In einem wie erwartet packenden Duell gegen den Tabellenzweiten und letztjährigen Play-off-Finalisten aus Münster kamen die Gäste zunächst offensiv besser ins Rollen. Beide Teams machten das Spiel schnell. Die WWU Baskets zeigten sich aber treffsicherer. Nach einem Korbleger von Malcom Delpeche zum 4:11 rief Bernaus Trainer René Schilling zur ersten Auszeit. Vor über 680 Zuschauern in der Erich-Wünsch-Halle – darunter auch etliche mitgereiste Münsteraner – sorgten Malte Delow und Till Isemann mit sieben Punkten wieder für den Ausgleich. Die Heimspielkulisse am Samstag bedeutete gleichzeitig Zuschauerrekord in der laufenden Saison. Lorenz Brenneke erhöhte mit zwei Korblegern in Folge zur umjubelten 15:11-Führung für Lok (8. Minute). Münster fand aber die passende Antwort und verkürzte zur ersten Viertelpause auf 20:19.
In den ersten Minuten des zweiten Viertels wurde auf beiden Seiten intensiv verteidigt. Nach starkem Einsatz von Nolan Adekunle markierten die Bernauer mit einem Dreipunktspiel die ersten Punkte. Adekunle setzte nach und sorgte im Alleingang für die zwischenzeitliche 29:20-Führung. Doch zur Halbzeit schrumpfte das Polster auf 40:38 zusammen.
Bis Mitte des dritten Durchgangs hielten die Bernauer das Spiel ausgeglichen. Die Gäste erarbeiteten sich aber immer wieder zweite Wurfchancen und übernahmen die Führung. Alexander Golsby schraubte die Führung für Münster bis auf elf Zähler nach oben (51:62, 29. Minute). Lorenz Brenneke und Till Isemann verkürzten aber noch einmal vor dem entscheidenden Schlussviertel.
Mit einem 7:0-Lauf mit einem Dreier von Till Hornscheidt sowie Punkten von Konstantin Kovalev und Dan Oppland kämpfte sich Bernau noch einmal zurück. Die WWU Baskets zogen mit einem 6:0-Lauf aber wieder davon (61:70, 35. Minute). Es entwickelte sich ein offener Kampf ohne viel Zählbares. Als Malcom Delpeche 2:30 Minuten vor dem Ende per Korbleger zum 63:74 traf, schien die Partie entschieden. Mit einem 11:1-Lauf mit Punkten von Oppland, Kovalev, Hornscheidt und Delow kämpfte sich Bernau bis auf einen Zähler heran (74:75, 40. Minute). Noch 30 Sekunden Respielzeit. Bernau schickte Münster an die Freiqurflinie, die dort aber keine Nerven zeigten und sicher trafen. Auf der anderen Seite zitterten den Brandenburgern bei der Chance auf eine Verlängerung die Hände. Malte Delow vergab einen Wurf von der Freiwurflinie. Und auch Lorenz Brenneke brachte nach einem Ballgewinn den Korbleger nicht ins Ziel. Mit 75:79 musste sich Lok Bernau am Ende dem Tabellenzweiten aus Münster geschlagen.
VfL Bochum wartet
So bleibt es im Kampf um einen Playoff-Platz spannend. Die Entscheidung fällt nun erst am letzten Spieltag der ProB-Hauptrunde, wo Lok am Samstag bei den VfL SparkassenStars Bochum gastiert. Mit einem Auswärtssieg hätten die Brandenburger noch immer alles selbst in der Hand.
Lok-Coach René Schilling: "Es war gut, dass wir am Ende an dem Punkt waren, das Spiel in die Verlängerung zu bringen. Entscheidend war aber unser Reboundverhalten. Da hatten wir besonders im dritten Viertel große Probleme, die Intensität von Münster zu matchen. Im Schlussviertel haben wir das deutlich besser gemacht, so dass wir uns die Overtime eigentlich verdient gehabt hätten."
Philipp Kappenstein (Trainer WWU Baskets Münster): "Es war ein unglaublich intensives Spiel. Ich bin natürlich sehr happy, dass wir es nach Hause gebracht haben. Vor allem auch, weil wir den Sieg kurz vor Schluss fast noch weg geschmissen haben."