Basketball: Die jungen Wilden kommen

Auf dem Weg zum Profi: Leo Ahmad von SG Bernau Berlin-Nord (2.v.l) im Spiel gegen den DBV Charlottenburg
Andreas GoraUnd dafür nehmen die Kids, die 14 und 15 Jahre alt sind, viel auf sich. Viermal pro Woche wird trainiert. Trainingsstätten sind Berlin-Pankow und Hermsdorf. Besonders für die beiden Bernauer Adrian Hoffmann und Justus Kleinod ist das eine Herausforderung, haben sie doch nach Hermsdorf 50 Minuten Anfahrt vor sich. Das muss man neben der Schule erst einmal bewerkstelligen. „Da müssen die Kinder schon ein gutes Zeitmanagement beherrschen“, weiß auch der Coach.
Für viele zu viel Stress
Nicht alle talentierten Nachwuchs-Basketballer wollen sich diesen Stress antun. „Wir hätten noch mehr Kinder gehabt, die das Zeug für die Mannschaft hatten. Aber die wollten nicht“, erklärt Sebastian Weege, Vorsitzender von Lok Bernau. Und auch so manche Eltern sehen da die Schulkarriere ihres Kindes in Gefahr. „Klar, Schule ist auf jeden Fall ein wichtiger Part“, weiß Bathelt. Denn bei den meisten wird der Traum vom Profi-Basketball vermutlich ein Traum bleiben – umso wichtiger ist es, auf eine gute Ausbildung zu setzen.
„Natürlich ist das ein sehr hoher Einsatz, den wir von den Jungs fordern, aber um auf dem Niveau zu spielen, muss man mindestens viermal pro Woche trainieren“, weiß Bathelt. „Das ist eben der Unterschied zwischen unserem leistungsbezogenen Basketball und dem Breitensport – da müssen die Kinder sich dann entscheiden.“ An anderen JBBL-Standorten werde teilweise auch noch vormittags trainiert. „Das sind dann die Kinder, die auf Sportschulen gehen oder solche, bei denen die Regelschule es akzeptiert, das sie zum Training fehlen“, weiß Bathlet.
Neben dem Talent spielten aber auch andere Umstände wie die Größe und das richtige Training eine Rolle. Das Mentale, die Bereitschaft für seine Ziele etwas zu leisten und sie sich ständig vor Augen zu halten, sich von Niederlagen nicht unterkriegen zu lassen – all das sei wichtig, wenn man ein guter Profi werden wolle, weiß Bathelt. „Und sie müssen verletzungsfrei bleiben.“
Mit dem JBBL-Team verfolgt Lok Bernau ein langfristiges Ziel, erklärt Sebastian Weege. „Früher mussten wir die richtig guten Jungs irgendwann immer gehen lassen, wenn sie höherklassig spielen wollten. Jetzt haben wir die Chance, sie zu behalten und dann später auch mal wieder Spieler aus unserer eigenen Jugend in unserer ersten Männermannschaft zu haben.“
56 Teams sind deutschlandweit in der JBBL vertreten. Es gibt acht Vorrunden zu je sieben Mannschaften. Die besten drei erreichen die Hauptrunde. Platz vier bis sieben muss in die Relegation, um als Erster oder Zweiter noch die Hauptrunde zu erreichen. Ein Ziel, dass sich die Bernauer gesetzt haben. „Im ersten Jahr geht es jetzt natürlich vor allem darum, die Klasse zu halten“, sagt Trainer Christian Bathelt. Da sind die Bernauer auf einem guten Weg. Zwar ging das erste Spiel gegen den Friedenauer TSC verloren, im zweiten Spiel konnten sich die Jungs aber gegen den DBV Charlottenburg mit 71:37 deutlich durchsetzen.
Von den Tigers bis zu Alba
Nächste Spiele der SG Bernau Berlin-Nord in der JBBL27. Oktober: Berlin Tiger (in Hermsdorf)2. November: TuS Lichterfelde (A)3. November: Alba Berlin (in Hermsdorf)10. November: Higherlevel (A)
