jonas Mattisseck: Ich gehe noch zur Schule, mache in zwei Wochen mein Abitur. Dann werde ich erst einmal nur noch Basketball spielen und mal sehen, wo die Reise hingeht.
Wie ist denn die Stimmung im Team so kurz vor dem ersten Play–off–Spiel?
Nicolai Simon: Die Stimmung ist mega. Wir wollen den Schwung aus den letzten neun gewonnen Spielen mitnehmen. Wir freuen uns drauf.
Die Gegner für die Play–offs stehen jetzt fest. Wer ist der härteste Brocken aus der Staffel Süd?
René Schilling: Der erste Gegner, Ulm, wird schon schwer werden. Die spielen sehr gut, diszipliniert, aggressiv, sind auch sehr jung, haben wie wir viele Doppellizenzler. Das wird keine einfache Aufgabe.
Was glauben Sie, wie weit Ihr Team es schafft?
Nicolai Simon: Es ist schwer einzuschätzen, denn von der ProB Süd habe ich bislang so gut wie nichts mitbekommen, deshalb ist eine Prognose schwierig. Aber Halbfinale sollte schon drin sein. Es wird allerdings stark darauf ankommen, welches Team wir haben, wer uns zur Verfügung steht.
Jonas Mattisseck: Wir Spieler sehen von Runde zu Runde, aber wir sind eine junge Mannschaft, da kann es nach oben oder unten ausschlagen. Wir müssen unseren Fokus behalten, dann haben wir nach oben hin alle Möglichkeiten.
René Schilling: Wir spielen momentan einen sehr guten Basketball. Wenn wir vernünftig trainieren können, wenn wir gesund bleiben, dann liegt es an uns. Im Kader ist genug Potential, als das wir das Halbfinale erreichen können und das sollte das Ziel sein. Wir sind jetzt einmal im Achtelfinale und einmal im Viertelfinale ausgeschieden, jetzt sollte es mal das Halbfinale werden.
Nächste Termine Play–off–Achtelfinale: 1. Spiel Bernau (Erich–Wünsch–Halle), 2. März, 19 Uhr, 2. Spiel Ulm 9./10. März, 3. Spiel (wenn nötig) Bernau, 16. März, 19 Uhr



